Das wars: Der Geldautomat in der ehemaligen Volksbankfiliale steht im neuen Jahr nicht mehr zum Geldabheben zur Verfügung. Foto: Dold

„Ich glaub’, ich bin im falschen Film“, grummelte kürzlich ein Lauterbacher, als er Bargeld abheben wollte. Das sind die Gründe.

Es ist aber bittere Wahrheit: Der Geldautomat in der ehemaligen Volksbank verschwindet zum Jahresende. Damit fällt nun in Lauterbach die letzte Möglichkeit für Bankdienstleistungen weg. Die Filiale der Volksbank wurde bereits im Oktober 2019 geschlossen. Auch die Kreissparkasse schloss ihre Zweigstelle im August 2023.

 

Immerhin blieb noch der Geldautomat im Gebäude der ehemaligen Volksbank bestehen. Doch auch damit ist nun Schluss.

David Winterhalder, Vorstand und Geschäftsführer der Schwarzwald-Neckar Immobilien GmbH mit Sitz in Meßkirch, nimmt auf Anfrage unserer Redaktion Stellung zum Abbau des Geldautomaten.

Zu wenig genutzt

Dieser habe mehrere Gründe, so Winterhalder. Er teilt mit: „Das Gerät wurde von unserem Rechenzentrum abgekündigt und müsste technisch ersetzt werden. Zusätzlich haben sich die Sicherheitsanforderungen unserer Versicherung erhöht. Für die Modernisierung der Einbruchmeldeanlage wären weitere Investitionen notwendig geworden. Hinzu kommt, dass die Nutzung des Automaten unterdurchschnittlich ist“.

Seit Beginn der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Trend zur bargeldlosen Zahlung beobachte man einen deutlichen Rückgang sowohl bei der Nutzung von Bargeld als auch bei der Frequentierung der Geldautomaten. „Auch an unseren eigenen Automaten lässt sich diese Entwicklung klar erkennen: Die Nutzung des Geldausgabeautomaten ist um mehr als 50 Prozent zurückgegangen“, sagt Winterhalder.

Rückgang der Kundenzahl

Die Entwicklung der Kundenanzahl in Lauterbach spiegele im Wesentlichen die demografische Entwicklung der Gemeinde wieder. „In den vergangenen Jahren war – analog zur Bevölkerungsentwicklung – auch bei unserer Bank ein leichter Rückgang der Kundenzahlen zu verzeichnen. Dies ist insbesondere auf den demografischen Wandel und die Abwanderung jüngerer Menschen in Städte zurückzuführen“, so der Geschäftsführer.

Trotz dieser Entwicklung sei die Volksbank bestrebt, Angebote an die Bedürfnisse der Region anzupassen.

„Die Entscheidung zum Abbau ist uns nicht leichtgefallen. Aufgrund der genannten Investitionskosten, der gestiegenen Sicherheitsanforderungen und der unterdurchschnittlichen Nutzung ist der Betrieb des Automaten jedoch wirtschaftlich nicht mehr vertretbar“, erklärt Winterhalder.

Gebühren für Fremdverfügungen deckten lediglich Kosten, höhere Gebühren dürfe die Bank gesetzlich nicht erheben.

Verweis auf Schramberg

Alternative Möglichkeiten zur Bargeldversorgung können angeboten werden über Kooperationen mit Einzelhändlern oder benachbarte Geldautomaten. Der nächstgelegene Geldausgabeautomat der Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar sei in 3,5 Kilometern im Regionalzentrum Schramberg in der Hauptstraße 65 erreichbar.

„Zudem bieten wir den Service an, sich Bargeld nach Hause liefern zu lassen. Hierzu können sich Kunden an das KundenServiceCenter, Telefon 07461/70 70, wenden“, sagt Winterhalder.

Wettbewerb

Es gibt aber auch gute Nachrichten
 von Seiten der Volksbank Schwarzwald Donau Neckar: Im Rahmen des jüngsten Wettbewerbs der Volksbank haben die Narrengesellschaft Hooriger Hund Sulzbach, die Narrenzunft Lauterbach, das Handharmonika-Orchester Lauterbach und die Katholische Kirchengemeinde Lauterbach insgesamt 16 500 Euro als Spenden erhalten. „Damit möchten wir das ehrenamtliche Engagement in der Region gezielt fördern“, betont David Winterhalder, Vorstand und Geschäftsführer der Schwarzwald-Neckar Immobilien.