Im Erdgeschoss des Gebäudes 33 vor den Toren der einstigen Zollernalb-Kaserne ist Platz für 20 Geflüchtete. Foto: Dunja Kuster

Die Zeit als Flüchtlingsunterkunft ist für die ehemalige Zollernalb-Kaserne noch nicht ganz vorbei. Die Stadt Meßstetten hat dort Raum für die Flüchtlinge geschaffen, die der Stadt zugewiesen werden. Am 19. November sollen sie einziehen.

Weil auch Meßstetten geflüchtete Personen unterbringen muss, mietet die Stadt dafür das Erdgeschoss im Gebäude 33 auf dem Geißbühl an, wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt.

 

13 Asylbewerber werden ihr am 19. November zugewiesen und dort untergebracht. Das Gebäude, in dem 20 Personen wohnen könnten, sei aber auch deshalb hergerichtet worden, um für die Zukunft gewappnet zu sein, so Pressesprecher Volker Bitzer.

Die Zollernalb-Kaserne war von 2014 bis 2017 Landeserstaufnahmestelle und von 2022 bis vor kurzem Unterkunft für geflüchtete Ukrainer gewesen. Diese Tatsache hatte dafür gesorgt, dass Meßstetten keine Geflüchteten zugewiesen worden waren, die in Wohngebäuden in der Stadt untergebracht werden mussten.

Junge Männer aus Asien und Afrika kommen

Aber es greift der Verteilschlüssel, nach dem Meßstetten 24 Flüchtlingen eine Unterkunft bieten muss. Aktuell leben 14 Personen im Stadtgebiet, 13 kommen am 19. November hinzu – junge Männer zwischen 18 und 36 Jahren aus Afghanistan, Indien, Guinea, Somalia und der Türkei; bei mehreren sei die Herkunft ungeklärt, so die Stadt.

Das „Gebäude 33“ auf dem Geißbühl liegt vor dem Tor der früheren Kaserne, neben dem Gebäude 48, in dem der Zweckverband Interkommunaler Industrie- und Gewerbepark Zollernalb (IIGP) seinen Sitz hat und Behördenbüros untergebracht sind.

Der Landkreis hat einen Rückzieher gemacht

Umgebaut ist Gebäude 33 bereits größtenteils, wollte es doch der Landkreis selbst als Flüchtlingsunterkunft herrichten. Die gesamte untere Etage hat die Kreisverwaltung renovieren, Rohre verlegen und sanitäre Anlagen installieren lassen. Mit Schließung des Ankunftszentrums Ukraine und dessen Rückbau habe der Landkreis aber einen Rückzieher von Gebäude 33 gemacht, das inzwischen dem IIGP gehört, von dem die Stadt nun das Erdgeschoss anmietet.

Schroft: „Die Pläne des IIGP werden nicht tangiert“

Es gibt Schlafräume für 20 Menschen, Gemeinschaftsräume, Duschen und Toiletten. In Umbauarbeiten inklusive Mobiliar und Einrichtung hat die Stadt bisher rund 10 000 Euro investiert. Frank Schroft, Vorsitzender des IIGP und Bürgermeister von Meßstetten, erklärte auf Nachfrage, dass nur dieses eine Gebäude, an dem keine der anderen Verbandsgemeinden Interesse bekundet habe, als Unterkunft genutzt werden und diese Tatsache keine Pläne des IIGP durchkreuze. „Mit der Herrichtung des Gebäudes verhindern wir, dass städtische Objekte, die durch Schulen und Vereine beansprucht werden, für die Flüchtlingsunterbringung herangezogen werden müssen“, betont Frank Schroft. Schließlich seien alle städtischen Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen bereits aufgebraucht.