Die Gartenschau kostet nicht nur viel Geld – sie macht auch viel Arbeit. Damit das Großereignis wie geplant ablaufen kann, werden fast tausend ehrenamtliche Helfer benötigt. Die Gartenschau warb daher noch mal mit einer Veranstaltung um Freiwillige.
Sollte bei der Durchführung der Gartenschau doch noch irgendetwas schief gehen, dann liegt es vermutlich nicht an der mangelnden Bereitschaft der Bevölkerung, das Projekt durch ehrenamtliche Mitarbeit tatkräftig zu unterstützen. Denn die Resonanz auf den zweiten Info- und Ehrenamtsabend im großen Kursaal war für Geschäftsführerin Cornelia Möhrlen und Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf überwältigend. „Das gibt mir ein ganz großartiges Gefühl“, betonte Ruf.
Das Team
Möhrlen präsentierte das aktive Gartenschauteam in den schwarzen Gartenschau-T-Shirts, das für Rückfragen zur Verfügung stand. Unterstützt wird dieses Team aktuell von der sechsköpfigen „Interessensgemeinschaft Gartenschau“ aus Reihen der Bevölkerung. Diese Unterstützer haben die Aufgabe übernommen, in den Vereinen und Ortsteilen für die ehrenamtliche Mitarbeit zu werben.
Die Baustellen
Zum Einstieg wurde ein aktueller und beeindruckender Drohnenflug über das Gartenschaugelände und die zahlreichen Baustellen, die den Fortschritt der dort geleisteten Arbeit dokumentieren, gezeigt. Der Zeitplan werde aktuell eingehalten, so Möhrlen.
Die wichtigsten Baustellen sind das „Xentrum“ als zentraler Veranstaltungsbereich (früher Sportplatz), das Gartendorf unterhalb des Baiersbronner Bahnhofes, die Schelklewiese mit entstehendem Schelklewiesensee, die Fischzucht mit neuen Fischbecken, die fast fertige Adlersteige und die Forbachgärten auf dem ehemaligen Bürkleareal. Dort entstehen die Schaugärten der Landschaftsgärtner und Landschaftsarchitekten.
Der ÖPNV-Anschluss
Möhrlen informierte auch über Eintrittspreise und die Ticketvarianten. Beinhaltet ist im Kaufpreis jeweils auch die kostenlose ÖPNV-Nutzung innerhalb des Landkreises. Die S-Bahn Haltestellen Stadtbahnhof, Friedrichstal und Baiersbronn werden während der Gartenschau im 20- bis 30-minütigen Takt angefahren und bei Bedarf mit zusätzlichen Kapazitäten ausgestattet.
Behinderungen durch Baustellen werde es laut Zusage der Verantwortlichen während der Gartenschau nicht geben. Shuttleparkplätze werden in der Aue in Baiersbronn und im Sulzhau eingerichtet. Von dort aus fahren Busse im 20-Minuten-Takt an die Eingänge. Für mobilitätseingeschränkte Besucher gibt es ergänzend dazu einen Shuttlebus ins Christophstal.
Im Tal selbst werden zwei Radvermietstationen für E-Bikes eingerichtet. Vom Bahnhof Baiersbronn bis zur Finkenwiese im Christophstal wird zudem ein Shuttle „analog dem Kurbähnle in Freudenstadt“ fahren. Dieses eigne sich auch für Rollstuhlfahrer, so Möhrlen. Im oberen Christophstal sind Lastenfahrräder und Fahrrad-Rikschas vorgesehen.
Die Veranstaltungsorte
Auf den drei Veranstaltungsflächen Marktplatz (Freudenstadt), Xentrum (Friedrichstal) und Schelklewiese (Baiersbronn) finden mehr als 1200 Veranstaltungen statt. Anstatt einer Bühne gibt es dafür ein wetterresistentes Spiegelzelt auf dem Marktplatz.
Eine ebenfalls geplante digitale Zeitreise im Tal wird durch das Tourismusinfrastrukturprogramm gefördert. Insgesamt zwölf Stationen werden dafür eingerichtet. „Der Besucher wird in virtuelle Realitäten katapultiert und teilweise selbst Teil dieser Realität“, versprach Möhrlen. Ziel der digitalen Zeitreise sei auch, das jüngere Publikum und Familien anzusprechen.
Die Ehrenamtlichen
950 ehrenamtliche Unterstützer werden für die reibungslose Durchführung der Gartenschau benötigt. Gartenschau-Botschafter Hardy Hermann aus Freudenstadt und Klaus Witzemann aus Balingen – er hatte sich dort ehrenamtlich auf der dortigen Gartenschau engagiert – warben begeistert und emotional für die Mitarbeit am Gartenschau-Projekt in Freudenstadt.
Bis zum Infoabend hatten bereits 541 der insgesamt 950 erforderlichen Helfer ihre Unterstützung zugesagt. Hermann sprach von einem „gigantischen Projekt“, bei dem man die wunderbare Region nach außen präsentieren könne. Er selbst sei „Feuer und Flamme“ für die Gartenschau, die er deshalb auch sehr aktiv bewerbe.
Klaus Witzemann war die Begeisterung nach der positiven Erfahrung in Balingen ebenfalls noch deutlich anzumerken. Dort hätten, so berichtete er, fast alle Ehrenamtlichen freiwillig mehr als erforderlich gearbeitet, weil es so viel Spaß gemacht habe. Das könne man sich im Vorfeld gar nicht vorstellen. „Ich bin jedenfalls heute noch wahnsinnig stolz darauf, dass ich bei diesem Event dabei gewesen bin“, bilanzierte Witzemann.
Die Konditionen
Möhrlen erläuterte die drei möglichen Einsatzbereiche für Ehrenamtliche im Bereich der Gästebetreuung (Besucherempfang), im Gelände-Team und im Bereich der Gästeführung durch das Tal. Alle würden sehr gut eingearbeitet und könnten sich die Einsatzzeiten und Orte, etwa beim Besucherempfang, während der Gartenschau auch frei einteilen. Selbst Wünsche hinsichtlich einer möglichen Zusammenarbeit mit anderen Ehrenamtlichen würden nach Möglichkeit berücksichtigt.
Gearbeitet werde in zwei Schichten von 10 bis 14 Uhr oder von 14 bis 18 Uhr. Nach Anmeldung über den Anmeldebogen würden im Mai digitale Kurzinterviews mit den Ehrenamtlichen geführt. Schulungen für den Besucherempfang und das Gelände-Team starten im November, diejenigen für die Gästeführungen erfolgen separat.
Für 40 Stunden Mitarbeit gibt es nicht nur eine Dauerkarte geschenkt, sondern auch Einsatzkleidung, die ebenfalls präsentiert wurde. Diese umfasst T-Shirts, Jacken und Mützen in den Gartenschau-Farben.
Darüber hinaus benötigt das Organisationsteam Helfer in den Bürgerprojekten (Spielzeug-, Garten- und Kunstprojekte). Diese werden am 19. und 26. Juni sowie am 3. Juli im Baiersbronner Platzmeisterhaus vorgestellt und besprochen.