Noch neun Monate sind es bis zum Start der gemeinsamen Gartenschau von Baiersbronn und Freudenstadt. Das „Tal X“ putzt sich heraus. Auch auf dem Gebiet Baiersbronns geht es mit großen Schritten voran. Zwischen Friedrichstal und den Schelklewiesen hat sich viel getan. Und jeden Tag geht’s weiter.
Mit einem kurzen Ausflug ist es beim Baustellen-Gucken in Freudenstadt und Baiersbronn beinahe nicht getan – so viel gibt es zu sehen. Nach unserer Tour in Freudenstadt haben wir uns diesmal in Baiersbronn umgeschaut.
Los geht es an der Fischerhütte in Friedrichstal, wo während der Gartenschau ein zentraler Gastronomiepunkt geplant ist. Noch sieht’s da beinahe aus wie immer. Aber eben nicht ganz. Hinter der Hütte gibt es einen neuen Weg, zurzeit noch gesperrt.
Wozu der gut ist, erklärt Bürgermeister Michael Ruf nach der Tour am Telefon. Dieser kleine Weg führe später zum offiziellen Fußweg der Gartenschau. Denn hinter dem Gasthaus Schiff im Christophstal sollen während der Gartenschau Fußgänger und Radfahrer getrennt gelenkt werden. Die Radfahrer würden auf der offiziellen „Tour der Murg“ bleiben, Fußgänger auf einem Weg am Wald entlang geleitet. Bei der Fischerhütte treffen Fußgänger und Radfahrer dann wieder aufeinander.
Landschaftsgärtner am Werk
Doch zurück zur Gartenschau-Baustellentour. Nächste Station ist die Michaelskirche. Auf dem Weg liegen Gemeindearchiv und Mehrzweckhalle. Da sind die Außenarbeiten – samt Vorplatz – schon abgeschlossen. In der Halle, wo während der Gartenschau der „Treffpunkt Baden-Württemberg“ des Landes zu finden ist, folgt noch die Innensanierung.
Im Umfeld der Michaelskirche, schon bisher ein romantisches Fleckchen Erde, sind die Landschaftsgärtner gerade am Werk. In den Teichen glitzert das Wasser in der Sonne, eine hölzerne Bühne und Sitzstufen sind entstanden. So wird auch dieser Ort aufgewertet und vielseitiger nutzbar.
Und im Tal am aufwendig sanierten denkmalgeschützten Turmuhrenhaus, in dem seit einigen Monaten die Geschäftsstelle der Gartenschau ihren Sitz hat, gibt es jetzt das Tüpfelchen auf dem i: Der historische Brunnen, der – wie Ruf erklärt –wegen des Straßenbaus nicht an seinem alten Standort bleiben konnte, steht jetzt auf dem Platz vor dem Gebäude.
Schmuckstück im Werden
Wenige Schritte weiter ist wieder Baustelle angesagt: am Museum Königshammer. Das Gebäude – ein zentraler Punkt der Gartenschau – wird um einiges vergrößert. Und es scheint mit seinen Dachgauben ein echtes Schmuckstück zu werden. Zudem werden die Außenwände geschlossen, zur Straßenseite hin mit Glas.
Schräg gegenüber, übrigens auch von der Michaelskirche aus gut zu sehen, mausert sich der ehemalige Sportplatz zur zentralen Veranstaltungsfläche der Gartenschau, quasi der Einstieg ins „Xentrum“. Dieser große Veranstaltungs- und Ausstellungsbereich reicht bis zum Backhäusle, und beinahe überall wird gewerkelt. Direkt am Backhäusle laufen die Sanierungsarbeiten an der historischen Sandsteinbrücke.
Der Wein gedeiht
Der nächste Halt – jetzt schon im Mutterort – folgt an der geplanten Ausstellungsfläche mit Schwerpunkt Landwirtschaft direkt bei den Kleingartenanlagen. Dort, so heißt es auf einem Transparent, werden viele landwirtschaftliche Ausstellungshöhepunkte und der Pavillon des Landkreises zu finden sein. Und Baiersbronns erster Weinberg. Der ist schon da und scheint sich gut zu entwickeln. Die Rebstöcke, die Anfang Mai gepflanzt wurden, zeigen sich in üppigem Grün.
Großbaustelle am Bahnhof
Hinter dem Bahnhof: Großbaustelle. Dort laufen seit wenigen Wochen die Erschließungsarbeiten für das Gartendorf und die Vorbereitungen für den multimodalen Mobilitätsknoten, mit dem verschiedene Mobilitätsformen besser verknüpft werden sollen.
Ganz anders sieht es im künftigen Märchenpark aus, in den es in einem kurzen Abstecher über die Bundesstraße geht. Ein kleines Idyll samt plätscherndem Wasserfall, auch wenn die Sanierung der Konzertmuschel noch aussteht. In Zukunft soll es dort – wie an weiteren Stellen – auch virtuelle Elemente geben, die mit dem Smartphone genutzt werden können, nicht nur während der Gartenschau, sondern auch danach. Das Thema im Märchenpark: „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff.
Ein Hingucker ist der Schelklewiesen-Weiher geworden – samt meterhoher Fontäne. Was noch fehlt, sind die Bepflanzung und ein Steg, der ein Stück über den See reicht, so Ruf.
Übrigens: Wer sich ein wenig Zeit nimmt, dem schenkt die Fontäne in Zusammenarbeit mit der Sonne vielleicht sogar einen kleinen Regenbogen.