Im Zuge der Arbeiten für die Gartenschau wird unter anderem eine neue Ufermauer am Forbach geschaffen. Foto: Helga Michel

Es wird mächtig Gas gegeben im „Tal X“. Seit Jahren arbeiten Freudenstadt und Baiersbronn auf ihre gemeinsame Gartenschau 2025 hin. Und zurzeit ist gefühlt an jeder zweiten Ecke Baustelle. Da lohnt sich regelmäßiges Baustellen-Sightseeing, auch wenn dafür zuweilen Umwege angesagt sind.

Manche machen es in großen Gruppen und mit Führung – wie bei den Bürgerspaziergängen im Mai, andere organisiert in kleinen Gruppen, wieder andere auf eigene Faust mit der Familie oder Freunden: Baustellen-Gucken im Vorfeld der Gartenschau.

 

Und das Schöne daran: Es ist immer wieder interessant – denn es tut sich dauernd etwas. Allerdings sind Umwege mit einzuplanen oder vielleicht auch der Weg aus der anderen Richtung. Wo gebaut wird, gibt’s halt auch Sperrungen.

Da es richtig viel zum Schauen gibt, lässt sich das Ganze auch gut in zwei Touren aufteilen, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wir haben mal mit Freudenstadt angefangen. Als beinahe ständiger Begleiter ist das Plätschern des Forbachs beim Spaziergang durchs Tal mit dabei.

Abstecher Richtung Bärenschlössle

Vom unteren Marktplatz geht’s über die Adlerterrasse – inzwischen mit einer hölzernen Plattform – und die Adlersteige, die sich ganz schön verwandelt hat, hinunter ins Christophstal. Unten angekommen, kann es gut sein, dass ein stolzer Gockel samt munteren Hennen den Weg kreuzt.

Dann lohnt sich ein Abstecher wieder ein bisschen bergauf Richtung Bärenschlössle – da ist nun das Rund des Waldzimmers zu finden, das als grünes Klassenzimmer dienen soll. Weit fortgeschritten sind auch die Arbeiten an der Aktivfläche oberhalb – inklusive Rutschenanlage, Balance- und Spielelementen.

Noch ein bisschen alleingelassen wirkt dagegen die alte Feilenhauerei Bührle an der Talstraße. Aber auch dort soll sich etwas tun. Sie soll wiederbelebt werden – ein von Leader gefördertes Projekt, mit dem die Stadt Freudenstadt die Geschichte der Münzprägung erlebbar machen will, wie die Leader-Aktionsgruppe im Juli mitgeteilt hat. Auch das soll ein Beitrag zur Gartenschau werden.

Forbach bekommt eine neue Ufermauer

Ein bisschen weiter die Talstraße entlang: Vollsperrung und Großbaustelle. Dort wird nicht nur die Straße – inklusive Leitungen, Straßenbeleuchtung sowie Leerrohren fürs Glasfaser-Netz – saniert, sondern im Zuge der Arbeiten für die Gartenschau auch eine neue Ufermauer am Forbach geschaffen, da die alte Mauer nicht mehr standsicher war. Auch das Bachbett wird neu modelliert, um es für die Fische durchgängiger zu machen.

Der Forbach wurde für die Arbeiten in ein Rohr verlegt und fließt dann ein Stück weiter zurück in sein Bachbett. Die direkten Anlieger kommen über Holzstege zu ihren Häusern. Aber immerhin: Sie haben keinen Verkehr vor der Tür.

Und was tut sich auf dem ehemaligen Bürkle-Areal? Auf der früheren Industriefläche sind die künftigen Forbachgärten als neue Naherholungsoase immer mehr im Werden. Und da ist jetzt schon klar: Die dort entstehenden Spielmöglichkeiten, für die auch der Forbach miteinbezogen wird, werden spannend.

Viel getan hat sich auch auf der Baustelle „Aquaflora“ mit den großen Becken, wo während der Gartenschau unter anderem die Bachforelle im Fokus stehen soll. Zwei der Becken werden Schaubecken, eines für Fische, eines für Pflanzen, so Bernd Hettich, Sachgebietsleiter Tiefbau bei der Stadt Freudenstadt.

Wie die alte Rußhütte wieder neu entsteht

Und dann folgt schon die nächste große Baustelle: Von der kündet schon im Vorfeld eine ganze Armada von Containern mit jeder Menge Steinen. Es sind die nummerierten Steine der denkmalgeschützten Rußhütte, die nach dem Abbau an der Stuttgarter Straße in Freudenstadt im Christophstal wieder aufgebaut wird – Translozierung nennt man das Ganze. Einige Mauern der Rußhütte sind schon mehr als mannshoch.

Auch das Platzmeisterhaus direkt dahinter wird in die Gartenschau miteinbezogen. Die GbR Platzmeisterhaus will das Gebäude für Besucher öffnen. Der Garten, so Siegfried Schmidt, einer der drei Eigentümer, sei extra für die Gartenschau angelegt worden – von Brigitte Heinz nach Plänen der Architektin Sabine Rothfuß. Die Beete sind mit alten Schleifsteinen, die zum Haus gehören, eingefasst.

Und jetzt rückt Baiersbronn – beziehungsweise dessen Ortsteil Friedrichstal – schon ganz schön nah. Zeit ein wenig auszuruhen und sich die Baustellen auf Gemarkung Baiersbronn für eine weitere Tour vorzunehmen.