Es sind schlechte Zeiten für Messen: Besucher drehen jeden Euro dreimal um, sagt Dieter Maier, der mit der Diga in Weil am Rhein schmerzliche Erfahrungen gemacht hat.
Die erste Dia-Gartenmesse Anfang September lief nicht so gut wie erhofft. Wir haben Veranstalter Dieter Maier von der SüMa-Veranstaltungs-GmbH gefragt, wie es weitergeht.
Nach der etwas verwässerten Premiere im September: Wird die Diga Gartenmesse im kommenden Jahr wieder im Dreiländergarten in Weil am Rhein stattfinden?
Wir haben beschlossen, die Diga am Standort Weil nicht mehr durchzuführen. Dafür war die Qualität der Messe in diesem Jahr zu schlecht. Auch die Besucherzahlen waren enttäuschend.
Sie wollten ja mal bei den Ausstellern anfragen, ob weiterhin Interesse besteht, was hat sich daraus ergeben?
Über ein neues Konzept, eine etwas andere Messe in Weil rund ums Bauen und Wohnen haben wir vorübergehend nachgedacht, uns letztlich aber dagegen entschieden. Die Gründe dafür liegen auch bei unserem Mangel personellen Ressourcen. Eine langjährige Mitarbeiterin hat uns verlassen. Mit drei Vollzeitkräften, einschließlich mir, sowie zwei Aushilfen müssen wir uns auf das mögliche beschränken.
Was sind Ihre Pläne für 2026?
Wir werden insgesamt drei Diga-Gartenmessen durchführen an durchweg gut eingespielten Orten – in Bad Säckingen, auf der Rennbahn in Iffezheim und in Aldersbach bei Passau. Hinzu kommen zwei Märkte in Rheinfelden: das Cityfest vom 4. bis 7. Juni in bewährter Art und, ganz neu, am 5. und 6. September „Kunst & Klang“, ein Straßenmusikfestival mit Künstlermarkt. Dafür haben wir schon Buchungen.
Im globalen Rückblick auf 2025: Was lief gut, was lief nicht so gut für Sie?
Wir stellen große Veränderungen im Konsumgüterverhalten fest. Verglichen mit früher gibt es eine starke Kaufzurückhaltung angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung. Das liegt an den zunehmenden Lasten, die jeder Haushalt zu tragen hat.
Die Stimmung ist schlecht, sie müssen ja nur den Fernseher anmachen: Nichts als schlechte Nachrichten. In Rheinfelden, wo unser Unternehmen seinen Sitz hat, spreche ich mit vielen Leuten. Tenor ist: Das Geld sitzt nicht mehr locker.
Nehmen Sie Trendveränderungen bei den Messebesuchern wahr?
Ein langjährige Kunde von uns, Whirlpool, hat uns berichtet, dass es früher Spontankäufe gab auf Messen. Die Zeiten sind vorbei. Die Besucher denken heute dreimal darüber nach, ob sie Geld ausgeben wollen, das ihnen dann an anderer Stelle fehlt. Ich bin seit 1982 im Messegeschäft und muss feststellen: So eine Flaute beim Kaufverhalten haben wir noch nicht erlebt.
Gibt es weitere Herausforderungen?
Seit Corona kämpfen mit dem Problem, dass sich Aussteller damals nach etwas anderem umsehen mussten, und seither teilweise nicht zurückgekommen sind.
Die Folgen machen uns auch anderweitig noch zu schaffen. Ich warte jetzt noch auf die Schlussrate einer Rechnung für Hygienemaßnahmen in Höhe von 40 000 Euro, die ich bei der L-Bank eingereicht habe.
Zu Ihnen persönlich: Wie lange wollen Sie das noch machen?
Ich werde im April 68 Jahre alt und will kürzer treten, so etwa auf 50 bis 60 Prozent. Die Nachfolge für das Unternehmen ist geregelt für den Fall, dass ich ausfallen sollte.
Zur Person
Dieter Maier
(67) hat Großhandelskaufmann gelernt, ist „glücklich“ geschieden und Vater einer Tochter. 1982 machte er sich mit der Organisation von Märkten und Messen selbstständig. Er ist Geschäftsführer der Süma-Maier Veranstaltungs GmbH.