Moni Marcel liebt ihren Naturgarten und berichtet im Gespräch mit unserer Redaktion über die Vorzüge ihres kleinen Paradieses.
Er ist ein wahres Naturidyll, der Garten von Moni Marcel in Deißlingen. Auf 2000 Quadratmetern Fläche hinter dem einstigen Gasthaus Lamm, stehen Apfel-, Kirsch- und Mirabellenbäume, es gibt Weinstöcke, Beerensträucher, und in den Beeten wachsen Lauch, Knoblauch, Bärlauch, winterharter Ackersalat und Kräuter wild durcheinander.
Dieser Tage treiben die Obstbäume erste zarte Blüten.
„In den vergangenen Tagen habe ich den Winter mal aus den Beeten geholt“, erzählt Moni Marcel, die ihr Gartenparadies liebt, das ihr nicht nur Arbeit, sondern auch Erholung beschert, wie sie sagt.
Verborgene Schätze
Wenn sie in ihrem Garten arbeite, dann stoße sie beim Buddeln immer wieder auf Hinterlassenschaften des einstigen Gasthauses, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen. So zeigt sie einen alten Bügelverschluss der Pflug-Brauerei, verrostet und voller Lehm. Auch Flaschenöffner, Bierdeckel und sogar einen Ehering habe sie schon mal gefunden.
Liebhaber durchgeplanter Gärten dürften beim Anblick von Moni Marcels Naturparadies vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, doch sie setzt auf ihr Konzept. „Bei mir darf alles wachsen und ich schaue dann, ob ich‘s lasse, oder rausreiße“, sagt sie. Auf diese Weise hätten sich bei ihr schon Pflanzen angesiedelt, die sie nicht erwartet hätte, beispielsweise Johanniskraut und Pfefferminze. Und seit dem Hochwasser vor ein paar Jahren, bei dem viele neckarangrenzende Gärten überflutet waren, wachsen bei ihr auf der Wiese auch Tulpen und Narzissen. Die Zwiebeln sind beim Hochwasser wohl angeschwemmt worden.
Garten nachhaltig gestalten
Die Obstbäume sind gut 70 Jahre alt und geben im Sommer angenehmen Schatten. Viele ihrer Pflanzen hat sie selbst aus Samen gezogen. Im Moment warten noch Tomaten-, Paprika-, Rosenkohl- und Kürbispflänzchen drinnen auf der Fensterbank, bis es nachts frostfrei ist, und sie nach draußen dürfen. „Tomaten und Gurken habe ich aber im Gewächshaus“, sagt sie. Ihr ist es wichtig ihren Garten möglichst nachhaltig zu betreiben. So sammelt sie auch Samen, um sie dann wieder auszusähen.
„Das klappt hervorragend“, sagt sie. Pflanzen kaufe sie eigentlich nicht. „Ich setze eher auf Pflanzentauschbörsen, die es inzwischen eigentlich regelmäßig irgendwo gibt“. Zudem hat sie eine Rose aus dem Garten ihrer Oma in Ellwangen gepflanzt, Lilien aus dem Garten ihres Vaters, und einen Mammutbaum den sie geschenkt bekommen hat. „Es gibt Tutorials, wie man Pflanzen umsetzen kann und worauf man dabei achten muss. Das funktioniert sehr gut“, rät sie.
Der Geheimtipp
Sie versuche ihren Garten so pflegeleicht, aber sogleich so ertragreich wie möglich zu gestalten. Ihr Geheimtipp für gute Erträge: Schafwolle. „Sie düngt, wärmt und wehrt teils auch Schnecken ab“, sagt sie. Und Wolle gebe es unbehandelt direkt beim Schäfer.
„Mit den Händen im Garten zu arbeiten, das erdet und gleicht aus“, schwärmt sie und kann nur empfehlen es selbst auszuprobieren. Und für diejenigen, die sich ein Gebrauchthaus samt Garten zulegen, hat Moni Marcel eine Empfehlung parat: Im Garten nicht gleich alles rausreißen und neu anlegen, sondern erst mal schauen, was es alles gibt, und was wächst. „Der Schatten eines Baumes ist kühlender als jeder Sonnenschirm“, weiß sie. Und viel Grün sei gut für das Mikroklima. „Jeder Quadratmeter Garten ist wichtig für den Klimaschutz, jeder Quadratmeter Grün sorgt für weniger Hitze und bietet beste Erholung.“