Auch wenn die Eisheiligen noch bevorstehen, müssen Hobbygärtner nicht untätig bleiben. Welche Pflanzen bereits ins Beet dürfen und worauf man achten sollte.
„Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bis Sophie vorüber ist“, so lautet eine alte Bauernregel zur Gartenpflege im Frühjahr. Doch was muss eigentlich im Garten getan werden, bevor die „kalte Sophie“ am 15. Mai kommt? Unsere Redaktion fragt bei der Gärtnerei Müller in Villingendorf nach, welche Arbeiten im Frühjahr erledigt werden sollten.
Vor allem für Hobbygärtner sind sie ein Begriff: die Eisheiligen – Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie. Benannt wurden sie nach fünf katholischen Heiligen und dauern vom 11. bis zum 15. Mai an. Traditionell gelten diese Tage als die letzten Frostnächte des Frühlings. Aus diesem Grund kennt auch fast jeder Hobbygärtner die Regel, seine Pflanzen erst nach den Eisheiligen im Garten einzupflanzen.
Stauden schneiden und Hochbeete auffüllen
Doch auch schon vor der kalten Sophie kann einiges im Garten erledigt werden – etwa Rosenstauden zurückschneiden und Hochbeete auffüllen. „Unter anderem empfiehlt sich eine Startdüngung für den Rasen“, erklärt Johannes Mauch von der Gärtnerei Müller in Villingendorf. Er selbst ist bereits seit mehr als 25 Jahren in der Gärtnereibranche tätig.
Die ersten Samen können im April eingepflanzt werden
Auch die ersten Samen und Stecklinge können bereits im April eingesät werden – etwa Salat, Kohlrabi oder Radieschen. „Die vertragen ein bisschen Frost“, bestätigt Mauch. Ansonsten können Hobbygärtner im Frühjahr auch ein Frostschutz- oder Gemüsevlies verwenden.
Vorsichtig sein müsse man allerdings mit Zucchini, Gurken, Kürbis, Paprika, Tomaten oder Basilikum. Mauch warnt: „Die vertragen Kälte gar nicht gut.“
Dünger versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen
Eine andere Option ist die Verwendung von Dünger vor den Eisheiligen. Obwohl sich die Meinungen dazu laut Mauch oft spalten: „Dünger ist für viele ein rotes Tuch“, erklärt er.
Mineralischer Dünger wird oft kritisiert, da er in zu hohen Mengen der Umwelt und den Pflanzen schaden kann. Doch es gibt noch andere Arten von Dünger: biologisch, organisch oder auch Kompost. „Doch eine gute Versorgung durch Nährstoffe sollte einfach gewährleistet werden“, erklärt er.
Zählt im Garten Wetter oder Kalender?
Wiegen die Worte einer alten Bauernregel mehr als das aktuelle Wetter? „Nein, ich würde tatsächlich tendenziell eher nach dem Wetter statt nach dem Kalender gehen“, meint Mauch. Feste Termine gibt es im Garten nicht. „Die Sophie kontrolliert ja schließlich nicht das Wetter“, scherzt er.
Der Vegetationsbeginn kann von Jahr zu Jahr stark variieren. Das zeigt sich auch in der Phänologie der vergangenen Jahre – sie beschreibt den jährlichen Wachstums- und Entwicklungsprozess von Pflanzen in der Natur. „Im vergangenen Jahr haben die phänologischen Beobachtungen beispielsweise festgestellt, dass die Apfelblüte 18 Tage früher geblüht hat als im langjährigen Durchschnitt“, führt der Gärtner aus.
Im Sommer sei es allerdings sehr wichtig, aufmerksam die Veränderung des Wetters zu beobachten. „Wasser sollte man immer sparsam und effektiv einsetzen – das heißt im Gießkannen-Verfahren“, verrät er. Also die Erde punktuell aber dafür an diesen Stellen mit ausreichend Wasser versorgen.
Tipps für Hobbygärtner
Ein wichtiger Tipp für alle Hobbygärtner im Frühjahr: „Geduld mitbringen, das braucht man ohnehin beim Gärtnern“, sagt Johannes Mauch und lacht. Ungeduldige im Frühjahr müssen mit Wachstumshemmungen im Sommer rechnen, da die Pflanzen dann gegebenenfalls deutlich länger zum Wachsen brauchen.
Außerdem rät er weiter: „Man kann ruhig auch mutig sein und im Garten was ausprobieren. Pflanzen sind da anpassungsfähiger, als man denkt.“ Am Ende entscheidet das Wetter und nicht der Kalender.