Der scheidende Vorsitzende nennt die Gründe. Der verärgerte Bonndorfer gibt sogar seine Ehrenauszeichnung als Bezirks-Schiedsrichter-Obmann zurück.
Der Fußball-Bezirk Schwarzwald kommt einfach nicht mehr zur Ruhe. Nach dem Rücktritt von Schiedsrichter-Obmann Tobias Doering im März ist nun auch der Bezirksvorsitzende Guido Seelig (Bonndorf) mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Beide Rücktritte hängen auch zusammen mit dem heftig in die Kritik geratenen Schiedsrichter-Wesen in Südbaden um Verbandsobmann Ralf Brombacher.
Guido Seelig war seit 2021 Vorsitzender des Fußball-Bezirks Schwarzwald und leistete vor allem in den schweren Corona-Zeit mit seinem Vorstands-Team hervorragende und weitsichtige Arbeit.
Seelig ist nicht nur als Bezirksvorsitzender zurückgetreten, sondern hat sich auch als Schiedsrichter abgemeldet und seine Ehrenauszeichnung – damals als Bezirksschiedsrichter-Obmann – inzwischen zurückgegeben.
Die Begründung von Guido Seelig
Guido Seelig begründet seinen Rücktritt: „Die aktuellen Vorkommnisse, die negativen Berichte und das Handeln rund um das Schiedsrichterwesen sind für mich nicht mehr tolerierbar. Ich glaube auch nicht, dass sich diesbezüglich in naher Zukunft etwas ändert. Das Schiedsrichterwesen in ganz Südbaden steht vor einer schwierigen Zeit. In meinem gesamten Leben als Funktionär war es für mich wichtig, authentisch und berechenbar zu sein. Somit passt auch mein Rücktritt zu meinen Werten und zu meiner Einstellung. Auch die Arbeit im Fußballausschuss war für mich nicht immer einfach. Die Auffassung rund um den Amateurfußball war nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Das alles hat am Ende dazu geführt, dass ich zurückgetreten bin.“
Das sagt Werner Fichter
Werner Fichter, einer der beiden stellvertretenden Bezirksvorsitzenden, zeigt sich geschockt: „Mit dem Rücktritt von Guido Seelig habe ich wirklich nicht gerechnet. Es ist klar, dass durch seinen Rücktritt noch mehr Unruhe bei uns in den Fußball-Bezirk reinkommt und die Probleme nicht weniger werden. In erster Linie gilt es für uns, nun in zwei Wochen in Reiselfingen ordentlich unseren Bezirkstag abzuwickeln. Das weitere wird man sehen.“
Fichter verrät auch, wie beispielsweise angespannt das Verhältnis im Moment zwischen dem Fußball-Bezirk Schwarzald und Verbandsschiedsrichter-Obmann Ralf Brombacher ist. Bei der Schiedsrichterversammlung in Gütenbach am Freitag grüßten sich zwar Werner Fichter und Brombacher, „doch mehr gab es nicht zu besprechen“, drückt es der stellvertretende Bezirksvorsitzende deutlich aus.
Neuwahlen erst 2025
Beim Bezirkstag in Reiselfingen am Samstag, 13. Juli, wird – nach den Statuten – noch kein Nachfolger für Guido Seelig gesucht. Laut der Satzung müssen Werner Fichter und Udo Braun (Unadingen, der weitere stellvertretende Bezirksvorsitzende) das Amt von Guido Seelig bis zum Sommer 2025 kommisarisch übernehmen.
Werner Fichter stellt auch klar: „Als neuer Bezirksvorsitzender stehe ich nicht zur Verfügung.“ Der Peterzeller liebt viel eher die stille, fleißige Arbeit in der zweiten Reihe.