Einen Ort wie diesen gibt es im ganzen Zollernalbkreis nicht. Das sagte Ewimed-Geschäftsführer Egon Wiest beim „Grand Opening“ des Fundera Business Forums auf dem Nasswasen.
Im Hechinger Gewerbegebiet Nasswasen ist ein ebenso stylischer wie innovativer Ort entstanden: das Fundera Business Forum. Dabei handelt es sich zum einen um den neuen Firmensitz des bislang in Boll ansässigen, international tätigen Medizintechnikunternehmens Ewimed, zum anderen um einen modernen Businesscampus mit Coworking-Büros, Konferenz- und Veranstaltungsräumen sowie (öffentlicher!) Betriebsgastronomie. Das Gebäude, das am Mittwochnachmittag feierlich eröffnet wurde, erhebt den Anspruch, ein neuer wirtschaftlicher Treffpunkt für die Region Neckar-Alb, ein neues Herzstück des Medical Valley Hechingen zu werden.
Zum „Grand Opening“ des Forums versammelten sich Gäste aus Politik und Wirtschaft, Vertreter der am Bau beteiligten Firmen sowie das Who’s who der regionalen Medizintechnikbranche. Deren Grandseigneur Lars Sunnanväder begrüßte Ewimed-CEO Egon Wiest unter besonderem Applaus. Sunnanväder, so stellte Wiest fest, „hat viele Karrieren, auch die meine, maßgeblich gefördert.“
Start 1991 in Boll
Wiests Unternehmerkarriere begann 1991 mit der Gründung der Firma Ewimed im heimischen Boll. Heute zählt das Unternehmen, das sich auf die Drainage von Pleuraerguss (Wasser in der Lunge) und Aszites (Wasser im Bauchraum) spezialisiert hat, mehr als 500 Mitarbeitende in elf europäischen Ländern. „Wir sind weiter auf Expansionskurs und in unseren Märkten mit weitem Abstand Marktführer“, sagte Wiest. Die Ewimed-Beschäftigten seien motiviert, jeden Tag besser zu werden, um Onkologie- und Palliativpatienten Flüssigkeiten aus dem Brust- und Bauchraum zu entfernen, sie besser atmen zu lassen und ihre Symptome zu erleichtern.
Mit dem Umzug in das zweite Obergeschoss des Neubaus auf dem Nasswasen beginnt für Ewimed ein neues Kapitel. Das Medizintechnikunternehmen ist Ankermieter der Fundera GmbH, die zur selben Unternehmensgruppe gehört und das Business Forum betreibt. Mit dem Forum habe er sich einen alten Traum erfüllt, sagte Wiest. Ein solches Konferenzzentrum mit Tagungsräumen, Aufenthaltsbereichen und Gastronomie fehle in der Region, „seit es Schloss Haigerloch nicht mehr gibt“. Das Wort „Fundera“, erläuterte er, kommt aus dem Schwedischen und steht für „überlegen, nachdenken“. Genau das, so Wiest, sei der Sinn dieses Forums: ein Ort, an dem neue Ideen und Konzepte entstehen können.
Fundera-Geschäftsführer Georg Hähn stellte die verschiedenen Funktionen des Forums vor: flexible Coworking-Arbeitsplätze, die tage-, wochen- oder monatsweise buchbar sind, Konferenzräume für Workshops, Meetings und Schulungen, Netzwerkplattform für Start-ups, Freiberufler und Unternehmen und dazu eine hochwertige regionale Betriebsgastronomie, gemanagt von der Firma Stollsteimer, die in Hechingen schon die Kantinen von Bentley und Elco betreibt.
Offene Türen am 10. Mai
Die Symbiose aus alledem sei das landkreisweite Alleinstellungsmerkmal des Fundera Business Forums, betonte Hähn. Bezogen wurde der Neubau vor dreieinhalb Wochen. „Heute ist der Jump-Start von Null auf 500“, freute sich Georg Hähn. Am Sonntag, 10. Mai, hat die interessierte Öffentlichkeit bei einem „Family&Friends-Event“ von 14 bis 18 Uhr Gelegenheit, den Campus kennenzulernen. Ab 1. Juni ist die Betriebsgastronomie mittags nach Online-Reservierung für die Öffentlichkeit zugänglich, und am selben Tag öffnet auch die Buchungsplattform für die Räume auf fundera.de.
Als erster Gratulant trat Landrat Günther-Martin Pauli auf. Er beglückwünschte die Macher zu einem „gelungenen Werk“ und zu einem „neuen Geschäftsfeld, das den Zollernalbkreis stärker macht“. Gerade in so „wirren, weltpolitisch bedenklichen Zeiten wie diesen“ sei es „wichtig, dass Menschen Optimismus und Zuversicht verbreiten und ihre Träume leben“. Pauli bekannte offen, ein wenig „eifersüchtig“ darauf zu sein, was in Hechingen alles entstehe. „Ich weiß nicht“, schloss er, „ob der Landkreis es sich leisten kann, hier einmal zu tagen. Aber ich freue mich darauf, Ihre Küche zu testen. Denn die Kantine im Landratsamt wird vom Krankenhaus bestückt.“
Bürgermeister Philipp Hahn fand, das Fundera Business Forum passe hervorragend in die Stadt Hechingen. Das Gebäude stehe „für eine Idee, für einen Anspruch, für Architektur“, der gesamte Campus „für Innovation, Zusammenarbeit, Zukunft“. Ewimed-Chef Egon Wiest bescheinigte der Bürgermeister, mit seinem unternehmerischen Mut, mit Weitsicht, langem Atem und Unterstützung durch die Familie etwas aufgebaut zu haben, „das weit in die Region hinausstrahlt“. Im Fundera Business Forum, so zeigte sich Hahn überzeugt, könne „die Erfolgsgeschichte des Medical Valley weitergeschrieben werden“.
Architektonisch ambitioniert
Architekt Thilo Sprenger vom Hechinger Büro GanzArchitektur und Innenarchitekt Markus Schmidt von der Stuttgarter IF Group GmbH gaben Einblick in die architektonischen Ideen und in die gestalterischen Feinheiten des ästhetisch ambitionierten Neubaus, der zusammen mit dem benachbarten, 2024 fertiggestellten Lagergebäude ein Ensemble bildet und auf dem Grundstück noch Erweiterungspotential bietet.
Jazzige Hintergrundmusik spielte das Niko Halfmann Trio, während das Gastroteam der Firma Stollsteimer kulinarische Kostproben servierte und Egon Wiest und Georg Hähn Führungen durch das Gebäude anboten.