Pfarrer Thomas Mitzkus stand dem Gottesdienst auf dem Münsterplatz vor. Nicht nur Mitglieder des Bürgerwehr - und Trachtenvereins hörten ihm zu, sondern auch zahlreiche Gläubige, die anschließend den Ministranten und dem Pfarrer mit der Monstranz unter dem Baldachin durch die Straßen der Stadt folgten. Foto: Martin Disch

Jahr für Jahr finden sich Menschen, die für Fronleichnam Blumen sammeln, zupfen und Blumenteppiche zaubern für den 600 Meter langen Prozessionsweg in Villingen. Auch 2026.

Am „Herrgottstag“ um 4 Uhr sah man die Helfer wieder in der Innenstadt ihr Werk verrichten – Teppiche aus zig verschiedenen Blumen, kunstvoll gestaltet. Fronleichnam zählt zu den wichtigsten katholischen Feiertagen. Im Mittelpunkt steht die Eucharistie – also der katholische Glaube an die Gegenwart Jesu Christi in Brot und Wein beziehungsweise in der geweihten Hostie.

 

In Villingen gehört Fronleichnam seit Jahrhunderten zum Stadtbild. Beteiligt sind neben der katholischen Kirchengemeinde auch Fahnenträger, die unter anderem den Kolpingbanner tragen oder die Zunftfahnen, Kommunionkinder und Bläser. Die historische Innenstadt wird entlang des Prozessionswegs traditionell geschmückt mit Reisig, Fahnen und festlichem Dekor.

Ökumenisch wurde es schon um 8 Uhr als Mitglieder des evangelischen Posaunenchores von der Turmumrundung auf der Benediktinerkirche den Tag und das Fest begrüßten. Um 8.30 Uhr füllte sich der Münsterplatz, wo das Fest mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert wurde, der von Sängern aus der ganzen Stadt und Bläsern von der Stadtmusik musikalisch gestaltet wurde.

Mitzkus’ erstes Mal

Pfarrer Thomas Mitzkus zelebrierte den Gottesdienst mit Pfarrer Josef Fischer und Diakon Rupert Kubon. Mitzkus, der zum ersten Mal das Fest in Villingen beging, nahm in seiner Predigt Bezug auf das Brot und seine Bedeutung für Geist , Seele und Körper. „Soul Food braucht der Mensch“, so Mitzkus, auch im Bezug auf das „Brot des Lebens“, dem der Feiertag gewidmet ist. Nicht nur Gläubige müssen Situationen oder wie an diesem Tag Blumenteppiche als etwas sehen, dass der Seele gut tut. Der Chor unter Leitung von Roman Laub sang das Kyrie „Sanctus und Agnus“ aus der Taizé -Messe „missa pro Europa“, sowie weitere Taizé-Gesänge. Anschließend führte der Zug durch den mittelalterlichen Stadtkern und verband religiöse Liturgie mit städtischem Brauchtum. Im Zentrum des Geschehens stand der Priester der die Hostie verborgen in der Monstranz unter dem Baldachin durch die Stadt trug. Auf dem Münsterplatz endete traditionell die Prozession mit dem Loblied der Kirche „Te deum“( „Großer Gott wir loben dich“).

Ein Besuchermagnet

Während und nach der Prozession nutzten Passanten die Gelegenheit, die Blumenteppiche zu bestaunen, die religiöse und weltliche Motive zeigten, darunter auch ein aus Blüten komponiertes Villinger Stadtwappen in der Oberen Straße.