Mit dem Durchschneiden des Bandes wurde der erste Streckenabschnitt des Mountainbiketrails an der „Roten Steige“ offiziell eröffnet. Foto: Siegmeier

Der erste Abschnitt des Mountainbiketrails an der „Roten Steige“ ist offiziell eröffnet und bietet sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene ein aufregendes Fahrerlebnis.

Man könnte fast behaupten, dass es eine Rekordzeit ist, in der die Ehrenamtlichen der Radsportgruppe des Schneelaufvereins Rottweil und Fabian Hohl mit seinem Team von der „Trailfabrik“ den ersten Abschnitt des Mountainbiketrails an der Roten Steige erschaffen haben. Am Samstag wurde Einweihung gefeiert.

 

Und die Mountainbiker konnten es kaum erwarten, bis das gelb-schwarze Flatterband endlich durchtrennt war und sie endlich offiziell ins Tal sausen durften.

Unzählige Helfer am Werk

Im Februar sah das noch ganz anders aus. Da erklärte Rolf Schanz, Vorstandsmitglied des Schneelaufvereins, wo an der „Roten Steige“ dann irgendwann der Mountainbiketrail angelegt sein soll.

Schon damals waren unzählige Helfer bei der Arbeit, schlugen Schneisen in den Wald, räumten Laub, Erde, Äste und mehr weg, damit Fabian Hohl, ein erfahrener Streckenbauer, mit seinem Team ans Werk gehen, und den Trail passgenau anlegen konnte.

Das „Trailfieber“ indes hatte die Mountainbiker schnell gepackt, und so wurden Wochenende für Wochenende ehrenamtliche Arbeitsstunden im Wald geleistet.

Rote und blaue „Piste“

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zwei Streckenführungen gibt es: eine rote und eine blaue. „Das ist wie bei der Skipiste“, erklärte Rolf Schanz: Die blaue Strecke, die den Namen „Blue Salty Willy“ trägt, ist leicht und für Anfänger geeignet, während die rote Strecke mit dem Namen „Holzhaldemale“ mittelschwer ist und eher für Leute, die schon etwa Übung haben.

„Heute ist ein besonderer Tag. Für den Schneelaufverein, für die Stadt Rottweil und die Region, für die Trailfabrik, für den Mountainbikesport und alle Radsportbegeisterten generell sowie auch ganz speziell für mich persönlich“, betonte Mark Bläsius, Leiter der Radsportgruppe.

Mehr als 1000 ehrenamtliche Stunden geleistet

Seit dem allerersten Artikel zu dem Vorhaben seien mittlerweile drei Jahre und neun Monate vergangen, und die Radsportabteilung habe weit mehr als 1000 ehrenamtliche Stunden geleistet, davon knapp 800 „am Berg“. Seit Februar sind 19 Bautage der Radsportgruppe verzeichnet und 37 Bautage der Trailfabrik.

1,3 Kilometer lang sind die beiden Streckenabschnitte ins Tal, weitere werden folgen, die ersten roten Fähnchen für den Streckenverlauf stecken bereits im Wald. Die beiden Abschnitte seien dank der Unterstützung von Kreissparkasse (roter Trail) und Volksbank (blauer Trail) entstanden, so Bläsius weiter.

Das ist erst der Anfang

Die beiden Strecken würden mehr bieten als nur ein sportliches Angebot. „Sie stehen für Gemeinschaft, Bewegung und Naturerlebnis. Sie zeigen, was entstehen kann, wenn viele zusammenarbeiten: die Kommune, ein engagierter Verein, Experten, freiwillige Helfer und natürlich alle anderen, die ihre Unterstützung, Ideen und Leidenschaft miteingebracht haben. Und sie zeigen auch eins ganz deutlich: Das hier ist kein Schlusspunkt, sondern ein Startpunkt. Wir haben heute etwas eröffnet – und zugleich den Grundstein gelegt für viele weitere Ideen, Begegnungen und Abenteuer auf zwei Rädern“, sagte der Leiter der Radsportgruppe.

Paradebeispiel für Zusammenarbeit

Auch Oberbürgermeister Christian Ruf war sichtlich beeindruckt vom Baufortschritt der „Geschichte, die schon sehr lange im Gespräch ist“, wie er sagte. Bereits als er vor zehn Jahren nach Rottweil gekommen sei, habe man darüber bereits diskutiert. Umso schöner sei es nun, dass es nun erste sichtbare Erfolge gebe.

Er machte aber auch deutlich, wie viele Behörden bei solch einem Vorhaben einbezogen seien. Das mache die Sache nicht gerade leichter. „Ich sehe den Singletrail als tatsächliche Naturschutzmaßnahme. Denn das Fahren mit Fahrrädern im Wald, das gibt es auch ohne diese Singletrails, dann aber unkoordiniert und ungesteuert“, so der Oberbürgermeister. Die Trails würden die Ansprüche bündeln.

Ruf sei froh, dass es mit der Radsportgruppe Fachleute auf dem Gebiet gebe. Über den Kontakt von Christof Burkard vom Schneelaufverein habe sich eine Zusammenarbeit entwickelt, die sich als fruchtbar erwiesen habe. „Das ist ein Paradebeispiel für die städtische Zusammenarbeit mit den Vereinen“, lobte Ruf.

Bis zur Landesgartenschau fertig

„Ich bin sehr stolz, dass unsere Vereinsmitglieder so etwas wahnsinnig Geniales hier erschaffen haben“, würdigte Schneelaufvereinsvorsitzender Florian Fischer die Arbeit. „Ich bewundere die Trailfabrik – was Fabian Hohl mit seinem Team hier in den Berg reingezaubert hat“, würdigte Fischer das Engagement, bevor die Strecke mit dem gemeinsamen Durchschneiden des Bandes offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Bis zur Landesgartenschau sollen die Trails komplett fertig sein. Das Projekt ist in Kooperation zwischen der Stadt Rottweil und dem Schneelaufverein entstanden und soll als zusätzliches Sportangebot eine Lücke im Rottweiler Freizeitangebot schließen.

Wer Interesse hat, mitzubauen, der kann sich über die Homepage des Schneelaufvereins unter www.svrw.de oder Instagram informieren und bei Mark Bläsius unter radsport@svrw.de anmelden.