Die Lorettostraße im Freiburger Stadtteil Wiehre soll zu einer Schulstraße werden.
In Freiburg hoffen rund um die Lorettoschule im Stadtteil Wiehre viele Menschen darauf, dass die Stadtverwaltung möglichst schnell handelt und die Lorettostraße in eine Schulstraße umwidmet. „Es ist schließlich nur eine Frage der Zeit, bis etwas Schlimmes passiert“, sagt Max Trommsdorf vom Bündnis Lorettostraße, das sich schon seit einigen Jahren um die Verkehrssicherheit in der viel befahrenen Straße sorgt.
Im Umfeld der Grundschule gilt zwar Tempo 20, zudem gibt es zwei Zebrastreifen, eine Fußgängerampel und einen Blitzer. Trommsdorf und seine Mitstreiter, darunter betroffene Eltern sowie Vertreter der Lorettoschule mit ihren mehr als 400 Grundschülern, sind damit jedoch nicht zufrieden. Immer wieder gebe es „brenzlige Situationen“.
Als Schulstraße könnte die Lorettostraße zu Stoßzeiten morgens und mittags komplett gesperrt werden. Diese Möglichkeit eröffnet ein Erlass der Landesregierung (siehe Info) und genau so stellt es sich das Bündnis die Lösung vor.
Händler sehen eine Schulstraße skeptisch
Auch die „Elterntaxis“ müssten dann draußen bleiben, betont Trommsdorf. „Deren Zahl ist aber im Fall der Lorettostraße ohnehin überschaubar und liegt bei etwa fünf Prozent der Eltern. Großteils stehen die Eltern hinter unserer Forderung.“ Neben der Unfallgefahr sei auch die hohe Feinstaubbelastung in der engen Straße ein wichtiges Thema.
Eine Herausforderung stellen die anliegenden Geschäfte dar. „Da haben wir viele Gespräche geführt“, sagt Trommsdorf. Letztlich brauche der gesamte Stadtteil jedoch ein neues Verkehrskonzept. Allein durch die Lorettostraße fahren nach Angaben der Initiative täglich rund 6000 Autos. Viele Anwohner sehnten sich nach Entlastung. Bei den Läden sei die Sichtweise auf das Thema jedoch „teils, teils“: Einerseits gebe es Verständnis, andererseits müsse man praktikable Lösungen für den notwendigen Lieferverkehr finden.
Die Initiative sieht jetzt die Stadt am Zug. Auf ein entsprechendes Schreiben an das zuständige Garten- und Tiefbauamt (GuT) habe man vor drei Jahren lediglich eine Eingangsbestätigung erhalten, aber keine konkrete Antwort. Mit dem neuen Landeserlass im Rücken und einem weiteren Schreiben an die Stadtverwaltung hofft man nun auf Bewegung. Zudem erhoffe man sich, dass Vertreter des GuT zum Straßenfest am 28. September in der Lorettostraße kommen und die Anliegen der Bürgerschaft und der Schulkinder anhören.
Stadt will erst die Gesamtsituation prüfen
Ob das gelingt, entscheidet sich kommende Woche im Amt, erklärt Rathaussprecherin Linda Widmann. Der zuständige Experte sei gerade noch im Urlaub. Zum Wunsch, die Lorettostraße in eine Schulstraße umzuwandeln, könne man derzeit noch nichts sagen.
„Als Verwaltung müssen wir prüfen, welche Maßnahmen geeignet sind, um die Verkehrssituation zu entschärfen“, so Widmann. „Dabei gilt es viele Faktoren zu beachten: Welche Funktion hat die Straße? Welche Auswirkungen hätte eine temporäre Sperrung auf die Anlieger? Wie schafft man Akzeptanz bei den Eltern und vieles mehr.“
Die Debatte um die Zukunft der Lorettostraße hat wohl gerade erst begonnen.