In der Rietheimer Straße in Villingen brennt ein Wohnhaus. Foto: Marc Eich

Dramatischer Wohnungsbrand in Villingen: Weil die Fluchtwege beim Feuer in einem Mehrfamilienhaus abgeschnitten sind, flüchten Mutter und Tochter auf das Dach. Es gibt drei Verletzte.

Es sind schlimme Momente, die Mutter und Tochter am Montagmorgen bei einem Wohnungsbrand in Villingen durchstehen mussten – bis die Feuerwehr zur Hilfe kam und sie aus einer dramatischen Lage rettete.

 

Gegen 6.30 Uhr brach in einem Mehrfamilienhaus in der Rietheimer Straße ein Feuer aus. Es griff ersten Angaben zufolge zunächst von einem Zimmer im ersten Obergeschoss auf die Wohnung über – offenbar in Abwesenheit des Bewohners, der bereits auf der Arbeit war.

In Windeseile breiteten sich die Flammen und insbesondere der giftige Rauch in dem Haus aus und schnitten auch den Bewohnern des Dachgeschosses die Fluchtwege ab. Während der Sohn sich barfuß aus der brenzligen Lage selbst befreien konnte, blieb Mutter und Tochter wohl nichts anderes übrig, als über ein Dachfenster ins Freie zu klettern.

Als die Feuerwehr wenige Minuten nach dem Alarm am Einsatzort antraf, schrie die Frau um Hilfe. Während die Drehleiter positioniert wurde, quoll dichter, schwarzer Rauch aus der darunterliegenden Wohnung – nun kam es auf jede Minute an.

Mutter, Tochter und Sohn verletzt

Dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr war es schließlich zu verdanken, dass weder Mutter noch Tochter schwere Verletzungen davontrugen. Laut DRK-Einsatzleiter Dirk Sautter erlitten beide Rauchgasvergiftungen, die Mutter darüber hinaus wohl leichte Verbrennungen. Auch der Sohn erlitt leichte Verletzungen.

Die Verletzten wurden von zwei Notärzten versorgt und anschließend mit drei Rettungswagen ins Klinikum gebracht. Die weiteren Bewohner, darunter auch eine ältere Dame, wurden von Kräften des DRK-Ortsvereins Villingen betreut.

Flammen schlugen aus den Fenstern

Nachdem die Menschenleben gerettet waren, lag der Fokus der Feuerwehr schließlich auf den Löschmaßnahmen. Die Flammen schlugen nach einigen Minuten aus den Fenstern und aus dem Balkon. Über mehrere Rohre brachten die Einsatzkräfte das Feuer jedoch schnell unter Kontrolle.

Ein Trupp unter Atemschutz verschaffte sich zudem Zutritt zu der Wohnung. Ein geschmolzenes Visier verdeutlichte, dass Temperaturen von mehreren hundert Grad in der Wohnung herrschten. Sie konnte nicht mehr gerettet werden. Auch die darüberliegende Einheit ist vorerst nicht mehr bewohnbar. Wie es mit der Wohnung im Erdgeschoss aussieht, stand zunächst nicht fest.

Wie kam es zum Brand?

Unklar ist darüber hinaus, wie es zu dem Feuer kommen konnte. Der betroffene Bewohner wurde von der Polizei befragt. Auch der Angriffstrupp, der unter Atemschutz im Inneren der Wohnung war, lieferte Informationen über den möglichen Ausbruch des Feuers.

Vor Ort waren neben einem erweiterten Löschzug der Feuerwehr Villingen-Schwenningen mit rund 35 Einsatzkräften der Rettungsdienst, ein THW-Fachberater, Feuerwehrsanitäter sowie mehrere Streifen der Polizei.