Das Bürgerbegehren zur Windkraft im Wisoch rückt näher. Bürger im Raum Fluorn-Winzeln und Oberndorf konnten sich nun ein realistisches Bild der möglichen Anlagen machen.
Parallel zur Landtagswahl am 8. März ist es so weit. Sowohl in Oberndorf als auch in Fluorn-Winzeln dürfen die Bürger darüber abstimmen, ob die beiden Kommunen das Windkraftvorhaben im „Wisoch“ unterstützen sollen oder nicht. Dabei geht es bei dem Bürgerbegehren ausschließlich um kommunale und nicht um private Flächen.
Einer der Hauptkritikpunkte der Gegner ist die Höhe der geplanten Anlagen. Mit 175 Meter Nabenhöhe und gut 260 Meter Gesamthöhe (bis zur Flügelspitze) wären die geplanten Windräder nicht zu übersehen. Wie würde sich das Landschaftsbild dadurch verändern?
Eindruck von Größe der Anlagen
Das „Forum Energiedialog“ – ein Angebot des Landes Baden-Württemberg – hatte am vergangenen Samstag zu mehreren Vor-Ort-Terminen eingeladen. An fünf ausgewählten Orten im Raum Oberndorf und Fluorn-Winzeln konnten sich interessierte Bürger mit Hilfe von Tablets Visualisierungen vom aktuellen Planungsstand des Windparks Wisoch anschauen und sich so selbst einen Eindruck von der Größe der möglichen Windenergieanlagen verschaffen.
Möglich gemacht wurden die Visualisierungen mit Hilfe einer „Augmented-Reality“-App. Dabei wurden die Windenergieanlagen als digitale Elemente im Kamerabild des Tablets eingeblendet.
Großes Interesse trotz Regenwetter
Das Interesse an den Terminen war – wie schon am Vortag bei den Markplatzgesprächen – groß. Trotz Dauerregen machten sich Dutzende Interessierte auf den Weg zu den Standorten. Beim Feuerwehrhaus in Fluorn-Winzeln waren die Teilnehmer dank eines Daches vom Regen geschützt. Auch einige Gemeinderäte sowie Bürgermeister Rainer Betschner waren gekommen.
Sarah Knöll vom Forum Energiedialog stellte zu Beginn das Programm vor. Die Datengrundlage stamme von der Badenova. Die Technik ermögliche es, einen „realistischen Eindruck“ davon zu bekommen, wie es einmal aussehen könnte. Fünf Anlagenstandorte seien derzeit geplant. Klar sei, dass es eine „optische Veränderung“ gebe.
Besucher stellten Fragen
Davon konnte man sich mithilfe des Tablet-Bildschirms überzeugen. Rot angezeigt wurde dabei das eine Windrad, das auf gemeindeeigener Fläche stehen würde. Viele machten von dem Angebot Gebrauch. Dank mehrerer Tablets konnten die Visualisierungen gruppenweise betrachtet werden. Einige Besucher stellten Fragen oder fachsimpelten rund um das Thema Windkraft und Energie. Neben drei Vertretern des Forums Energiedialog stand auch Wolfgang Markensteiner von der Badenova für Fragen zur Verfügung.
Gleiches Spiel beim Spielplatz Lohwiesen in Beffendorf. Auch hier war das Bürgerinteresse groß. Bürgermeister Matthias Winter war ebenfalls gekommen und unterhielt sich angeregt mit den Besuchern. In Oberndorf wird über zwei Anlagen, die auf städtischen Waldflächen geplant sind, abgestimmt.
Speicherkapazität war Thema
Ein betroffener Anwohner sprach das Thema Schattenwurf an. Andere machten sich bereits Gedanken über die Speicherkapazitäten oder kritisierten, dass es schon zu viele Windräder in der Region gebe.
Jeweils rund eine Dreiviertelstunde wurde informiert, Fragen beantwortet und diskutiert. Für das Team ging es weiter zum nächsten Standort. Die weiteren Stationen nach Fluorn (Sportplatz), Winzeln und Beffendorf waren Lindenhof und Hochmössingen.