Geislingen muss im neuen Haushalt viel Geld in die Hand nehmen Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

In der Sonnenstadt sieht es zahlentechnisch nicht sonderlich erheiternd aus. Dem Gemeinderat von Geislingen wurde der Haushalt präsentiert.

Die Einbringung des Haushaltsplans stand in der jüngsten Sitzung des Geislinger Gemeinderats an. „2026 wird uns fordern“, sagte Bürgermeister Oliver Schmid eingangs seiner Haushaltsrede. Die Verwaltung verstehe das knappe Budget als Chance, Prioritäten zu setzen. „Unsere Herausforderungen liegen nicht in einmaligen Investitionslücken, sondern in dauerhaft unterfinanzierten Pflichtaufgaben, in steigenden Sozialausgaben des von uns mitfinanzierten Zollernalbkreises, in immer neuen gesetzlichen Vorgaben ohne ausreichende Gegenfinanzierung und in einer kommunalen Finanzarchitektur, die seit Jahren aus dem Gleichgewicht geraten ist. Sondervermögen lindern Symptome, aber sie ersetzen keine verlässliche, nachhaltige und faire Finanzierung der kommunalen Ebene.“

 

Schwerpunkte liegen im Bereich Bildung

Die Schwerpunkte setzt Geislingen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur, Klimaschutz und Energieeffizienz, Feuerwehr, Ehrenamt sowie Kultur. Die größte Einzelmaßnahme ist der Anschluss der Kläranlage an das Balinger Verbandssystem, was für 2026 mit 2,3 Millionen Euro vorgesehen ist. Einen weiteren Batzen Geld erfordert der zentrale Kreisverkehrsplatz vor der Kirche. Sobald der im März erwartete Förderbescheid vorliegt, soll die Maßnahme ausgeschrieben werden.

Der Geislinger Friedhof wird um ein Grabfeld für Urnen und Sargbestattungen erweitert. Der Haushalt sieht dafür 405 000 Euro vor. Außerdem wirken sich folgende Maßnahmen besonders auf die Kasse aus: Sanierung des Belags im Gewerbegebiet Geislingen (420 000 Euro), Sanierung der Kirch- und Honigstraße Erlaheim (280 000 Euro), Kanalerneuerung im Zuge der Eigenkontrollverordnung (200 000 Euro), Erneuerung des Pumpwerks in der Müllergasse (225 000 Euro), Erweiterung des Gewerbegebiets (200 000 Euro), landwirtschaftliche Wege Binsdorf (140 000 Euro, 40 Prozent davon gefördert), Ausbau für Ganztagesbetreuung (100 000 Euro), Planbüro für den Feuerwehrneubau (90 000 Euro).

An die 5 893 000 Euro fallen für das Personal an. Die erhöhten Kosten gegenüber 2025 sind zurückzuführen auf tarifliche Entgeltsteigerung, Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns sowie eine weitere Stelle in der Kämmerei und personelle Verstärkung im Grundschulbereich.

Am Ende steht ein Minus unter dem Strich

Kämmerer Oliver Juriatti gab dem Gremium einen Überblick über die Zahlen. Der für 2025 beantragte und genehmigte Kredit in Höhe von 2,3 Millionen Euro musste nicht in Anspruch genommen werden. Damit wurde im fünften Jahr in Folge der Schuldenstand reduziert – um insgesamt 1,569 Millionen Euro.

Der Ergebnishaushalt sieht für das Jahr 2026 ordentliche Erträge von rund 17,8 Millionen Euro vor. Dem gegenüber stehen ordentliche Aufwendungen von rund 20,8 Millionen Euro. Das veranschlagte Gesamtergebnis liegt bei einem Minus von rund 2.680.500 Euro. „Um diesen Betrag übersteigen die Aufwendungen die Erträge, das heißt die Abschreibungen können nicht vollständig erwirtschaftet werden. Dieses unausgeglichene Gesamtergebnis kann wohl gerade so durch positive Ergebnisse aus Vorjahren ausgeglichen werden“, erläuterte Juriatti.

Im Finanzhaushalt sind aus

der laufenden Verwaltungstätigkeit Einzahlungen in Höhe von 17,3 Millionen Euro und Auszahlungen von 18,9 Millionen Euro eingeplant. Dies ergibt einen Zahlungsmittelbedarf von rund 1,57 Millionen Euro. Es können in 2026 damit weder die notwendigen Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit vollständig erwirtschaftet, noch die Tilgungsleistungen in Höhe von rund 368 000 Euro bestritten werden. „Die vorläufigen Rechnungsergebnisse der Vorjahre lassen entgegen der jeweils vorsichtig angesetzten Planung im Ergebnis jedoch auf ein besseres Ergebnis hoffen. Dennoch ist der Ergebnishaushalt dringend konsolidierungsbedürftig, dies ist auch die Einschätzung der Rechtsaufsichtsbehörde“, lautet das Fazit des Kämmerers.