Gut besucht war der Festakt zur 750-Jahr-Feier in Weilheim. Neben Bürgermeister Philipp Hahn (vorne links) waren auch zahlreiche Vertreter des Gemeinderats und der Ortschaftsräte aus ganz Hechingen zu Gast. Foto: Roth

Mit einem großen Festakt in der Turn- und Festhalle hat der Hechinger Stadtteil Weilheim seine Jubiläumswoche eingeläutet. Wir haben Eindrücke von der Veranstaltung zusammengestellt.

Das kann wohl kein anderer der acht Hechinger Stadtteile von sich behaupten: Weilheim hat seinen eigenen KI-generierten Song, der die Ortschaft sehr treffend beschreibt. Darin ist unter anderem vom allgegenwärtigen Storch, der Urbanskapelle und der „Hutzel-Tour“ die Rede. Im Refrain heißt es: „Wir lieben Weilheim. Unser Herz schlägt hier.“

 

Präsentiert wurde das Weilheimer Lied als finaler Höhepunkt zum Ende des offiziellen Teils der Feierlichkeiten am Montagabend in der Turn- und Festhalle. Bildlich untermalt wurde der gesangliche Teil von einem „Überraschungsfilm“, wie Ortsvorsteher Gerd Eberwein sagte. Sein Sohn Bastian habe diesen geschnitten. Zum Weilheimer Lied betonte Gerd Eberwein: „Wir haben die KI mit den wichtigen Stichpunkten zu Weilheim gefüttert. Einen Tag später kam dieses Lied dabei heraus. Ich finde, es trifft den Nagel auf den Kopf.“ Die Begeisterung war auch unter den Gästen spürbar. Das Lied wird in der Festwoche noch mehrmals zu hören sein. Unter anderem beim Seniorennachmittag, der an diesem Mittwoch, 9. Juli, stattfindet.

Stolz auf Engagement

Den Festakt zum Auftakt der Jubiläumswoche, die den 750. Geburtstag der erstmaligen urkundlichen Erwähnung Weilheims feierte, besuchten zahlreiche Gäste – so viele, dass in der Turn- und Festhalle sogar nachgestuhlt werden musste. Ortsvorsteher Gerd Eberwein erklärte in seiner Begrüßung, dass solch ein Jubiläum ein guter Anlass sei, Leistungen aus der Vergangenheit zu würdigen, gleichzeitig aber auch nach vorne zu schauen. Er blicke mit stolz auf das aktive Weilheimer Vereins- und Kulturleben. Das Engagement zeichne den Ort aus.

Bestes Beispiel sei die Organisation der Jubiläumswoche, die den zuständigen Arbeitskreis über ein Jahr in zahlreichen Sitzungs- und Arbeitsstunden beschäftigt habe. „Wir zeigen erneut, dass kleine Orte Großes auf die Beine stellen können.“

Römer und Alemannen

Bürgermeister Philipp Hahn gratulierte den Weilheimern in seinem Grußwort und hob zehn zentrale Meilensteine in der Geschichte des Ortes hervor. Er streifte die Historie Weilheims von der nachgewiesenen Besiedlung durch die Römer zwischen 100 und 260 nach Christus über Ausgrabungen, die auf eine alemannische Siedlung bei Weilheim im siebten Jahrhundert nach Christus hindeuten.

Er erinnerte auch an Ereignisse in Weilheim, die heute in schlechter Erinnerung sind: So beispielsweise die Nacht vom 13. auf den 14. August 1932, als sich nach einem Gewittersturm ein Feuer entzündete, welches schlussendlich sieben Bauernhäuser und sieben Scheunen in Schutt und Asche legte – trotz immensem Feuerwehreinsatz, in dessen Verlauf gar eine Schlauchleitung mit einem Kilometer Länge verlegt wurde. Anschließend ging es Weilheim – abgehängt vom Schienenverkehr und durch den Straßen- sowie Wasserleitungsbau belastet, wirtschaftlich schlecht.

Bewegte Nachbarschaft

Bewegt sei auch die Nachbarschaft zum Schloss Lindich verlaufen. Im zweiten Weltkrieg waren dort die SA und die Wehrmacht stationiert, nach 1945 wurde die Residenz als Lazarett genutzt, in welchem 1947 leider acht junge deutsche Soldaten gestorben sind. Damals hätten die Weilheimer Bürger den kranken und hungrigen Patienten am Sonntag nach der Kirche Kuchen und Lebensmittel gebracht. Ein Zeichen für das große Herz der Weilheimer.

Festwochenende steht an

Philipp Hahn würdigt Weilheim abschließend als selbstbewussten Stadtteil mit „eigenem Charakter und einer hohen Lebensqualität“. Seien es die Teilnahmen an „Unser Dorf hat Zukunft“ oder der Radweg des Schwäbischen Streuobstparadieses. Nach einem weiteren Vortrag zur Historie Weilheims durch Otto Bogenschütz nahm die Feier ihren Lauf. Bewiesen haben die Weilheimer erneut, dass sie feiern können, wie Ortsvorsteher Eberwein betonte. Und die große Festsause am Wochenende steht erst noch bevor.