Die Nähe zu Basel macht Eimeldingen für Urlauber attraktiv, Ferienwohnungen sind gefragt, doch der Wohnraum für Mieter soll geschützt werden.
Der Wohnungsmangel in Deutschland hat einer neuen Studie zufolge ein Rekordhoch erreicht. Aktuell fehlen bundesweit rund 1,4 Millionen, in Baden-Württemberg sind es knapp 200 000 Wohnungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Pestel-Instituts im Auftrag des Bündnisses Soziales Wohnen. Dazu gehören unter anderem der Deutsche Mieterbund und die Industriegewerkschaft Bau.
Entsprechend fehlt es auch in Eimeldingen wie im gesamten Landkreis Lörrach an regulärem Wohnraum, den Ferienwohnungen zusätzlich verknappen, wie Eimeldingens Bürgermeister Oliver Friebolin im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt.
Im Dorf selbst mit seinen rund 2500 Einwohnern gibt es laut einer bekannten Internet-Hotelplattform fünf Angebote an Ferienwohnungen und Appartements, die für die Eigentümer auch Chancen bieten. Denn Ferienwohnungen können für sie ein Zusatzeinkommen bieten, zum Beispiel auch für Landwirte.
Darüber hinaus können auch Städte und Gemeinden von zugereisten Gästen profitieren. Denn der Tourismus ist der Strategie des Landkreises zufolge ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der Einnahmen und Arbeitsplätze in Hotels, Gastronomie und Einzelhandel sichert.
Ländlichen Raum stärken
Zudem soll dadurch der ländliche Raum gestärkt werden, der mehr als 50 Prozent der Fläche des Landkreises ausmacht. „Der Tourismus ist entscheidend für die Entwicklung dieser Gebiete“, heißt es. Investitionen in den Tourismus steigerten zudem den Gemeinschaftsstolz und das Identitätsgefühl.
Da überrascht es also kaum, dass der Landkreis Lörrach in seiner neuen Tourismusstrategie seit Juli individuelle Übernachtungsmöglichkeiten als zentral betrachtet. Darüber hinaus hatte das Landratsamt im vergangenen Jahr auch Workshops für Gastgeber zum Thema „Ferienwohnung anbieten“ veranstaltet.
Mit der Nähe zu Basel punkten
In Eimeldingen werden Übernachtungsmöglichkeiten mit der Nähe zu Basel in ländlicher Umgebung beworben. Die Noten, die auf der Internetplattform dafür vergeben werden, reichen von „hervorragend“ bis „außergewöhnlich“. Da wundert es kaum, dass auch in direkter Nachbarschaft wie in Binzen und Ötlingen Ferienwohnungen angeboten werden.
Dennoch will Friebolin den regulären Wohnraum in Eimeldingen schützen, für Mieter erhalten und das Umwandeln in Ferienwohnungen zumindest begrenzen. So ließe sich über den Bebauungsplan das Verhältnis Wohnraum zu Ferienwohnung regeln. Dieser legt fest, ob ein Gebiet als reines/allgemeines Wohngebiet oder Sondergebiet zur Erholung ausgewiesen ist.
Ferienwohnungen anderswo teils ausgeschlossen
In Wohngebieten ist die gewerbliche Vermietung an wechselnde Gäste in der Regel unzulässig, da sie als „nicht wohnen“ gilt. Ausnahmen können kleine, untergeordnete Einheiten sein. Friebolin weiß von größeren Gemeinden, die Ferienwohnungen teils ausschließen: „Dasselbe überlegen wir auch für Eimeldingen.“
Für Baden-Württemberg wird sich der Wohnungsmangel bis 2030 in Baden-Württemberg dramatisch verschärfen, die Studie des Pestel-Instituts weist ein Defizit von 196 000 Wohnungen aus. Auf bis zu 362 000 Wohnungen steige der Bedarf bis zum Jahr 2030. Diese Entwicklung wird wohl auch in Eimeldingen und der ganzen Region spürbar werden.