Lysander Skoda (ganz rechts) hat sich in dieser Saison schon mehrmals als Seemanns Matchwinner entpuppt. Foto: Andreas Wagner

Der FC Holzhausen befindet sich mitten im Offensiv-Umbruch, doch auf einen kann sich der Verbandsligist von Trainer Daniel Seemann verlassen: Lysander Skoda.

Tore sind für den FC Holzhausen aktuell wichtiger denn je, denn der Zweitplatzierte hat mit elf Gegentoren in 14 Spielen die beste Defensive der Verbandsliga – offensiv befindet sich das Team von Neu-Coach Daniel Seemann aber noch mitten im Umbruch.

 

Dreifacher Skoda bringt Holzhausen auf die Siegesspur

Dadurch gab es für Holzhausen schon mehr als nur eine spannende Partie, die der FCH jedoch meist für sich entscheiden konnte. So auch vor ein paar Wochen, als Holzhausen zunächst auswärts beim SV Fellbach mit 2:1 gewann und anschließend daheim ein wichtiges 1:0 gegen den FC Rottenburg bejubelte. Lysander Skoda war mit zwei Toren in beiden Spielen maßgeblich am Erfolg beteiligt: Gegen Fellbach besorgte Skoda das 2:1, und gegen den FCR erzielte er den einzigen Tagestreffer per Kopf.

Jüngst folgte dann auch noch der 4:1-Sieg beim VfR Heilbronn, bei dem Skoda für das 1:0 verantwortlich war. „Ich glaube, so einen Lauf von drei Toren in Folge hatte ich zuletzt nur im Jugendbereich. Da war ich auch noch Stürmer, und da hat das öfter mal geklappt. In der Saison 2021/22 habe ich zwei entscheidenenden Tore nacheinander für Nagold geschossen“, erinnert sich Skoda an seine Zeit in der Landesliga zurück. Durch seine beiden wichtigen Siegestore gewann Nagold auch die Landesliga-Saison.

Der 28-Jährige hat seine Karriere bei seinem heimischen Dorfverein VfB Lombach in der Gemeinde Loßburg (Kreis Freudenstadt) begonnen und ist nach Jugendstationen in Freudenstadt und Balingen sowohl für den SV Wittendorf (2015/16 bis 2017/18) als auch für den VfL Nagold (2017/18 bis 2022/23) aufgelaufen, ehe er vor fast zweieinhalb Jahren in den Sulzer Stadtteil wechselte.

Ex-Nagolder drückt dem VfL die Daumen

Seinen Bezug zu Nagold hat Skoda jedoch nicht verloren. „Ich verfolge meinen Ex-Verein natürlich noch und sehe, dass man wieder eine sehr gute Rolle in der Landesliga inne hat. Es sind dort auch noch viele gute Fußballer und Typen, die dort meine Teamkollegen waren. Nagold hat – wie jedes Jahr – eine junge, hungrige Mannschaft“, lobt Skoda seine alte Liebe und hofft auf einen weiteren Landesliga-Titel für Nagold.

In seiner VfL-Zeit agierte er allerdings noch auf einer anderen Position als heute: Der Jugendstürmer wurde ab der U19 immer öfter auf der Zehnerposition eingesetzt und spielte in Nagold sogar als Sechser und Innenverteidiger. In Holzhausen ging es dann wieder nach vorne: Ex-Coach Karsten Maier setzte Skoda häufig im defensiven Mittelfeld ein, unter Seemann spielt er am häufigsten als Achter. Sich selbst würde er vom Spielstil am ehesten mit DFB-Profi Lukas Nmecha vergleichen.

„Unser bisheriges Highlight war mit Sicherheit das Pokalspiel gegen Balingen und der Einzug in die nächste Runde. Für mich persönlich aber eher die Spiele gegen Fellbach und Rottenburg. Unabhängig von den Siegtoren ist bei mir hier irgendwie der Knoten geplatzt – nach einem etwas holprigen Saisonstart und einer nicht ganz so zufriedenstellenden Vorbereitung“, bilanziert er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Der Höhenflug folgt auf eine schwache Vorbereitung

Das angesprochene Pokaldrama inklusive Elfmeterschießen war aus seiner persönlichen Sicht allerdings auch etwas ernüchternd. „Als Vollblutfußballer will man natürlich immer auf dem Platz stehen. Da ärgert es einen dann schon, wenn man mal nicht spielt – vor allem in den vermeintlichen Topspielen wie gegen Balingen, den TSV Berg oder die Young Boys Reutlingen. Am meisten ärgert mich aber, dass ich keine so gute Vorbereitung gespielt habe“, blickt er auf eine schwierige Zeit mit muskulären Problemen und einer schwachen Form zurück, die Skoda so „von sich selbst nicht gewohnt war“.

Und tatsächlich: Keines der neun Tore in den vier Vorbereitungsspielen ging auf das Konto von Skoda. Doch mittlerweile läuft es beim Studenten aus Tübingen auch wieder in der sportlichen Karriere – mit vier Toren in zehn Pflichtspielen hat er zudem schon einiges zum bisherigen Erfolg beigetragen. Skoda studiert übrigens an der Eberhard Karls Universität die Fächer Sport und Wirtschaft auf Lehramt, zusätzlich zu einem Studium im Sportmanagement. Seemanns Nummer 19 ist also sowohl auf als auch neben dem Feld ein Mann für den Sport.