Linda Wehrle (Fachstelle Sucht, hinten von links), Ricarda Riebl (Fachstelle Sucht), Christina Knöbel (Pro Familia, vorne von links), Ines Hädrich (Fachstelle Sucht) und Katja Piseddu (Pro Familia) freuen sich auf die Fasnets-Aktion am Schmotzigen Donnerstag in der Villinger Färberstraße. Foto: Simone Neß

Sie bieten mitten im närrischen Treiben die Möglichkeit zum Durchatmen. Pro Familia und die Fachstelle Sucht leisten am „Schmotzigen“ wieder wichtige Präventionsarbeit.

In wenigen Tagen verwandelt sich die Villinger Färberstraße wieder in eine Partyzone. Es wird ausgelassen gefeiert und der Alltag für ein paar Tage in den Hintergrund gerückt.

 

Wer am Schmotzigen Donnerstag, 12. Februar, zwischen all dem närrischen Trubel einen Ruhepol sucht, Gesprächsbedarf hat oder auch einfach nur seinen Atemalkohol testen möchte, ist am Präventionsstand von Pro Familia und der Fachstelle Sucht in Villingen-Schwenningen vor dem Irish Pub in der Färberstraße genau richtig. Die Fasnets-Aktion der beiden Beratungsstellen hat sich inzwischen zu einer Konstante am „Schmotzigen“ entwickelt.

Ziel der Aktion ist es, mit den jungen Menschen unkompliziert und niederschwellig ins Gespräch zu kommen und Raum für Themen wie Sucht, Konsum, Sexualität oder persönliche Grenzen zu schaffen.

Am Schmotzigen in der Färberstraße präsent

Der Stand wird am Donnerstag ab etwa 10 Uhr aufgebaut. Ab der Mittagszeit bis circa 22 Uhr stehen Mitarbeitende der beiden Beratungsstellen für Gespräche zur Verfügung, bei Bedarf bleiben sie auch länger, erklärt Ines Hädrich von der Fachstelle Sucht. Für die Aktion werde extra ein Sprinter angemietet, in den man sich für vertrauliche Gespräche auch zurückziehen kann.

Darüber hinaus werde es auch eine kleine Stärkung geben. Denn wie Ines Hädrich aus Erfahrung weiß, hätten viele seit dem Frühstück zwar bereits einiges an Alkohol konsumiert, aber oft nichts mehr gegessen. Sie freut sich auf „tolle Gespräche, egal in welchem Zustand“, die auf Augenhöhe stattfinden – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Mit dabei ist auch wieder das altbekannte Glücksrad mit Fragen und Impulsen rund um die Themen Sexualität, Verhütung und Körper. Das Rad biete die Möglichkeit, auf spielerische und humorvolle Art und Weise ins Gespräch zu kommen, erklärt Christina Knöbel von Pro Familia. Darüber hinaus werde es weitere lustige Aktionen und Spiele geben, verrät sie.

Unterstützt wird das Team am Präventionsstand zudem von Ehrenamtlichen aus Selbsthilfegruppen sowie von ehemaligen Suchtkranken, die von ihren persönlichen Erfahrungen berichten können, ergänzt Ines Hädrich.

Präventionsstand als „schöner Türöffner“

Immer wieder entstehen aus der Fasnets-Aktion heraus auch Kontakte zu Menschen, die im Anschluss Interesse an einer Beratung bei einer der beiden Stellen zeigen. „Es ist ein total schöner Türöffner“, beschreibt Ricarda Riebl von der Fachstelle Sucht die Präventionsaktion. Die Hemmschwelle sei am Schmotzigen erfahrungsgemäß deutlich geringer, auf das Team zuzugehen und ins Gespräch zu kommen, als im normalen Alltag.

Die positive Resonanz in den vergangenen Jahren bestätigt die Relevanz einer solchen Präventionsaktion mitten im närrischen Treiben. Das Team freut sich sowohl über bekannte als auch viele neue Gesichter, verspricht, dass auch in diesem Jahr am Stand wieder viel gelacht wird und sie für jede und jeden ein offenes Ohr haben werden.