Thomas Ruf ist ein Tausendsassa in der Todtnauer Fasnacht. Vor zehn Jahren erschuf er seine Einzelfigur Nachtgrabb. Nun kündigt er eine neue Überraschung an.
„Komm heim, wenn es dunkel wird, sonst holt dich der Nachtgrabb“ – als Kinderschreck kennt man die Figur im Schwarzwald. Doch Thomas Ruf will niemanden in Angst und Schrecken versetzen. Als er 2016 – also vor zehn Jahren – die Einzelfigur für die Todtnauer Fasnacht erschuf, war es vielmehr der Wunsch, dass die aus dem Alemannischen bekannte Sagengestalt weiterleben kann. Und darüber hinaus wollte er schon immer was „Rabenähnliches“ machen. Er aber sei ein friedlicher Nachtgrabb, betont Ruf.
Als dann nach 20 Jahren als Mitglied bei den Präger Gletschergeistern sein weißes Häs am Rosenmontag 2016 „unreparierbar“ kaputt ging, sei das ein Zeichen gewesen, etwas Neues zu machen. Noch dazu bekam er im gleichen Jahr einen Geburtstagsgutschein für eine Maske bei einem Holzschnitzer geschenkt, erzählt Ruf im Gespräch mit unserer Redaktion.
Der Nachtgrabb war geboren
Daraufhin entwarf er selbst sein Häs – ein schwarzes Federkleid – und zeichnete die Einzelmaske auf, um die Entwürfe an den Schnitzer weiterzugeben. Am 11. November 2016 war er dann erstmals bei der Fasnachtseröffnung als Nachtgrabb zu sehen. Zum Besenbinderball 2017 wurde er dann in die Todtnauer Narrenzunft aufgenommen.
Nachtgrabb bleibt auch künftig allein
Seither sei die Figur immer bekannter und beliebter geworden. Sogar so beliebt, dass die Nachfrage groß sei, dass er daraus eine ganze Fasnachtsclique mache. Doch keine Chance. „Vorerst bleibe ich eine One Man Show“, sagt Ruf. „Ich bin mein eigener Chef, kann mir aussuchen, was ich tun und lassen will“. So sei er auch hauptsächlich nur an der Todtnauer Fasnacht aktiv, beschränke sich bewusst auf die Umzüge, an denen auch die Narrenzunft präsent ist.
Thomas Ruf, der mit seiner Familie in Geschwend lebt, ist aber auch darüber hinaus an der Fasnacht aktiv. Im vergangenen Jahr lebte die Dorffasnacht in Geschwend wieder auf, er selbst organisiert und leitet dort den Bunten Abend.
In der Bütt ein Meister des Reims
Und wer ihn kennt, weiß, dass er jedes Jahr seit 2017 mit seinen Büttenreden die Besucher des Besenbinderballs zum Grölen bringt. Auf den Punkt. Mit Witz, Reim und Charme. Und immer mit lokalem Bezug.
Und noch etwas schüttelt der kreative Kopf an Fasnacht aus dem Ärmel: Seitdem er der Nachtgrabb ist, gestaltet Thomas Ruf jedes Jahr das Mottoplakat der Todtnauer Fasnacht. „In einer Nacht- und Nebelaktion wird mir der Mottospruch zugesteckt und ich hab’ dann zwei bis drei Wochen Zeit, das Plakat zu entwerfen“, erzählt er. „Das ist natürlich mit Zeitdruck verbunden.“
Die nächste Überraschung angekündigt
Und als wäre es noch nicht genug, hat er sich jetzt zu seinem Nachtgrabb-Geburtstag ein kleines Geschenk an sich selbst gemacht. Denn er ist schließlich immer für eine Überraschung gut. Der 50-Jährige hat sich für seine Figur ein zweites Gesicht entworfen. „So kann ich je nach Laune auch mit einem anderen Charakter auftreten und mein Gesicht wechseln.“ Da die Maske noch beim Schnitzer liegt, werde er diese vermutlich nächstes Jahr am 11.11. erstmals präsentieren.
Was er schon verraten kann: „Die zweite Maske kommt lustiger und verschmitzter daher als die erste.“