Die Todtnauer Narrenzunft hat zum Verurteiltenball in die Eisdiele La Piazzetta eingeladen.
Alle wollten sehen, ob die am vorherigen Freitag verurteilten Narren auch dieses Jahr wieder ihre Strafen zur Zufriedenheit erfüllen konnten.
Als Erster war Zunftmeister Tobias Gutmann als Zeltrichtmeister an der Reihe. Wie von den Richtern auferlegt, hatte er alles dabei: Zimmererkluft, Rollmaß, Wasserwaage, Vorschlaghammer und Erdnägel. Ganz wichtig war auch der originale Aufbauplan des TNZ-Zeltes in XXL-Ausführung. Seine Absperrtruppe mit Warnwesten, Gummistiefeln und Schutzhelm verteilte den Richtschnaps an alle Anwesenden und schützte diese auch sicherheitstechnisch vor den Zeltaufbaumaßnahmen des mitgebrachten Wurfzeltes. Mit seinem Richtspruch hatte der Zunftmeister die Strafe dann zur Zufriedenheit aller erfüllt.
Dann kam Max Eckert mit seinen Lebendschildern dran. Sie bauten erst einmal eine Drosselgasse durch die Eisdiele auf. Der NaPolOko (Narrenpolizeioberkommissar) Noldi Seger inspizierte als Erster die Gasse und gab diese dann frei.
Bevor die letzte Straftat gerichtet wurde, gaben die Rätschgoschen noch einmal ihr neuestes Repertoire zum Besten. Dabei schafften sie es auch, ihre allerletzte Narrenzeitung zu verkaufen.
Zum Abschluss standen zwei sündige Ordensbrüder in Kutten vor den Narrenrichtern und dem gemeinen Narrenvolk. In verschiedenen selbst gemachten Roben, einem Kanister Asbach Cola, Verbrecherbrille und Ganovenkappe sowie mit Stiefeln voller Dreck, in Begleitung von drei fast unschuldigen Ordensschwestern, stand Ordensbruder Wehrle da. Er gab dann das umgedichtete Lied „Heiße Nächte in der City“ zum Besten. Aufgrund von Krankheit konnte Ordensbruder Schäuble nicht persönlich erscheinen – er entsendete jedoch Ersatz, welcher das Gitarrensolo zum Besten gab. Auch wenn die Richter hier die Ersatzstrafe in Betracht zogen, sahen sie die Strafe als erfüllt an.
Am Ende bewegte sich das Narrenvolk nach draußen. Die Zundler entfachten das Feuer am Narrenbrunnen und es war ein letztes Mal der Narrenmarsch in den Straßen .