Die Binzener Narren haben am Dreikönigstag mit dem traditionellen Narrenbaumstellen die Fasnachtssaison eröffnet.
Schon am Morgen hatten sich 13 Zunftleute auf der Scheideck eingefunden, wo im Beisein des Försters der perfekte Baum ausgewählt, gefällt und noch vor Ort von Astwerk befreit wurde – nur die Baumkrone durfte bleiben. Die Rinde wurde abgeschält, dann ging es per Traktor und Hänger ins Tal nach Binzen, wie Oberzunftmeister Oliver Müller berichtete.
Dort schmückten die Narren das Prachtexemplar mit den Puppen der drei Binzener Cliquen – Schdrauchöpf, Häx vo Binze und Chirsi – sowie dem Logo der Narrenzunft Binzemer Thonnerknaben. Dank der Firma Stücklin und ihrem Kran stand der Baum im Nu und die Helfer verkeilten ihn sicher in der Halterung.
Trotz eisiger Temperaturen hatten sich am Dienstagnachmittag beim Rathaus Oberzunftmeister, Zunftmeister, Kanzellare, Säckelmeister, Zeremonienmeister, Büttel und Ehrenoberzunftmeister sowie zahlreiche Cliquemitglieder in Narrenkostümen nebst einer Abordnung der befreundeten Zunft Isteiner Drübel eingefunden – und natürlich etliche Binzener, die sich bei warmen Getränken und einer deftigen Linsensuppe mit Speck aufwärmen konnten.
„Isch’s Hirni hi, dann nutz KI“
Bürgermeister und Schirmherr Andreas Schneucker atmete sichtlich auf, als der Baum sicher stand, und zeigte sich erfreut über die rege Beteiligung: „Mich freut’s, dass so viele da sind – es werden sogar jedes Jahr mehr.“
Dass der 19 Meter hohe Baum nun allen Sturmwarnungen trotzen möge, darauf hofft nicht nur das Gemeindeoberhaupt.
Der zweite Oberzunftmeister Dietmar Weiss verkündete das diesjährige Motto: „Isch’s Hirni hi, dann nutz KI“, lautet die neue Parole. Es sei, wie Weiss erläuterte, eine der ersten Fasnachtslosungen überhaupt, die das Thema Künstliche Intelligenz aufgreift. Entstanden ist sie allerdings ganz ohne digitale Hilfe: Der Zunftrat hocke ungezwungen zusammen, man bringe Ideen ein, feile daran; der Spruch brauche schließlich „e chlai weng Sinn“, dürfe aber auch nicht zu lang werden, erklärte Weiss das Prozedere.
Konfettiabend entfälltdieses Jahr
Das neue Motto ziert auch die Fasnachtsplaketten, die ab sofort in Binzen bei der Metzgerei Kalbacher, im „Blattwerk“, bei Toto-Lotto, beim Weingut Krebs, im Rathaus sowie bei den Zunftmitgliedern für fünf Euro erhältlich sind.
Eine Neuerung gibt es in diesem Jahr: Der Konfettiabend entfällt. Dafür fiebern die Binzener Fasnächtler umso mehr dem großen Umzug entgegen, der am Sonntag, 8. Februar, um 13.33 Uhr entlang der Hauptstraße startet. Rund 1600 Hästräger aus 80 Gruppen werden erwartet, Verpflegungsstände säumen die Strecke und ab 15 Uhr heizen sechs Guggemusiken auf zwei Bühnen beim Rathaus und beim Gasthaus „Schwanen“ ein.