Vor der Show steht die Probenarbeit: Der Fanfarenzug Nusplingen bereitet sich akribisch auf sein zweites „Heuberg-Tattoo“ vor – auch mit Probenwochenenden bei klirrender Kälte. Foto: Katja Weiger-Schick

Was Nusplingen und das schottische Edinburgh gemeinsam haben? Beide haben ein Tattoo, also ein Festival mit Musik, Tanz und jeder Menge Show.

Im Bäratal zeichnet der Fanfarenzug (FZ) für das „Heuberg-Tattoo“ verantwortlich. Die zweite Auflage dessen ist für Samstag, 6. Juni, geplant. Der FZ hatte vor acht Jahren schon einmal zu seinem „Heuberg-Tattoo“ eingeladen – mit überwältigendem Erfolg. Hinter einem Tattoo verbirgt sich eben nicht nur extravaganter Körperschmuck, sondern auch ein außergewöhnlicher Hörgenuss. Es handelt sich um ein Festival, das Darbietungen aus Musik, Tanz, Choreographie, Formation und Gesang vereint. Das Ergebnis: eine Show aus den verschiedenen kulturellen Elementen und musikalischen Einflüssen, gepaart mit Licht- und Soundeffekten.

 

Knapp 40 der aktiven FZ-ler proben seit Monaten für die zweite Auflage des außergewöhnlichen Freiluftereignisses. Trommler und Bläser studieren nicht nur akribisch Musikstücke ein, sondern auch Laufformationen und eine ausgeklügelte Choreographie. Die Fahnenschwinger sorgen mit ihren komplexen Griffen, Würfen und Figuren für Flair und Farbe.

Frieren ist angesagt bei minus 13 Grad

Doch vor der großen Nusplinger Show steht die Probenarbeit. Es ist mit minus 13 Grad Celsius knackig kalt an jenem Samstagmorgen. Der Atem bildet kleine Wölkchen, die Sonne lugt über die weißen Jurafelsen des Bäratals. Während die ersten Frühaufsteher aus dem Ort Brötchen holen, sind plötzlich glasklare Fanfarenklänge zu hören. Doch nur kurz. Denn Sandra Klaiber, erfahrene Tambourin des FZ, ruft: „Stopp, das war zu weit! Bitte zurück auf die Ausgangspositionen.“ Man kann nur erahnen, was die Akteure alles auf einen Streich koordinieren müssen.

Die Palette: die richtigen Töne, die passenden Schritte, saubere Figuren, exakte Pausen. Und bloß nicht mit dem anderen zusammenstoßen. Kein Wunder, dass der rote Tartanplatz der Kallenberg-Arena mit all seinen Hütchen und Linien eher an einen Fußball-Trainingsplatz erinnert als an eine Bühne. Die Tambourin nimmt ihre Trillerpfeife zur Hand: Alles zurück auf Anfang.

Der FZ-Vorstand um die beiden Vorsitzenden Marcel Staiger und Marcel Weber steckt seit vielen Monaten tief in der Planung. Es sei ja nicht nur, dass die eigene Darbietung sitzen müsse, schmunzelt Sandra Klaiber. Die FZ-ler koordinieren den gesamten Rahmen hinter den Kulissen selbst. Vom Kartenvorverkauf und der Getränkebestellung hin zu den Speisekarten oder den Briefen für die Ehrengäste. Die dreiflügelige Tribüne, die eigens für die Kallenberg-Arena projektiert wird, fasst rund 1000 Gäste.

Noch viel zu erledigen, bis das Ereignis startet

Zudem stehen die Verantwortlichen in Kontakt mit zahlreichen Gastgruppen. Aus der Region nehmen die Alphornbläser Bäratal und der Musikverein Unterdigisheim teil. Dazu gesellen sich der Vocal-Pop-Chor „Wireless“ aus Tuttlingen und das Truchtelfinger Showteam „Mariposa“. Die Show- und Brassband aus dem hessischen Alsfeld wird ebenfalls nach Nusplingen reisen. Das Musikkorps Bickenbach indes, ebenfalls in Hessen zu Hause, hat sich in der Szene einen Namen als Gastgeber des „Bickenbach Tattoos“ gemacht. Das vielfältige Line-up vervollständigen „Drumline“ aus Berlin sowie „Drums and Pipes“, ein Zusammenschluss von Musikern aus Süddeutschland und der Schweiz.

Der im Jahr 1979 als Verein eingetragene Fanfarenzug freut sich auf den kulturellen Höhepunkt. Und das, obwohl die To-Do-Listen lang sind und die Freizeitstunden zu kurz. „Wir sind als Team durchaus festerfahren und firm in der Organisation“, ist sich Vorsitzender Marcel Staiger sicher, „wir werden wieder gute Gastgeber sein.“

Karten für das zweite „Heuberg Tattoo“ gibt es unter: https://heubergtattoo.de.