Zwei Hebammen und ein Apotheker gehen eine Kooperation ein. Ziel ist es, junge Eltern in der Region bei der Versorgung mit Medikamenten zu unterstützen. Gemeinsam haben sie auch eine Liste mit Arzneimitteln für Kleinkinder zusammengestellt.
Die Hebamme Kristina Bader und der Apotheker Simon-Peter Skopek wollen mit ihrer Idee dafür sorgen, Eltern zu sensibilisieren, Medikamente auch auf Vorrat für den Ernstfall zu Hause zu haben. Mit im Boot ist Janina Hafner, die 2022 ihre Arbeit als Hebamme aufgenommen hat.
Das Ganze hat eine Wochenbett-Säuglings-Apotheke zum Ziel. Die Eltern, die zum Teil auch gut vernetzt sind, sollen während des Geburtsvorbereitungskurses mit der Idee vertraut gemacht werden. Hintergrund ist auch das Fehlen einzelner Medikamente, wie es im vergangenen Jahr vermehrt vorgekommen ist.
Durch die Betreuung der beiden Hebammen im Bereich der Gesamtgemeinde und Schramberg-Sulgen, wo Simon-Peter Skopek auch eine Apotheke besitzt, sollen junge Eltern so gut es geht unterstützt werden. Um die richtigen Medikamente auch vorrätig zu haben, wurde zusammen eine Liste mit Medikamenten für Säuglinge erstellt. Die fachliche Expertise gab es von Simon-Peter Skopek. Er merkte an, dass es möglich wäre, das ein oder andere selbst herzustellen. Dies würde aber den preislichen Rahmen sprengen.
Gemeinde überlässt kostengünstige Räume für Kursangebote
Über das Internet oder die App der Apotheke kann die Liste eingesehen werden. So kann das Medikament auch vorab bestellt werden. Eine Lieferung am nächsten Tag bedarf einer Bestellung bis 18 Uhr.
Die Arbeit der beiden Hebammen erstreckt sich über die Schwangerschaft, die Wochenbettbetreuung, Rückenbildungsgymnastik und die Betreuung der Familie bis zum Ende des ersten Lebensjahrs des Kindes. Dankbar sind die drei auch der Gemeinde, die kostengünstige Räume für Kursangebote zur Verfügung stellt. Auch bei der Vernetzung mit anderen Anbietern im Gesundheitssektor ist sie behilflich.
Fundamentaler Baustein der Regelversorgung für junge Familien
Bürgermeister Fritz Link ist von der Idee begeistert. „Aus meiner Sicht als Bürgermeister, Kreisrat und Vorsitzender des Gesundheitsnetzwerks ist die Hebammenarbeit vor Ort ein fundamentaler Baustein der Regelversorgung für junge Familien und damit ein wichtiger Standortfaktor für die Attraktivität unserer Region. In Zusammenarbeit mit der in Königsfeld niedergelassenen und im Interesse der fachgerechten Erstversorgung und Nachbetreuung von gebärenden Müttern und deren Kindern erfreulich initiativen Hebamme Kristina Bader haben wir versucht, vor Ort ein Versorgungsnetzwerk für unsere jungen Familien zu etablieren“, erklärt Link. Dazu gehöre die Sicherstellung einer „Baby-Apotheke“ mit der Schwarzwald-Apotheke und die vergünstigte Überlassung von Schulungsräumen.
Dies könne ein wertvoller Beitrag zur Gewinnung von Nachwuchskräften sein, etwa durch Praktikumsplätze in Kooperation mit dem Studiengang Hebammenwissenschaft an der Hochschule Furtwangen und dem Gesundheitsnetzwerk Schwarzwald-Baar. „Letztlich geht es auch um die Sicherung der Hebammenarbeit im Landkreis in der Zukunft“, so Link. Gemeinsames Ziel sei das Generieren von Netzwerken zur Versorgung aller Familien in der Gemeinde zum Nutzen aller Beteiligten.
Die Partner
Die Hebammen
Kristina Bader hat erst ein Examen zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin in Freiburg absolviert. Danach folgte 2009 das Examen zur Hebamme. Als Hebamme arbeitete sie an der Uniklinik in Freiburg und im Schwarzwald-Baar-Klinikum bis 2022. Auch wirkte sie vier Jahre lang als Dozentin an der Hebammenschule. Seit 2023 gibt es eine Kooperationsvereinbarung für den berufspraktischen Teil des Hebammenstudiums mit dem Schwarzwald-Baar-Klinikum. Janina Hafner machte von 2016 bis 2018 eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten. Von 2019 bis 2022 folgte die Ausbildung zur Hebamme. Von 2020 bis 2023 ging es zu einem ausbildungsintegriertes Studium an die DHBW Karlsruhe mit dem Abschluss Bachelor of Science in Hebammenwissenschaft. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie im Kreißsaal des Helios-Klinikums in Pforzheim. Seit 2023 arbeitet sie in Vollzeit auf der Wochenbettstation im Schwarzwald-Baar-Klinikum. Nebenbei ist sie als freiberufliche Hebamme tätig.
Der Apotheker
Simon-Peter Skopek studierte von 2004 bis 2010 Pharmazie in Tübingen. 2015 übernahm er die Schwarzwald-Apotheke in Königsfeld, 2016 die Sonnen-Apotheke in Sulgen und 2021 die Eschach-Apotheke in Niedereschach.