In Hechingen ist am Montag ein Müllfahrzeug explodiert. Foto: Klett

Die Explosion eines Müllfahrzeugs hat am Montag Hechingen erschüttert. Der Fahrer blieb nur durch einen glücklichen Zufall vor schwersten Verletzungen bewahrt.

Was genau am Montagmorgen zur Explosion in einem städtischen Müllfahrzeug geführt hat, untersuchen jetzt Experten des Landeskriminalamtes. Sicher ist: Nur ein glücklicher Zufall hat den Fahrer vor schwersten Verletzungen bewahrt. Auch ein Kind entging nur knapp möglichen Blessuren.

 

Die Polizei gab sich am Montag genauso zurückhaltend wie die Stadt Hechingen, was mögliche Ursachen der heftigen Detonation in einem Müllfahrzeug kurz nach 8 Uhr anging. Sicher war da schon: Nur mit einer sehr großen Portion Glück an seiner Seite hat der Fahrer des städtischen Betriebshofes die Explosion überlebt. Das hätte auch anders ausgehen können, sagen Vertreter der Stadtverwaltung.

Der Mann hatte auf seiner morgendlichen Tour von der Johannesbrücke die Staig aufwärts beim Unteren Turm einen weiteren Halt eingelegt, um dort die städtischen Müllbehälter zu leeren.

„Fahrer hätte tot sein können“

Als es die Explosion im Container-Aufbau des VW-Transporters gab, stand der Fahrer nicht direkt am hinteren Bereich des Fahrzeugs. Bei der Stadt ist man überzeugt, was eine mögliche Folge gewesen wäre: „Er hätte tot sein können!“

Ein stattliches Polizeiaufgebot, darunter Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes, hat am Montagvormittag den städtischen Müllwagen untersucht, in dem es kurz nach 8 Uhr eine heftige Detonation gegeben hat. Vertreter der Stadt waren ebenfalls vor Ort Foto: Klett

Es blieb beim Sachschaden. Der dürfte sich nach Angaben der Polizei am Fahrzeug und den Gebäuden auf mehrere zehntausend Euro belaufen.

Ohne Blessuren kam der 31-Jährige aber nicht davon. Neben einem Schock wurde ein Knalltrauma befürchtet. Der Mann kam zur Untersuchung ins Krankenhaus. Derzeitigen Erkenntnis nach gilt der Fahrer als unverletzt. Viel Glück hatte ebenfalls ein Kind, das sich zum Zeitpunkt der Explosion im Nachbarhaus am Schloßplatz aufgehalten hatte. Der enorme Luftdruck ließ die Fensterscheibe im Erdgeschoss zerspringen, und die Splitter, so schildert es ein Mitbewohner im Haus, landeten nur knapp vor dem Kind. 

Schaufensterscheiben bersten, Boden des Fahrzeugs reißt auf

Geborsten sind zudem Scheiben eines Schaufensters an einem leerstehenden Ladengeschäft in der Turmstraße. Der mit dem Fahrzeug bereits gesammelte Müll verteilte sich weiträumig am Unteren Turm. Am Müllfahrzeug selbst hat die Explosion offenbar den Boden aufgerissen. Aufgesprengt wurden ebenfalls die aufgebauten Container.

Die Detonation hat Scheiben an einem leerstehenden Ladengeschäft zum Bersten gebracht. Im Wohnhaus gegenüber zersplitterte ebenfalls ein Fenster. In dem Zimmer hatte sich zu diesem Zeitpunkt ein Kind aufgehalten, das mit viel Glück unverletzt geblieben ist. Foto: Klett

Vor Ort waren am Montagmorgen Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes (LKA). Erst nach deren eingehender Untersuchung konnte man sich dem Fahrzeug überhaupt nähern. Die Altstadt war weiträumig abgesperrt. Nur die Zufahrt über die Schloßstraße war möglich.

Zu den möglichen Ursachen des spektakulären Ereignisses gab es zunächst keinerlei Aussagen. Am späten Nachmittag bestätigte das Polizeipräsidium aber die Vermutung von Anwohnern: Eine unsachgemäß entsorgte Gaskartusche dürfte das Unglück ausgelöst haben. Darauf, so schreibt die Polizei, deuteten erste Hinweise.  Ein Anwohner hatte den Knall so laut wie bei einem heftigen Gewitter geschildert. Die Vertreter der Stadt versicherten: Das war durch die halbe Stadt zu hören!

Allein die Lautstärke der Explosion hatte auf einen Gasbehälter schließen lassen. Bei der Stadt weiß man, dass die in die Container des Müllfahrzeugs integrierte Presse noch nicht im Einsatz gewesen war. Es wurde also kein zusätzlicher Druck ausgeübt.

Spürhund entdeckt nichts Verdächtiges

Bei der Polizei hat man den Vorfall ernst genommen: Es könnte, so erläuterten die Vertreter der Stadtverwaltung, einerseits ein Unfall, aber andererseits auch ein gezielter Anschlag gewesen sein. Man dürfe da heutzutage nichts ausschließen. Aus diesem Grund hat das LKA einen auf Sprengstoffe getrimmten Spürhund in Hechingen eingesetzt. Der Belgische Schäferhund ging mit seiner Hundeführerin die Strecke des Müllfahrzeugs staigabwärts bis zur Oberen Mühlstraße ab. Offenkundig wurde dabei allerdings nichts Verdächtiges entdeckt.

Ein Sprengstoffspürhund des Landeskriminalamtes hat die Strecke abgesucht, die das städtische Müllfahrzeug bis zum Unteren Turm zurückgelegt hatte. Foto: Klett

Großes Aufatmen herrscht im Rathaus darüber vor, dass der Kollege allem Anschein nach halbwegs glimpflich davongekommen ist. Nicht vorstellen wollte man sich die Folgen, wenn das Fahrzeug auf seiner Tour durch die Stadt an einem anderen Standort, mit mehr Menschen in der direkten Umgebung, explodiert wäre. Es war am Montagmorgen in Hechingen mehrfach großes Glück im Unglück im Spiel.