Der FC Holzhausen in der Relegation um die Oberliga – da war doch was? Der Ex-Trainer Emanuele Ingrao blickt auf die Saison vor drei Jahren zurück.
Mehrere Tausend Fans im Panoramastadion, den Oberliga-Aufstieg vor Augen. Es sind Momente wie diese, für die man das ganze Jahr trainiert. Für die Mannschaft des FC Holzhausen geht es am Samstag – und eine Woche später, am Sonntag – um alles oder nichts.
Setzt sich das Team von Karsten Maier gegen den Türkischen SV Singen durch, übergibt der scheidende Trainer einen Oberligisten an seinen Nachfolger Daniel Seemann.
Diese Situation kennt Emanuele Ingrao. In der Saison 2021/22 war er gemeinsam mit Pascal Reinhardt Trainer beim FC Holzhausen. Das Duo an der Seitenlinie führte das Team in der Verbandsliga als Vizemeister bis in die Relegation um die Oberliga und traf dort auf den FC Denzlingen aus Südbaden.
Ein Unterschied zu damals: Der FC Holzhausen durfte zunächst auswärts antreten und gewann in dem Ort in der Nähe von Freiburg klar und deutlich mit 5:0. Schon damals extrem treffsicher: Goalgetter Janik Michel, der in Denzlingen einen Viererpack schnürte – auch dank ihm stand der FC Holzhausen vor dem Rückspiel auf eigenem Platz schon mit mehr als einem Bein in der Oberliga.
Party mit 2300 Zuschauern
Am 26. Juni 2022 war es dann so weit: 2300 Fans kamen ins Panoramastadion und wollten den Aufstieg feiern. Schon vor dem Anpfiff war die Stimmung bestens. „Spieler der zweiten Holzhausener Mannschaft machten die ‚Hauptdarsteller‘ mit Gesang und Pyros heiß“ – so berichtete damals unsere Redaktion von den Geschehnissen vor Ort.
Michels Chip-Elfmeter geht nicht ins Tor
Am Ende stand erneut ein deutlicher Sieg für den FCH. Mit 6:1 wurden die Denzlinger, die mit nur einem Auswechselspieler in den Sulzer Teilort gereist waren, förmlich überrannt. Michels lässiger Chip-Elfmeter in die Hände des Keepers fiel da nicht weiter ins Gewicht.
Der Rest war Party pur. „So einen Tag wird man nie vergessen – es war immerhin der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte“, erinnert sich Ingrao im Gespräch mit unserer Redaktion zurück.
Ingraos Weg führte ihn bis zum SV Seedorf
Für ihn ging es damals nach dem Aufstieg – und der Party – als Videoanalyst zum FC 08 Villingen. Reinhardt blieb noch ein Jahr in Holzhausen, ehe er zum Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach wechselte, mit dem er in dieser Saison den Verbandspokal gewann und in die Regionalliga aufstieg. Für Ingrao führte der Weg über den FC Rielasingen-Arlen zum Landesligisten SV Seedorf, mit dem er in dieser Saison als Chefcoach souverän den Klassenerhalt geschafft hat.
Gegen Singen vor Ort
Am Samstag wird er nun seinem Ex-Verein die Daumen drücken und sich das Hinspiel gegen den Türkischen SV Singen vor Ort anschauen. Seine Prognose: „Ich glaube, dass es Holzhausen schaffen wird.“ Allerdings rechnet Ingrao nicht mit einer solch einseitigen Angelegenheit wie im Jahr 2022, sondern mit „zwei spannenden Spielen“. Denn „Singen ist offensiv sehr stark“.
Auch den FCH sieht er auf einem hohen Niveau und schätzt ihn „aktuell sogar noch stärker als damals“ ein. Einige Spieler – etwa Michel, Andrej Schlecht oder Fabio Pfeifhofer – kennt er noch aus seiner Zeit in Holzhausen.