„Zehn Minuten pro Tag reichen. Das ist super investierte Zeit“, warb Matthias Nowak, die grauen Zellen in Fahrt zu bringen.
Die 180 Besucher seiner Veranstaltung „Beweg dein Hirn“ erhielten einige Kostproben geboten – und mussten schnell feststellen, dass die komplexen Bewegungen gar nicht so einfach sind und einiges an Hirnschmalz erfordern.
Matthias Nowak war auf Einladung des FC Hardt aus Anlass von dessen 100-jährigen Vereinsbestehen in die Arthur-Bantle-Halle gekommen. FC-Vorsitzender Patrick Gaus begrüßte den Gast ebenso wie die zahlreich erschienen Besucher.
Möglich gemacht hatte die Veranstaltung Reinhold Fleig vom Felsen Sport Shop Tennenbronn, der selbst schon Kurse bei Matthias Nowak belegt hatte.
„Ihr habt es wunderschön hier“, sagte Nowak. „Ich mache morgen ab halb sechs eine Tour durch den Schwarzwald“, verriet der Frühaufsteher seine Planungen. Sein Vortrag mache Spaß und verbreite gute Laune, versprach er.
Gehirn verliert an Volumen
„Das Gehirn lässt sich neu organisieren, egal in welchem Alter“, sagte Matthias Nowak. Das Organ verliere etwa ab dem 50. Lebensjahr an Volumen, was sich aber umkehren lasse – mit dem entsprechenden Training.
Sein Vater habe an Demenz gelitten, was mit ein Grund für das Verfassen des Buchs „Beweg dein Hirn“ gewesen sei. In diesem sei sein Wissen aus den vergangenen 20 Jahren enthalten. Die Ergebnisse seien erstaunlich. Übrigens: Musiker täten sich deutlich leichter als andere Menschen mit den Übungen, da ihr Gehirn besser geschult sei.
Die zehn Minuten Gehirntraining solle man besser in den eigenen vier Wänden machen, empfahl Nowak, da es in der Öffentlichkeit für nicht Eingeweihte doch etwas seltsam aussehen könne.
Regelmäßige Wiederholung
„Man muss kein Leistungssportler sein, damit sich da oben was tut“, sagte er und tippte sich an die Stirn. Allerdings brauche man Struktur und regelmäßige Wiederholungen, um vorwärts zu kommen. „Man ist besser drauf und hat mehr Lebensqualität“, sagte Nowak über die Auswirkungen des Trainings. Zudem könne man länger konzentriert und unter Druck arbeiten.
Immer wieder forderte er die Besucher zum Mitmachen auf. Ein Beispiel: Zwei Personen mussten sich gegenüberstehend aufstellen und immer im Wechsel die Worte „Beweg“ „dein“ „Hirn“ sagen – was irgendwann ziemlich kompliziert wurde.
Die Besucher jedenfalls waren hellauf begeistert und bemühten sich redlich in dem für sie neuen Bereich. Matthias Nowak, der sonst meist mit Leistungssportlern arbeitet, freute sich sichtlich über das Engagement.
„Mit Reinhold Fleig habt ihr einen wunderbaren Gehirntrainer. Der Mann weiß Bescheid“, sagte Nowak, bevor er von Patrick Gaus einen Schal des FC Hardt überreicht bekam. „FC Bayern, Real Madrid, Borussia Dortmund – und nun der FC Hardt“: Das passe doch ganz gut zusammen, sagte er angesichts der früheren Stationen von Matthias Nowak.
Dieser mischte sich anschließend noch gerne unters Volk, um Fragen zu beantworten. Und auch den versprochenen Käsekuchen von Anneliese Huber ließ er sich schmecken. Reinhold Fleig hatte unterdessen Stationen aufgebaut, wo die Besucher ihr Gehirn weiter trainieren konnten.
Am nächsten Morgen ging es dann über zur Praxis: Bei einem Fußballtraining mit Schwerpunkt auf dem Thema Kognition wurden zunächst verschiedene Übungen besprochen und anschließend in der Praxis ausprobiert.