Der Gottesdienst findet in der Johanneskirche in Maulburg statt. Pfarrerin Bärbel Wassmer hat seit dem Sommer 2019 gemeinsam mit ihrem Mann Paul Wassmer die Pfarrstelle in der Evangelischen Kirchengemeinde Maulburg inne. (Archivfoto) Foto:  

Beim Gottesdienst in Mundart wird in Maulburg eine Bibelgeschichte in neun Dialekten vorgetragen. Unsere Zeitung hat mit Pfarrerin Bärbel Wassmer gesprochen.

In der Evangelischen Kirche Maulburg, Karl-Friedrich-Straße 3, findet am Sonntag, 19. April, um 18 Uhr ein außergewöhnlicher Gottesdienst zum Thema „Mundart“ statt. Unsere Zeitung hat nachgefragt.

 

Frau Wassmer, in der Ankündigung zu Ihrem Gottesdienst in Mundart ist von neun verschiedenen Mundarten die Rede. Was erwartet die Besucher dabei?

Ein buntes Team mundartkundiger Menschen hat sich zusammengefunden und wird eine biblische Geschichte in neun verschiedenen Mundarten vortragen. Darunter wird nicht nur alemannisch, sondern auch schwäbisch, baseldütsch, hessisch, fränkisch, saarländisch, plattdütsch, luxemburgisch und kurpfälzisch sein.

Um welche Bibelgeschichte handelt es sich dabei?

Es wird die Geschichte vom Sturm auf der See aus dem Markus-Evangelium zu hören sein. Darin schläft Jesus hinten in einem Boot auf einem Kissen, während der Sturm tobt. Als seine Begleiter ihn wecken, versteht er es, den Sturm zu beruhigen. Diese Geschichte spiegelt auch die heutige Zeit wider, in der viele Menschen aufgrund von Kriegen, Krisen und Katastrophen auf der Welt verängstigt sind in stürmischen Zeiten.

Und diese Geschichte gibt es neunmal zu hören?

Ja. Zunächst auf Hochdeutsch, damit sie alle kennen. Das wird köstlich, denn die Besucher hören dann bei jeder weiteren Lesung die Feinheiten und Unterschiede der jeweiligen Mundart heraus.

Pfarrerin Bärbel Wassmer Foto: zVg/Wassmer

Stammen die Vorleser aus der jeweiligen Region?

Teilweise ja. Es wird etwa ein Maulburger Gemeinderat auf alemannisch lesen, jemand aus Hessen wird auf Hessisch lesen. Bei anderen Vorlesern handelt es sich um Zugereiste. Auch die Gebete, die ich beim Gottesdienst spreche, werden im Übrigen simultan in eine Mundart übersetzt.

Wie kam es zu der Idee mit dem Mundart-Gottesdienst?

Selbst komme ich aus Mannheim, dort wird Monnemerisch als kurpfälzische Mundart gesprochen. Als Kind kam ich allerdings zuhause nicht mit der Mundart in Berührung, da diese damals als unfein galt. Als ich dann aber eine Bibel auf Kurpfälzisch entdeckte, begann ich, Mundart-Bibeln zu sammeln. Da gibt es Vieles, etwa im Bebbi si Biible für Basler oder eine Bibel auf Fränkisch. In der Predigt werde ich dann auch etwas zu meiner eigenen Geschichte mit der Mundart erzählen.

Sie kündigen auch noch weitere Überraschungen während des Gottesdienstes an. Möchten Sie vorab schon etwas verraten?

Nicht zu viel natürlich, sonst wären es keine Überraschungen mehr. Aber es wird während der Predigt am Sonntag auch Szenen und Sketche in den verschiedenen Mundarten geben.