Zum Europatag fand ein trinationaler Spaziergang statt. Zum Abschluss versammelte sich die Gruppe im Rheinpark in Weil am Rhein. OB Stöcker: „Europa lebt bei uns im Dreiländereck.
„Gemeinsam für das Dreiland“: Unter diesem Motto hatten die Europa-Union Deutschland, Lörrach, und die Europäische Bewegung Schweiz, Basel, am Europatag 9. Mai Bürger aus den angrenzenden Gemeinden zu einem grenzüberschreitenden Dreiland-Spaziergang eingeladen.
Der vier Kilometer lange Weg führte die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz, startend bei der Basler Dreirosenbrücke, über den Dreyland-Dichterweg nach Huningue in Frankreich und über die Dreiländerbrücke zum Rheinpark im deutschen Weil am Rhein.
Große Resonanz – Jüngere fehlten allerdings
Sehr zufrieden mit der großen Beteiligung äußerten sich die Organisatoren Daniela Meier, Kreisvorsitzende der Europa-Union Lörrach, und ihr schweizerischer Kollege Sven Bisang, Vizepräsident der Europäischen Bewegung Sektion Basel. Wenngleich man sich mehr Teilnehmer aus jüngeren Generationen gewünscht hätte.
Experten aus der Region begleiteten die Wanderer auf ihrem Weg und beleuchteten an sechs Stationen die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des trinationalen Zusammenlebens aus ihrer Sicht der Politik, Wirtschaft, Kultur und Freizeit.
Hebel zum 200. Todestag besonders geehrt
Anlässlich des Hebel-Gedenkjahres wurde der badische Dichter Johann Peter Hebel zu seinem 200. Todestag an seiner Station auf dem Dreyland-Dichterweg, den 27 Dichtertafeln mit Zitaten ebenso vieler Poeten aus der Region in alemannischer Mundart schmücken, besonders geehrt.
Mit dabei beim trinationalen Spaziergang am Samstag waren neben Meier und Bisang sechs Impulsgeber als Redner an den jeweiligen Stationen: Roland Christ vom Schwarzwaldverein Weil am Rhein, Tim Cuénod, Großrat des Kantons Basel-Stadt, Vivienne Gaskell vom Kulturverein Elsass-Freunde Basel, der Historiker Markus Moehring, Marc Stadler aus Huningue/St. Louis sowie Weils Oberbürgermeisterin Diana Stöcker, die als Schirmherrin des Dreiland-Spaziergangs fungierte.
Geschichte, Kultur und Stadtentwicklung
Ihr Kommentar: „Europa lebt bei uns im Dreiländereck. Geschichte, Kultur und moderne Stadtentwicklung fließen hier ganz natürlich ineinander. Mit diesem Spaziergang zeigen wir, dass unsere trinationalen Wurzeln stärker denn je sind.“
Für Stöcker war es als Stadtoberhaupt von Weil die zweite Teilnahme an einer Veranstaltung zum Europatag nach der politischen Podiumsdiskussion im Vorjahr.
Bei der Auflage 2026 dominierte der kulturelle Aspekt. Meier: „Humanistische Werke verbinden unsere Nationen. Poesie und Kultur fließen in so viele Dreyland-Themen ein.“ Als ein Beispiel führte sie die Fasnacht an.
Was am Morgen bei schönstem Frühsommerwetter an der Dreirosenbrücke mit Begrüßungsworten von Meier und Cuènod begann, endete gut gelaunt gegen 13 Uhr im Weiler Rheinpark – in unmittelbarer Nähe der für das Dreyland so symbolhaften Dreiländerbrücke. Dort versammelte man sich unter Schatten spendenden Zelten, zu einem vom lokalen DRK perfekt organisierten „Typisch-Dreiland-Apéro“. Die Abschlussworte sprach Bisang.