Noah Atubolu (Mitte), Matthias Ginter (links) und Lucas Höler freuen sich auf das größte Spiel der Freiburger Vereinsgeschichte. Foto: Tom Weller/dpa

Noah Atubolu ist in Freiburg geboren und in seiner dritten Saison Stammkeeper beim SC Freiburg. Mit seinem Heimatverein greift er am Mittwoch nach dem ganz großen Titel.

Christian Günter weiß, wie es sich anfühlt, einen Pokal zu gewinnen. 2011 und 2012 holte er mit den A-Junioren des SC Freiburg den DFB-Pokal. Zehn Jahre nach dem zweiten Titel stand er auch mit den Profis in Berlin im DFB-Pokalfinale – verlor jedoch im Elfmeterschießen gegen RB Leipzig.

 

Fast auf den Tag genau vier Jahre nach dem Endspiel in Berlin steht der Tennenbronner als Kapitän mit dem SC Freiburg erneut in einem Finale, dieses Mal in der Europa League. „Auf jeden Fall eines der größten“ Spiele seiner Karriere wird die Begegnung gegen den englischen Club Aston Villa am Mittwoch (21 UHR MEZ/RTL) in Istanbul, sagt Günter im Vorfeld des vereinshistorischen Ereignisses. „Ein Finale ist etwas ganz, ganz besonderes“, so der SC-Kapitän weiter.

Inklusiver aller Begleitumstände: Das Interesse in der Region an dem Finale ist riesig, auch die SC-Profis können sich dem nicht entziehen, sondern bekommen die Stimmung in der Stadt mit. „Ich bin mit meinen Kindern unterwegs oder wird sind einkaufen – man wird ja so schon angesprochen. Aber das Spiel hat noch mal ganz, ganz viele Menschen zum SC bewegt“, sagt Günter.

Euphorie hat in den vergangenen Jahren zugenommen

Eine Aussage, von der auch Matthias Ginter berichten kann. „Man merkt es schon die letzten Jahre“, so der Innenverteidiger, der von 2014 bis 2022 in Dortmund und Mönchengladbach spielte. „Der Vergleich war schon extrem und es hat, glaube ich, die letzten Jahre oder gerade auch die letzten Monate natürlich noch mal extrem zugenommen was Euphorie angeht – was auch im Umfeld des Vereins passiert ist“, so der 32-Jährige.

Christian Günter aus Tennenbronn steht vor einem seiner größten Spiele. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Und auch bei ihm im direkten Umfeld ist die Vorfreude auf das Finale groß, um die 30 Ticketanfragen habe es bei ihm gegeben, berichtete Ginter. Alle konnte er dabei nicht bedienen, „der engste Kreis“ fliegt jedoch mit nach Istanbul und wird am Abend um 22 Uhr Ortszeit mit dabei sein, wenn der SC Freiburg um den Titel kämpft.

Nah dran war der Verein schon ab und an: 2022 im DFB-Pokalfinale, 2013 und 2023 stand der SC zudem im Halbfinale des nationalen Cups, ebenso in diesem Jahr. Der letzte Schritt jedoch blieb bislang aus. Und in diesem Jahr? „Es haben schon größere und auch schon kleinere Vereine als der SC Freiburg Finalspiele gewonnen“, ist Ginter selbstbewusst. Und „natürlich“ sei es nach der „Reise, die wir jetzt gegangen sind“, das Ziel, nun den Pokal zu gewinnen.

Atubolu zweites Finale innerhalb von einem Jahr

Es wäre der nächste Höhepunkt der Entwicklung des Vereins, der noch im Jahr 2015 den Abstieg in die zweite Bundesliga verkraften musste. Auf den direkten Wiederaufstieg folgte eine stetige Entwicklung, die nun mit einem Titel gekrönt würde. „Alles, wirklich alles“, würde das Noah Atubolu bedeuten. Der Keeper der Freiburger ist in der Stadt geboren und aufgewachsen. Bereits vor einem Jahr spielte der junge Torwart ein internationales Finale – mit der deutschen U21-Nationalmannschaft verlor er das EM-Endspiel.

Auch daraus zieht Atubolu Kraft. „Ich war sehr enttäuscht danach, als ich in Urlaub gefahren bin und habe auch zu meinen Freunden gesagt, dass ich sehr, sehr hart arbeiten werde an mir, weil ich wieder ein Finale spielen will und ein Finale gewinnen möchte“, so Atubolu.

Wechselgerüchte um den SC-Keeper

Um den Torwart ranken sich immer wieder Wechselgerüchte, auch ein Abgang im Sommer ist nicht ausgeschlossen. Dass er selbst von englischen Premier League, in der der Gegner Aston Villa spielt, träumt, ist dabei für ihn kein Thema. „Ich will mit Freiburg und für Freiburg diesen Titel holen.“ Eine Aussage, der sich wohl alle seine Teamkollegen ohne zu Zögern anschließen würden.