Sowohl Freitag als auch Montag hat Förster Christian Junele im Mülleimer Briefe gefunden – die Deutsche Post prüft die Vorfälle derzeit Foto: Bohnert-Seidel

Sowohl am Freitag als auch am Montag lagen etliche Briefe und Postwurfsendungen in einem Mülleimer am Parkplatz im Talweg. Wer dafür verantwortlich ist, ist noch unklar.

Revierleiter Christian Junele ist fassungslos. Am Freitagmittag entdeckten er und weitere Forstmitarbeiter im Talweg auf dem großen Parkplatz am Waldrand erstmals unzählige Prospekte und ungeöffnete Briefe, die einfach in einem Mülleimer entsorgt wurden. Auf gut 30 Kilogramm schätzte der Förster den 80-Liter-Sack. Unter den Postwurfsendungen waren auch Briefe von Einwohnern in Oberweier. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Post, die am Mittwoch, 25. Februar, abgestempelt wurde.

 

Mitarbeiter der Gemeinde nahmen den riesigen Müllsack genauer unter die Lupe, um zu erkunden, ob sich darin weitere persönlich adressierte Briefe befinden. Anschreiben von Krankenkassen, von einem Krankenhaus und auch Briefe mit dem Zusatz „persönlich/vertraulich“ fanden sich im Abfall am Wald.

Bei der Deutschen Post kommt Junele nicht dazu, den Vorfall zu erklären

Dass Junele den Sack in letzter Konsequenz an das Bürgerbüros übergeben musste, ist für ihn nicht nachvollziehbar. „Schließlich wäre die Post zuständig, dass keine persönlichen Briefe verloren gehen“, erklärt der Förster entrüstet gegenüber unserer Redaktion. „Den ganzen Morgen habe versucht, Verantwortliche bei der Deutschen Post zu erreichen – doch niemand hat sich zuständig gefühlt oder konnte mir sagen, an wen ich mich wenden muss und wer sich um den Müllsack, die Briefe und Prospekte kümmert“, sagte Junele im Gespräch.

So bleibt aktuell unklar, wer die große Menge an Briefen im Oberweierer Wald entsorgt hat. Aufgrund der schieren Zahl und der Tatsache, dass es sich um ungeöffnete, an eine Vielzahl verschiedener Adressaten gerichteten Sendungen handelt, drängt sich der Verdacht auf, dass ein Zusteller für den aufsehenerregenden Fund verantwortlich ist.

Dass mit persönlich adressierten Briefen so umgegangen wird, sei nicht zu entschuldigen, sagt Junele im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Nicht auszudenken, wenn jemand auf einen Arztbrief oder wichtige Dokumente warte, so der Revierleiter.

Doch die Aufregung und der Ärger sollten am Freitag noch nicht zu Ende sein: Am Montagnachmittag fuhr Junele wieder nach Oberweier an den Parkplatz und entdeckte eine weitere starke handvoll Postsendungen mit direkter Namens- und Adressenangabe. Eine Wurfsendung, für die Auftraggeber zudem ein gutes Geld bezahlen haben dürften.

Förster Junele brachte die Briefe ins Friesenheimer Bürgerbüro

Im Wald und am Waldrand werde mitunter viel Müll wie Autoreifen oder säckeweise Haushaltsreste entsorgt. Einen solchen Fund hat der Revierleiter jedoch noch nie gemacht. Es mache ihn betroffen, wie mit vertraulichen und persönlichen Briefen umgegangen wird, so Junele, der nun wie viele Adressaten gespannt ist, zu erfahren, was hinter der Briefe-Entsorgung steckt.

Auch unsere Redaktion hat am Montag bei der Post angefragt. Pressesprecher Marc Mombauer konnte zunächst jedoch nicht weiterhelfen, versprach aber, den „Vorgang intern prüfen“ zu lassen. Er sagte unserer Redaktion eine Stellungnahme zu, sobald die nötigen Informationen vorlägen. Bis Redaktionsschluss blieb eine weitere Aufklärung aus.

Aufruf an Adressaten

Gehören Sie, lieber Leser, zu den Adressaten, deren Briefe im Oberweierer Mülleimer landeten? Wenn Sie dringend auf eine Sendung warten, sich aber nicht erklären können, wo diese bleibt, dann melden Sie sich gerne bei unserer Redaktion per E-Mail an norden@lahrer-zeitung.de.