Die erste Großkindertagespflege „Dorfbach-Knirpse“ eröffnet ab 1. September in Friesenheim. Zwei erfahrenen Pädagoginnen leiten die neue Einrichtung.
Aus allen Fraktionen herrscht im Gemeinderat große Einigkeit zur ersten Einrichtung einer Großkindertagespflege in Friesenheim. Um acht weitere Plätze wird so das Angebot für Krippenkinder unter drei Jahren ab dem 1. September 2025 ergänzt.
Für jeden nicht belegten Platz erhält die Großkindertagespflege in privater Leitung von Silvia Knief (Fachkraft für frühkindliche Sprachentwicklung, Fortbildung in den Bereichen Montessori, Waldpädagogik, und Yoga für Kinder) und Judith Teufel-Katzmarek (Heilerziehungspflegerin) eine Freihaltepauschale in Höhe von 714 Euro pro Monat.
Zugrunde gelegt wird eine Platzpauschale aus Gemeinderatsbeschlüssen in den Jahren 2017 und 2019. Außerdem erhält die neue Einrichtung einen Mietzuschuss in Höhe von 740,78 Euro pro Monat. Für die Ausstattung wird ein weiterer einmaliger Betrag in Höhe von 8000 Euro gewährt. Für die überplanmäßigen Aufwendungen in Höhe von 28 000 Euro erteilt der Gemeinderat ebenfalls rundum seine Zustimmung.
Bis zu neun Kindern können gleichzeitig betreut werden
Über die gesonderte Krippeneinrichtung in der Bahnhofstraße bleibt die Einrichtung der altersgemischten Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten im Kinderhaus Ritterfalter, Oberweier weiter bestehen. Angedacht war, diese in eine Krippengruppe für Kinder ab einem Jahr mit 30 Wochenstunden umzuwandeln. Sehr glücklich ist auch Bürgermeister Erik Weide, dass die erste Großkindertagespflege in Friesenheim bald an den Start gehe.
Von einer Großkindertagespflege spricht man, wenn sich mehrere qualifizierte Tagespflegepersonen zusammenschließen und in gemeinsamen Räumlichkeiten Kinder betreuen. Bis zu neun Kinder können in dieser Einrichtung gleichzeitig betreut werden. Anders als in einer Kindertageseinrichtung gibt es keine festen Betreuungsformen. Die Großkindertagespflege orientiert sich an den Bedarfen der Eltern und findet in einem familiären Umfeld, in kleinen Gruppen und mit konstanten Bezugspersonen, statt.
Eine Pflegeerlaubnis liegt durch das Jugendamt vor. Silvia Knief und Judith Teufel-Katzmarek sind zwei langjährige und erfahrene Tagesmütter. Geplant ist eine Betreuung an fünf Tagen pro Woche mit den „Rahmenöffnungszeiten“ von Montag, Mittwoch, Donnerstag von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr, Dienstag von 7.30 Uhr bis 16 Uhr und Freitag von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Von den Eltern muss ein Minimum von 20 Wochenstunden gebucht werden. Darüber hinaus ist die Festlegung des Bedarfs an konkrete Betreuungszeiten individuell, beschreibt Katharina Marx vom Hauptamt der Gemeinde Friesenheim.
Im Vergleich zu Krippeneinrichtungen bisheriger Träger fallen die Kosten um ein Vielfaches geringer für die Gemeinde Friesenheim aus. Je nach Belegung liegen die Kosten bei der Großkindertagespflege pro Platz zwischen 1800 und 10 200 Euro, unabhängig von der Betreuungsdauer. Für eine Krippenbelegung in den herkömmlichen Einrichtungen entfallen bei einer Buchung von 20 Wochenstunden 10 500 Euro zusätzliche Kosten und bei 30 Wochenstunden sind es rund 14 300 Euro. Damit sei die Großkindertagespflege kostengünstiger als der Betrieb einer herkömmlichen Krippengruppe.
„Wenn Erzieherinnen in eigenen Häusern Kinder betreuen, tut das den Eltern und Kindern gut“, erklärt Charlotte Schubnell, CDU. Vor allem die Flexibilität der Einrichtung lasse sich auf die Bedürfnisse der Eltern schneidern. Dass diese Einrichtung so schnell an den Start gehe und schon ab September den Eltern zur Verfügung stehe, sei nicht hoch genug anzuerkennen, betont Katharina Beck,FW.
Kosten für die Gemeinde
Die laufenden Kosten für die Großkinderpflege sind abhängig von der Belegung und bewegen sich in einem Korridor von 14 600 bis 81 700 Euro pro Jahr. Da beide Tagesmütter bereits aktiv sind, kann jetzt schon damit gerechnet werden, dass ein bis zwei der U3-Plätze ab September belegt sein werden.