Nach einer Polizeiaktion vor einem halben Jahr ist die Kripo wieder aktiv geworden, um neuen Spuren im Drogenmilieu nachzugehen. Dieses Mal in Obereschach, Schwenningen und St. Georgen.
Rund ein halbes Jahr nach einer großangelegten Durchsuchungsaktion gegen die Rauschgiftkriminalität in Villingen-Schwenningen und Umgebung sind erneut Ermittler aktiv geworden. Drei Orte in der Doppelstadt sowie in St. Georgen waren das Ziel von Kriminalbeamten und spezialisierten Kräften.
Wie unsere Redaktion erfuhr, handelte es sich dabei um eine konzertierte Aktion, die im Morgengrauen des Mittwochs ihren Ursprung hatte. Anwohner berichten, dass sich die Polizeikräfte am frühen Morgen im Bereich des Sportplatzes in Obereschach positioniert hatten. Im VS-Teilort hatten die Beamten ein Mehrfamilienhaus in der Augenmoosstraße im Visier.
Zu diesem drangen sowohl Kriminalbeamte als auch Kräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE – stationiert beim Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen) schließlich vor. Mehrere Polizeifahrzeuge, die in der Nähe des Rathauses geparkt wurden, zeugten von der Durchsuchungsaktion. Bereits nach wenigen Stunden war die Maßnahme vor Ort beendet.
Kurz darauf machten sich Gerüchte im Ort breit – die Rede war von möglichen Drogengeschäften. Dass Obereschach dabei nicht allein im Fokus stand, macht Polizeisprecher Daniel Brill deutlich. Seinen Angaben zufolge erfolgten gleichzeitig Zugriffe in Schwenningen sowie St. Georgen. Bei den Durchsuchungen war das Spezialeinsatzkommando (SEK) laut Brill nicht eingebunden.
Zusammenhang mit früherer Polizeiaktion
Er bestätigt die Gerüchte, wonach illegale Drogengeschäfte Anlass der Maßnahme sind. Mehr noch: Es handelt sich um Durchsuchungsaktionen, die mit bereits seit längerem laufenden Ermittlungen zusammenhängen. Denn bereits vor rund einem halben Jahr rückten Kriminalbeamte aus, um sechs Wohnungen und eine Gaststätte in Villingen-Schwenningen zu durchsuchen.
Damals sprachen die Ermittlungsbehörden von einem „Schlag gegen die örtliche Rauschgiftszene“, der der Kriminalpolizeidirektion Rottweil in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Konstanz gelungen sei. Hierbei war das SEK im Einsatz. Die schwerbewaffneten Beamten stürmten die Wohnung einer jungen Familie in einem Mehrfamilienhaus in der Offenburger Straße in Villingen. Auch am Bärenplatz in Schwenningen war die Polizei damals aktiv.
Gab es dieses Mal wieder Festnahmen?
Im Zuge der Maßnahmen kam es im Juni zu Festnahmen von vier Männern im Alter von 24, 32, 33 und 54 Jahren, nachdem die Polizisten im Rahmen der Durchsuchungen mehrere Kilogramm Rauschgift auffanden. Zudem beschlagnahmten sie weitere Beweismittel. Inwieweit die Männer weiterhin in Untersuchungshaft sitzen, ist unklar. Offen ist auch, ob bei der jüngsten Maßnahme Rauschgift gefunden und mögliche Verdächtige in Gewahrsam genommen wurden.
Die Ermittlungen seitens der Kriminalpolizeidirektion Rottweil und der Staatsanwaltschaft Konstanz laufen weiterhin auf Hochtouren. Aufgrund der laufenden Untersuchungen kann die Polizei keine näheren Details nennen.