Die Vorstandsmitglieder Harry Wurster, Hans Peter Stutz, Sylvia Dirlewanger, Marlene Sturm, Alexander Hass, Lukas Leonhardt und Rainer Sänger vor einem jüngst von Bruno Haas angefertigten Kunstwerk zum Thema Tennis. Foto:  

Auch zu viele Mitglieder können eine Herausforderung sein: Der Tennisclub Maulburg nimmt viel Geld in die Hand, damit die Aktiven bald ganzjährig bis 22 Uhr spielen können.

Überalterung, Mitgliederschwund und immer weniger Helfer bei Festivitäten – mit solchen Problemen haben viele Vereine zu kämpfen. Nicht so der Maulburger Tennisclub! Beim TC Maulburg hat eine regelrechte Mitgliederschwemme in den vergangenen Jahren Probleme ganz anderer Art verursacht. Die Tennisanlage mit drei Plätzen ist zu klein geworden für die vielen Spielerinnen und Spieler. Mit einem neuen Belag und einer Lichtanlage sollen deshalb nun sowohl die Tage als auch die Saison verlängert werden. Denn eine Erweiterung der Anlage ist derzeit keine Option.

 

Finanzierung gesichert

Zwar ist die Finanzierung gesichert - auch dank einer Ausfallbürgschaft zur Kreditaufnahme durch die Gemeinde, die mittlerweile von der Kommunalaufsicht genehmigt wurde. Darüber hinaus haben der Badische Sportbund und die Gemeinde Maulburg Fördergelder in Höhe von 52.500 beziehungsweise 20.000 Euro in Aussicht gestellt. Der Verein verfügt derzeit über rund 30.000 Euro an Eigenmitteln. Doch fast die Hälfte des insgesamt mit 200.000 Euro veranschlagten Gesamtprojekts müssen nach aktuellem Stand über ein Darlehen finanziert werden. Aus diesem Grund würde sich der Tennisclub für das Vorhaben noch weitere Förderer wünschen.

Es wird gefeiert. Foto: Alexandra Günzschel

Um diese zu gewinnen, hat der TC Maulburg einen spielerischen Ansatz gewählt. So können über die Homepage per Mausklick symbolisch einzelne Parzellen auf der Anlage für 25, 50 oder 75 Euro erworben werden, um den neuen Belag für die Ganzjahresplätze zu fördern – namentlich oder anonym. „Auch im Winter gibt es perfekte Tennistage“, erklären die Verantwortlichen ihr Anliegen, den Tennisschläger nicht jedes Mal gleich einmotten zu müssen, sobald die Temperaturen wieder fallen. Aktuell sind noch viele der virtuellen Parzellen zu haben.

Auch im Winter spielen

Noch nicht ganz so gut angelaufen ist die Spendenaktion für die Beleuchtungsanlage. Bei dieser Aktion können auf einer virtuellen Spendentafel bestimmte Flächen „gebucht“ werden – für 50, 100, 150, 250 oder 500 Euro. Wer will, wird als Spender namentlich auf der Homepage erwähnt. Später sollen dann Namenstafeln mit allen Sponsoren bei den Plätzen angebracht werden. Auch Firmen sind als Unterstützer willkommen. Bandenwerbung gibt es bereits.

Eröffnungsfeier

Bei der offiziellen Eröffnungsfeier auf der Anlage Ende April will sich Vorstandssprecher Rainer Sänger gar nicht ausmalen, wie viele schöne Spieltage seit Januar schon ungenutzt verstrichen sind. Erst seit wenigen Wochen wird auf der Anlage wieder Tennis gespielt – freilich nur so lange, bis es zu dunkel wird. Mit der Lichtanlage könnte die Spielzeit bis 22 Uhr ausgedehnt werden. Von den unmittelbar betroffenen Anwohnern rundherum hat dazu niemand Bedenken geäußert. Voraussichtlich im September sollen die Bauarbeiten beginnen.

Beim feierlichen Saisonauftakt werden auf den drei Plätzen im stetigen Wechsel Doppelturniere ausgetragen. Zur Stärkung gibt es im Vereinsheim selbst gemachtes Chili con carne. „Die Mitglieder sollen sich kennenlernen“, erklärt Sänger. Solche Hobbyspielrunden gebe es fünf bis sechsmal im Jahr – mit einer Siegerehrung zum Jahresende. Aber auch Vereinsmeisterschaften würden seit drei Jahren wieder ausgetragen.

Mitgliederzahl verdoppelt

Dass sich die Mitgliederzahl seit 2020 von 110 auf 268 mehr als verdoppelt hat, ist zu großen Teilen der Verdienst von Sänger. Als seinerzeit jüngster Spieler suchte er gezielt nach Gleichgesinnten in seiner Altersklasse – und wurde fündig. Mittlerweile hat der Verein auch wieder 42 Kinder. Bei der Akquise setzte Sänger vor allem auf direkte Ansprache. Außerdem bot er Schnuppertrainings an. Irgendwann wurde die Mission zum Selbstläufer. Kinder brachten ihre Eltern mit in den Verein – und umgekehrt. Nun muss der Vorstand dafür sorgen, dass sie alle zu ihrem Recht kommen. Wer Tennis spielen will, soll dafür auch einen Termin finden.

Toller, junger Verein

„Wir sind zu einem tollen, jungen Verein geworden“, erklären Sänger und Wurster im Gespräch. Das bestätigt auch Alexander Hass, der gerade vorbeiläuft. Nach seinem Umzug nach Maulburg meldete er sich spontan im Verein an, obwohl er 30 Jahre nicht mehr gespielt hatte. Schnell wurde er integriert. Im Vorstand betreut er nun die Jugend.

Der TC Maulburg bezeichnet sich als Hobbyverein und will dies auch bleiben. Dennoch gibt es nun auch wieder Herrenmannschaften, die sich bis nach Freiburg hinauf in Turnieren messen. Die Tennisanlage befindet sich inmitten eines großen Sportareals. „An Freitagabenden ist hier die Hölle los“, sagt Wurster und scherzt: „Da könnte man fast meinen, dass hier der Ortskern ist.“