Die Maßnahmen an der Alten Volksschule werden weiter nach hinten geschoben. (Archivfoto) Foto: Monika Schwarz

Anfang 2027 endet die Förderung bei der Ortskernsanierung, für die Zeit danach muss Pfalzgrafenweiler einen neuen Antrag erarbeiten. Anstehende Projekte gibt es genug.

Dass die Sanierung einer Gemeinde wie eine Lebensaufgabe wirken kann, zeigen die Zahlen aus Pfalzgrafenweiler. Seit 1978 führe die Gemeinde schon Sanierungsverfahren aus, seitdem habe sich viel im öffentlichen Raum – bei der Gestaltung der Wege und Plätze – und im privaten Bereich bewegt, so Bürgermeister Dieter Bischoff in der vergangenen Gemeinderatssitzung.

 

Am Gemeinderat liegt es nun auch, über das weitere Vorgehen zu entscheiden, denn: Das aktuelle Förderprogramm des Landes für die Sanierung „Ortskern IV“ läuft im April 2027 aus. Das absolute Limit für das Regierungspräsidium für das seit 2013 laufende Programm. Ende dieses Jahres muss es abgerechnet werden.

Für einen ersten Ausblick war Jan Currle, Berater für Kommunalentwicklung bei LBBW-Immobilien, in Pfalzgrafenweiler zu Gast. Seine Einschätzung zum auslaufenden Förderprogramm: „Das wird eine Punktlandung.“

Ausgaben sind höher als der Förderrahmen

Der ganze Förderrahmen umfasse knapp 2,8 Millionen Euro, erklärte Currle weiter – 60 Prozent stellt das Land, die restlichen 40 muss die Gemeinde selbst erbringen. Die Finanzhilfe beträgt rund 1,7 Millionen Euro, von denen etwa 900 000 Euro bereits abgerufen worden sind. Der Rest stehe noch zur Verfügung.

Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören etwa die Arbeiten an der KiTa am Pfarrweg oder am alten Feuerwehrareal. Die Neugestaltung der Belling- und Schulstraße hingegen läuft noch. Nach jetzigem Stand betragen die Ausgaben jedoch knapp 4 Millionen Euro, und liegen damit über dem Förderwert von 2,8 Millionen.

Drei Projekte sollen ins nächste Sanierungsgebiet wandern

Das lasse sich heilen, so Currle, denn abzüglich der prognostizierten Einnahmen durch die Wertsteigerung aus dem Grundstückserwerb – hier bei etwa 800 000 Euro – liege der Betrag somit bei 3,2 Millionen Euro. Die Lösung für das Problem: Einige Maßnahmen sollen in das nächste Fördergebiet übertragen werden.

Darunter fallen dann etwa die Maßnahmen an der Alten Volksschule für 300 000 Euro, das Pfannkuch-Areal für 80 000 Euro sowie private Maßnahmen in Höhe von 160 000 Euro. Wenn diese Beträge von den Ausgaben abgezogen würden, liege die Gemeinde wieder im Förderbereich, erklärte Currle weiter.

Bürgerbeteiligung soll schnell erfolgen

Wie soll dann aber das Sanierungsgebiet „Ortskern V“ aussehen? Auch hier hat Currle schon konkrete Vorschläge. 6,5 Hektar soll das neue Gebiet umfassen, zwischen der Alten Volksschule, dem Marktplatz, dem Pfannkuch-Areal sowie der Burg- und Kirchstraße.

Bürgermeister Bischoff betonte, ohne die entsprechenden Finanzhilfen seien die Vorhaben nicht zu stemmen. Das Sanierungsgebiet sei für die Gemeinde eine einfache Option, in die Entwicklung zu gehen. Eine Option, die sich seit Ende der 70er Jahre bewährt habe.

In der nächsten Sitzung des Gemeinderats Pfalzgrafenweiler am Dienstag 24. März soll es bereits um die Bürgerbeteiligung am neuen Sanierungsgebiet gehen.