Vor wenigen Tagen taten sich bei Bauarbeiten in der Altstadt erneut Spuren aus der Vergangenheit auf. Diesmal im Filztal. Wir haken nach.
In Rottweil-Altstadt, der Wiege der Rottweiler Geschichte, wird derzeit viel gebaut. Die Häuser erleben einen Generationswechsel, es wird an- und umgebaut und Gärten neu angelegt.
Das dürfte für die Archäologen der Außenstelle des Landesamtes für Denkmalpflege eine wahre Freude sein, denn so gibt es hier immer wieder neue Erkenntnisse über längst vergangene Zeiten.
Römische Straße im Garten
Erst dieser Tage stieß ein Bauherr im Filztal auf eine „Steinmauer“ und rief bei den Archäologen an, die wenig später auch vor Ort waren und sich die Steine genau angeschaut haben. Schnell ist klar: Das ist keine Mauer, sondern eine Straße aus der Römerzeit.
Keine Seltenheit in dem Gebiet zwischen den römischen Kastellen. Die Straße verband offenbar Kastell 3 und Kastell 1 und wurde wohl noch mal weiter ausgebaut, nachdem Kastell 3 schon nicht mehr bestand, erklärt Thomas Schlipf, der über Jahrzehnte als Grabungstechniker des Landesamtes für Denkmalpflege tätig war.
Immer wieder gab und gibt es über die Jahre weitere Mosaiksteine, die das römische Rottweil lebendig machen. So auch diese Straße.
Gesamte Straße freigelegt
In den 1970er und 1980er-Jahren habe man auf dem Gelände der Firma Mahle eine Straße in ihrer gesamten Breite freigelegt, erinnert er sich. Die großen Steine, die auf der Baustelle zu sehen sind, seien ursprünglich mit einem Gemisch aus Kies und Sand überzogen gewesen, so dass die Straße tatsächlich einigermaßen glatt und eben war. „Es ist toll, wenn wir hier wieder neue Erkenntnisse gewinnen“, sagt Schlipf.
Jeder, der etwas findet und meldet, trägt dazu bei, dass die Stadtgeschichte weiter erschlossen wird.
„Gerade die Randbereiche sind für uns sehr interessant, weil wir hier Erkenntnisse über die Besiedelung nach der Römerzeit, beispielsweise über die Alemannen, gewinnen können“, so Schlipf abschließend. „Ich habe jetzt jedenfalls einen tollen historischen Unterbau für meine neue Mauer“, sagt der Bauherr und freutsich, dass die Archäologen schnell zur Stelle waren und er nach einem Tag weiterbauen kann.