Im gesamten Nordschwarzwald zieht der Regionalverband Flächen in Betracht, Windkraftanlagen aufzustellen. Die Pläne gefallen nicht jedem und auch unser Leser Ralf Nüßle hat Bedenken zwecks der Flächen bei Wildbergs Teilort Sulz am Eck.
Klimastabile Wälder, eine intakte Natur und Artenvielfalt sind das nachhaltigste Erbe, das wir unseren Kindern hinterlassen können. Ich halte die Energiewende für notwendig, aber nicht um jeden Preis.
Es bestehen Pläne, zwischen Sulz am Eck und Kuppingen mehrere über 250 Meter hohe Windkrafträder zu erbauen. Dafür müsste pro Windrad circa 1,2 Hektar Wald abgeholzt werden. Dadurch wird der Wald zerstückelt und Lebensraum für Eulen, Wanderfalken, Rotmilan und Fledermäuse verloren gehen. Der Erholungswert des Waldes für den Menschen geht verloren und sinkt. Das Landschaftsbild und die Pflanzenwelt wird zerstört.
Der Wald filtert unsere Luft und produziert Sauerstoff, ist für Schatten, Kühlung und als Wasserspeicher wichtig. Über verdichtete Waldflächen verdunstet weniger Wasser und es bilden sich weniger Wolken. Somit fällt weniger Regen und die Zahl der trockenen und heißen Tage nimmt zu, was den Klimawandel fördert. Windenergie im Wald schädigt den Boden und lässt den Grundwasserspiegel absinken.
Energiepolitik nur im Einklang mit der Natur
Ich sage „Ja“ zu Vernunft, Besonnenheit und Effizienz in der Energiepolitik, aber nur im Einklang mit Mensch und Natur. Auch die gesundheitlichen Schäden der Windkraftanlagen durch Infraschall, Lärm und Schattenwurf sind noch nicht absehbar. All dies ist permanenter Stress für unseren Körper und kann zu gesundheitlichen Problemen führen.
Nachts flackern die roten Leuchten der Hindernisbefeuerung, der Schattenwurf ist durch die permanente Bewegung der Rotorflügel bis zu 2000 Meter vorhanden.
Industriegebiet bereits ein großer Einschnitt
Mir stellt sich die Frage, ist Windkraft unter diesen Umständen effizient und ökologisch? Erhalten wir damit nachhaltig unseren Nachkommen unsere Landschaft, unser Trinkwasser, unsere Tierwelt und unsere Gesellschaft? Wie steht es um die Wirtschaftlichkeit einer Windkraftanlage, wenn nicht genügend Wind zur Verfügung steht?
Durch das Industriegebiet „Vor dem Wald“ haben wir schon einen großen Einschnitt in die Natur und Landschaft. Auch durch den gestiegenen Schwerlastverkehr leidet unsere Lebensqualität. Nicht zu vergessen ist die Preisentwicklung für Häuser und Grundstücke.
Ich bin gegen eine planlose Aufstellung von Windkraftanlagen auf Kosten von Mensch und Natur und gegen die Zerstörung unserer Wälder und der dort lebenden Tiere.
Ralf Nüßle, Wildberg-SulzSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.