Eine Petition von Eltern aus dem Kreis Freudenstadt setzt sich für die Rückkehr zur Schulbeförderungsregelung ein. (Symbolfoto) Foto: Kästle/dpa

Wie der Kreistag Freudenstadt im Rahmen des laufenden Haushalts beschlossen hat, sollen die Förderungen für Schülermonatskarten ab April entfallen. „Ein Schlag ins Gesicht“, sagt ein Elternbeirat.

Der Kreistag Freudenstadt hat kürzlich im Rahmen der Haushaltsplanungen Sparmaßnahmen angekündigt – eine davon soll im Bereich der Schülerbeförderungskosten greifen. Ein Beschluss, der auf viel Kritik seitens vieler Eltern im Kreis stößt. Eine von Eltern organisierte Petition fordert nun die Rückkehr zur bisherigen Schulbeförderungsregelung.

 

Ersam Beyram, Elternbeirat am Keppler-Gymnasium in Freudenstadt, Lissy Jetter, Mutter aus Seewald, und Rico Müller, Vater aus Baiersbronn, erklären im Gespräch mit unserer Redaktion, worin sie das große Problem in der Maßnahme sehen – und auch, welchen Kompromissvorschlag sie sich seitens des Kreistags wünschen.

Beförderung entfällt ab April

Dass der Rotstift in einigen Bereichen angesetzt werden müsse, sei ihnen bewusst, sagen die drei Eltern im Gespräch. Dass die Bezuschussung der Fahrkarten sowie die Drittkindsbefreiung wegfallen sollen, halten sie jedoch für „radikal“, so Elternbeirat Beyram. Bislang fördert der Kreis die Schülermonatskarte pro Kind mit 25 Prozent Kostenübernahme.

Damit betrug der Eigenanteil rund 487 Euro pro Jahr pro Kind. Ab dem 1. April sollen für ein D-Jugend-Ticket jährlich 540 Euro pro Kopf fällig werden. Das sind jeden Monat umgerechnet 45 Euro pro Karte. Das große Problem sei dabei vor allem: Mehrköpfige Familien wurden bislang von den Mehrkosten ab dem dritten Kind befreit. Das soll sich nun jedoch ändern: Für jedes weitere Kind und somit auch jedes weitere Ticket soll der gleiche Betrag gezahlt werden.

„Jedes weitere Kind wird bestraft“

Familien müssten so an anderer Stelle sparen, vor allem die, die mehr als drei Kinder haben, sagt Beyram. Auch das Kindergeld würde diese gestiegenen Kosten nicht ausgleichen.

Die Familien, die in Ortsteilen wohnen und einen weiteren Schulweg zurücklegen müssen, seien quasi gezwungen, die Monatskarte zu kaufen. Und ab einem dritten Kind seien die Kosten ohne die Bezuschussung für manche Familien nur schwer stemmbar. „Jedes weitere Kind wird bestraft“, sagt Lissy Jetter.

Rico Müller wünscht sich vor allem mehr Austausch seitens des Kreistags mit Eltern. „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt er. „Der Beschluss war ein Schlag ins Gesicht“, stimmt Elternbeirat Beyram nickend zu.

Wie soll es nun aber weiter gehen? Eine Petition, an der Lissy Jetter mitgewirkt hat, spricht sich gegen die beschlossenen Schülerbeförderungskosten aus. Und das mit Erfolg: 2800 Stimmen seien bislang im Kreis Freudenstadt von Eltern gesammelt worden.

Kompromissvorschläge haben sich die drei Eltern auch überlegt: Wenn der Eigenanteil der Monatsfahrkarte nicht gesenkt werden kann, sei ein Kompromiss, die Drittkindsbefreiung beizubehalten. Was sich die Eltern auch vorstellen könnten: erst schrittweise die Mehrbelastungen für die Eltern einführen.