Rund 3,4 Millionen Euro fließen in die Sanierung der Helios-Arena in Schwenningen. Bagger und Baumaschinen stehen jetzt in der Eishalle. Zum Auftakt gab es einen Eröffnungsbully.
Am 29. März absolvierten die Schwenninger Wild Wings das letzte Heimspiel in der Viertelfinalserie gegen die Kölner Haie. Nach der Saisonabschlussfeier am Ostermontag rollten die Bagger und schweres Gerät in der Helios-Arena an.
„ Die Eisfläche wurde nicht langsam abgetaut, vielmehr halfen Radlader und Lastwagen dabei, das Eis aus der Halle zu transportieren, danach wurde die Bande in Rekordzeit abgebaut“, zeigt Oliver Bauer, Pressesprecher der Kunsteisbahn GmbH (KEB) auf.
In dieser Woche starten nun die Abrissarbeiten der bisherigen Betonpiste. Den Startschuss für die Maßnahme gaben am Montag Oberbürgermeister Jürgen Roth, KEB-Geschäftsführer Gregor Gülpen und Architekt Uwe Schlenker.
„Straffer Bauzeitenplan“
„Heute ist sozusagen das Eröffnungsbully für die Bauarbeiten in der Helios-Arena. Ein straffer Bauzeitenplan liegt vor uns, so dass wir keine Zeit verlieren möchten, um die Erneuerung der Betonpiste in Angriff zu nehmen. Die KEB investiert hier nicht nur in die Heimspielstätte der Wild Wings, sondern auch in den Breitensport. Man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass dieser rund 90 Prozent der Belegzeiten in der Helios-Arena einnimmt. Daher investieren wir hier nicht nur für den Eishockeystandort Schwenningen, sondern auch für viele andere tolle Sportarten“, erklärt Oberbürgermeister Jürgen Roth.
Die bestehende Betonpiste wird in den kommenden Tagen mit Betonsägen in verschiedene Stücke aufgeteilt und entsorgt.
Die nächsten Schritte
KEB-Geschäftsführer Gregor Gülpen zu den geplanten nächsten Schritten: „In wenigen Wochen werden in den darunterliegenden Untergrund rund 160 Pflöcke in den Boden gerammt, die für zusätzliche Stabilität sorgen sollen. Wir erneuern nicht nur die Betonpiste, vielmehr werden wir in Zukunft auch den Einsatz von Ammoniak deutlich um rund 50 Prozent reduzieren können und verstärkt auf Glykol für die Kühlung setzen. An dieser Stelle möchten wir uns auch bei allen Gremien bedanken, die durch ihre schnellen Entscheidungen den Weg für den zügigen Start der Baumaßnahme überhaupt erst möglich gemacht haben.“
Warum früher saniert wird
Rund 3,4 Millionen Euro investiert die Kunsteisbahn Villingen-Schwenningen GmbH in die Erneuerung der rund 60 Jahre alten Betonpiste. Eine Sanierung des Untergrunds war ursprünglich ab 2029 in den Planungen der KEB vorgesehen, schreibt Oliver Bauer weiter. Seit 2021 sei das Monitoring der Betonpiste deutlich intensiviert worden, und jährliche Messungen hätten die Beschaffenheit der Betonpiste genau abgebildet.
Zusätzlich sei das renommierte Büro BIT Ingenieure AG mit vorbereitenden Untersuchungen zur Beschaffenheit des Untergrunds und der Gegebenheiten vor Ort beauftragt worden. Um die Qualität der Eisfläche auch in Zukunft zu gewährleisten, werde die Maßnahme nun deutlich früher umgesetzt, so Bauer weiter.
Vier Faktoren
Maßgeblich hätten vier Faktoren den Ausschlag gegeben, dass sich die Beschaffenheit der Betonpiste verschlechtert hat, erklärt der Pressesprecher. Und listet als erstes den frostempfindlichen Baugrund auf. Bauer erklärt: „Unterhalb der Eisfläche liegen feinkörnige, frostempfindliche Böden. Durch jahrzehntelangen Betrieb mit tiefen Temperaturen sind tiefreichende Frosteinwirkungen wahrscheinlich, die Hebungen verursachen können.“
Als zweiten Punkt nennt er „inhomogene Auffüllungen und Grundwasserveränderungen“. Unter der Bahn sei laut vorliegenden Baugrundgutachten mit uneinheitlichen Auffüllmaterialien zu rechnen. Solche Schichten neigen zu zeitabhängigen Setzungen. Auch Veränderungen im Grundwasserstand – wie etwa im Bereich des Schwenninger Mooses – könnten zusätzliche Auswirkungen haben.
Faktor Nummer drei sei Materialermüdung nach fast 60 Jahren Nutzung. „ Beton verliert mit der Zeit an Festigkeit. Risse, Porositäten sowie Abnutzungserscheinungen sind bei einem Bauwerk dieses Alters üblich. Die technische Lebensdauer von Betonpisten liegt üblicherweise bei rund 50 Jahren, die Betonpiste der Helios-Arena ist deutlich älter“, so Bauer.
Und schließlich führt er thermische Einwirkungen durch veränderte Nutzung an. „Die seit 2025 erstmals ganzjährige Nutzung verstetigt thermische Belastungen auf den Untergrund und kann Regenerationsphasen verkürzen – auch wenn dies allein nicht die beobachteten Verformungen erklärt.“
Die Bauarbeiten werden in den kommenden Monaten mit Hochdruck vorangetrieben, die Fertigstellung sei für den Herbst geplant, zeigt der Pressesprecher auf.