In einer dramatischen Partie um die Meisterschaft behalten die Balinger Eisbären mit 5:4 das bessere Ende für sich. Foto: Kara

Die Balinger Kufencracks sichern sich mit einem 5:4 (0:1, 2:0, 3:3) gegen den EC Eppelheim erstmals die Meisterschaft in der Eishockey-Landesliga Baden-Württemberg.

Kampf, Krimi, Triumph: Die Gäste aus Eppelheim verlangten am Samstagabend der Mannschaft von Coach Petr Kasik bis zum Ende alles ab – umso größer war nach dem Schlusspfiff die Erleichterung und der Jubel.

 

Schon vor Beginn der Partie in der Balinger Eishalle am Samstagabend war klar: Nachdem die Stuttgarter am Nachmittag in Heilbronn verloren hatten, würde den Eisbären ein Unentschieden zur Meisterschaft reichen. Aber wer spielt schon auf Remis? Coach Kasik gab die klare Marschrichtung vor: Sieg, und damit die Saison auf würdige Weise krönen. Reichlich Motivation kam von den mehr als 700 Zuschauern - sie peitschten die Mannschaft um Captain Fabian Krause nach vorn. Neben dem Fanclub „Icebreaker“ heizten die Guggenmusiker der Frommerner Zäpfle-Bomber in der Halle mächtig ein.

Beste Stimmung in der Halle

Diese Stimmung nahmen die Eisbären von der ersten Minute an auf. Bisweilen wirkten sie zu Beginn etwas nervös, entwickelten aber nach und nach einen stabilen Zug zum gegnerischen Tor mit hochkarätigen Chancen samt Pfostentreffern. Allein: Der Puck wollte nicht rein. Und wie es dann so läuft, gingen die Gäste, als die Balinger vor dem eigenen Tor etwas ungeschickt agierten, nach etwas mehr als zehn Minuten in Führung. Dabei blieb es bis zum Ende des ersten Abschnitts.

Die Eisbären ließen sich von der Gäste-Führung nicht beirren, sondern liefen auch im zweiten Drittel konsequent nach vorn. Die Erlösung nach dreieinhalb Minuten: Andrej Vasilev überwand den Eppelheimer Goalie, 1:1. Die Fans sangen „Jetzt geht’s los!“ Und tatsächlich: In Überzahl legte Florian Zeiselmeier nach feinem Zuspiel von Marco Böhm und Torhüter Julius Schwarz nach – die Führung: Mit 2:1 ging es in den letzten Abschnitt. Die letzten 20 Minuten waren nichts für schwache Nerven. Kaum lief die Scheibe wieder, da schafften die Eppelheimer in Unterzahl den Ausgleichstreffer.

Doppelschlag in Überzahl

Die Balinger allerdings nutzten postwendend eine doppelte Überzahl zum Doppelschlag: Gegen drei Gästespieler schoss zunächst Nico Hemmung das 3:2, kurz darauf erzielte Tristen Wells gegen vier Eppelheimer das 4:2. Die Vorentscheidung? Von wegen: Die Gäste kamen in Überzahl und gegen defensiv nachlässige Eisbären nochmal ran. 4:4, und noch etwas mehr als zehn Minuten waren zu spielen. Nachdem die Balinger zwei Unterzahlsituationen überstanden hatten, nutzen sie ihrerseits eine Überzahl: Eine Minute vor dem Ende traf Marco Böhm zum erlösenden 5:4. Die Eppelheimer versuchten dennoch weiter alles, nahmen ihren Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis – aber ohne Erfolg. Mit der Schlusssirene jubelten die Balinger ausgelassen, drehten Ehrenrunden und reckten den Pokal in die Höhe.

„Gratulation an die Mannschaft“, sagte Coach Petr Kasik im Anschluss. „Die Jungs haben eine hervorragende Saison gespielt und niemals aufgegeben.“ Von 17 Spielen haben die Balinger 14 gewonnen.

Eisbären-Vorsitzender Andreas Kodweiss sagte nach dem Schlusspfiff, der Sieg im letzten Heimspiel sei wahrlich „hart verdient – danke an die Eppelheimer für eine tolle Partie“.

Historische Meisterschaft

Die Meisterschaft nannte Kodweiss „historisch“ und den größten Erfolg in der bisherigen Vereinsgeschichte. „Darauf wollen wir aufbauen und in der nächsten Saison wieder angreifen.“

Vor der Sommerpause steht für die Balinger derweil noch eine Partie an: Am kommenden Samstag, 21. März, spielen sie in Hügelsheim. Sportlich geht es um nichts mehr.