In der Nacht auf Montag haben Unbekannte Geldautomaten in der Sparkassen-Filiale am Unteren Ledereck geknackt. Die Täter erbeuten eine sechsstellige Summe.
Eigentlich ist die Selbstbedienungs-Filiale der Sparkasse Pforzheim Calw am unteren Ledereck rund um die Uhr zugänglich: Nach dem Aufbruch der Bankautomaten sieht das anders aus.
Was bisher bekannt ist Wie die Sparkasse auf Nachfrage mitteilte, war in der Nacht auf Montag, 1. Dezember, in die SB-Filiale eingebrochen worden. Der oder die unbekannten Täter hatten versucht, die beiden Geldausgabeautomaten aufzubrechen. „Zur Höhe des Schadens kann noch keine Auskunft erteilt werden“, hieß es am Dienstag weiter. Die Polizei fahnde nach dem oder den Tätern.
Unterdessen hielt sich die Polizei auffällig mit Informationen zurück. Eine Pressemitteilung zu der Tat hatte die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit im Pforzheimer Präsidium zunächst nicht veröffentlicht. Erst auf Nachfrage hin hatte Polizeisprecher Alexander Uhr am Dienstag erklärt, dass die Täter die Geldausgabeautomaten „gewaltsam geöffnet“ haben. Es sei Bargeld in unbekannter Höhe entwendet worden. Das war es dann erst einmal.
Gegen 1.30 Uhr in der Nacht auf Montag Zugang verschafft
Am Mittwochmittag dann veröffentlichte das Polizeipräsidium eine Pressemitteilung zu dem Fall. Dies erst dann, weil in der Anfangsphase der Ermittlungen mehrere Informationen noch nicht bekannt gewesen seien, erklärt Uhrs Kollegin in der Pressestelle, Melanie Konrad. In der Mitteilung heißt es: „Nach bisherigem Kenntnisstand verschaffte sich die unbekannte Täterschaft gegen 1.30 Uhr gewaltsam Zutritt zu dem in der Lederstraße gelegenen Bankgebäude.“
Ein Sparkassen-Mitarbeiter hatte den Aufbruch am Montagmorgen und die Polizei verständigt.
Details zur Tat Die Sparkasse, berichtet von zwei betroffenen Geldautomaten, die Polizei geht von einem aus. Nach Angabe von Konrad wurde er „nicht gesprengt, sondern mit Werkzeugen aufgebrochen“. Ob das Vorgehen auf Profis hinweist? „Die Ermittlungen laufen aktuell in alle Richtungen“, erklärt die Polizistin. Der Schaden ist derweil enorm.
Die Täter erbeuteten offenbar „einen niedrigen sechsstelligen Betrag“. Selbst der Sachschaden wird auf eine „hohe fünfstellige Summe geschätzt“, berichtet Melanie Konrad.
Aufbrüche oder Sprengungen
Weitere Fälle In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Aufbrüchen oder Sprengungen von Bankautomaten. Über einen Fall im Präsidiumsbereich – dazu gehören die Landkreise Calw, Freudenstadt, Enzkreis und die Stadt Pforzheim – berichtete die Polizei zuletzt Ende Oktober. In der Nacht auf den 25. Oktober hatten Unbekannte Täter einen Geldautomaten in Baiersbronn-Obertal gesprengt.
Im Mai und Juni gab es zwei weitere Sprengungen, zuerst in Knittlingen, dann in Friolzheim (beides Enzkreis). Vor rund einem Jahr, im November, hatten Unbekannte versucht, einen Automaten in der Hochschule Pforzheim aufzubrechen.
2024 dagegen kam es kurz hintereinander zu zwei Fällen im Landkreis Calw: Im Edeka in Neubulach-Liebelsberg hatten Unbekannte am 29. Juli einen Bankautomaten gesprengt. Vermutlich erbeuteten sie ebenfalls eine niedrige sechsstellige Summe.
Beute machten auch die Einbrecher, die am 10. November, einem Sonntagabend, den Automaten in Oberreichenbach-Oberkollbach knackten. Sie flüchteten mit einem „mittleren fünfstelligen Betrag“ aus der Filiale.
Besteht womöglich ein Zusammenhang zu dem früheren Automaten-Aufbruch und der -Sprengung im Landkreis Calw? „Mögliche Zusammenhänge zwischen den genannten Fällen werden im Rahmen der laufenden Ermittlungen geprüft“, erklärt Polizeisprecherin Melanie Konrad.
Wie es nun weitergeht Die SB-Filiale in Calw war am Mittwoch noch immer geschlossen, augenscheinlich waren Handwerker vor Ort. Das dürfte auch noch eine ganze Weile so bleiben. Der Sachschaden an den Automaten ist nach solchen Taten oft hoch. Im Fall des geknackten Geräts in Oberkollwangen lohnte sich eine Reparatur nicht. Allerdings haben die Automaten eine lange Lieferzeit. Etwa fünf Monate dauerte es, bis ein neues Exemplar in der Raiffeisenbank-Filiale geliefert und installiert war.
Der moderne Geldausgabeautomat soll es Räubern schwer machen, an Beute zu gelangen. Zwar war auch der alte mit einem stillen Alarm ausgerüstet. Der neue indes sei direkt auf die Leitstelle eines Sicherheitsunternehmens geschaltet, erklärte der zuständige Mitarbeiter der Raiffeisenbank im Kreis Calw damals. Darüber hinaus ist im neuen Apparat aber ein Färbesystem verbaut. Wir der Automat malträtiert, werden die Geldscheine eingefärbt und damit unbrauchbar gemacht.
Nach dem Einbruch in die Sparkassenfiliale ermittelt die Kriminalpolizei. Sie bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter Telefon 07231/1 86 44 44 beim Kriminaldauerdienst Pforzheim zu melden.