Ein Unwetter sorgt am Montag für ein "Himmelsphänomen" über dem Schwarzwald-Baar-Kreis: Teilweise über zehn Flugzeuge drehen ihre Kreise zwischen Villingen-Schwenningen und Donaueschingen. Aber warum ausgerechnet hier?
Mehr als 20 verschiedene Flieger machten am Montagabend ihre Runden bei VS, über dem Schwarzwald und bei Sulz am Neckar. Und eines haben sie dabei gemeinsam, wie ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) uns auf Nachfrage erklärt. Ein kleines Detail, aber mit großen Auswirkungen.
Wenn es an einem Flughafen zu Problemen kommt, sei es wegen "Staus" oder Unwettern, gibt es wie für alles in der Luftfahrt Standardprozesse. Im Fall des Unwetters am Züricher Flughafen sieht dieser Prozess vor, dass die anfliegenden Maschinen entweder in einer Warteschleife gehalten werden oder einen anderen Flughafen anfliegen müssen.
Für die Flieger, die sich für die Warteschleife entschieden haben, legen die Flugsicherung oder die Piloten einen Navigationspunkt fest, an welchem sie im Kreis fliegen. Und in Donaueschingen existiert ein solcher Punkt mit dem Namen "RILAX". Seine Koordinate befindet sich ungefähr zwischen der Bundesstraße 27 und Allmendshofen. Am Boden ist nichts zu sehen, was auf ihn hinweisen könnte. Denn die Piloten sind unter Instrumentenflugregeln (IFR), auch "Blindflug" genannt, unterwegs und navigieren mit dem Autopiloten zwischen den Flughäfen entlang dieser Punkte.
Anders ist das beispielsweise bei Sulz am Neckar, wo die Passagierflugzeuge ebenfalls einige Warteschleifen geflogen haben. Dort ist die Koordinate gleichzeitig auch ein sogenanntes "Drehfunkfeuer", welches in einem anderen Navigationsverfahren, dem "VOR", benutzt wird.
Die Masse an Fliegern über Donaueschingen hatte für entsprechend Aufsehen gesorgt - machen sich die Maschinen doch durch Licht und Lärm bemerkbar. Insgesamt wurden in den wenigen Unwetter-Stunden über 70 Kreise in den Himmel gezeichnet.
Doch tatsächlich kommen solche "Warteschleifen" öfters vor. Einen Tag vor dem Unwetter gab es beispielsweise drei wartende Flugzeuge über Donaueschingen, wie Daten der Deutschen Flugsicherung zeigen. Alle drei hatten das Ziel Airport Zürich.
Der Airport Zürich
Rund 247.500 Flüge gab es nach Angaben des Airport Zürich im Jahr 2023. In den Jahren vor Corona waren rund 270.000 Flüge verzeichnet worden. Im Jahr 2023 erfolgten 65,9 Prozent der Anflüge auf die Landebahn 14 - also aus Richtung Deutschland. Die Start- und Landebahnen sollen nach einer Volksabstimmung nun verlängert werden.