Trauer um Ernst Zimmermann. Der ehemalige Hauptamtsleiter der Stadt Donaueschingen ist tot. Foto: Lutz Rademacher

Der vielfach ausgezeichnete ehemalige Hauptamtsleiter der Stadt Donaueschingen ist im Alter von fast 80 Jahren gestorben. Ehrenamtlich hat sich Zimmermann intensiv engagiert.

Er war bescheiden bis zum Schluss, und er schöpfte Kraft aus seinem Glauben und aus der Familie. Er hat die positive Entwicklung Donaueschingens über Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt. Vorige Woche starb der langjährige Amtsleiter Ernst Zimmermann nach langer schwerer Krankheit, im Juni wäre er 80 geworden. Er hinterlässt seine Frau und zwei Töchter.

 

1964 begann der gebürtige Pfohrener eine Ausbildung im damaligen Landratsamt Donaueschingen, 1974 wurde er zur Stadt Donaueschingen versetzt, von 1977 bis zu seinem Ruhestand im Juli 2011 war er Leiter des Haupt- und Personalamtes. In seiner letzten Berufsphase leitete er eine Zeit lang auch noch die Kämmerei. Arbeit war für ihn eine Lebensaufgabe.

Ernst Zimmermann erwarb sich schnell Respekt, weil er selbst jedem Mitmenschen Respekt erwies und seine Mitarbeiter verständnisvoll führte. Zu seinem Aufgabenbereich gehörten sämtliche zentralen Verwaltungs- und zahlreiche Querschnittaufgaben. Er organisierte Stadtfeste, war federführend für die 1100-Jahr-Feier der Stadt und die Ernennung Donaueschingens zur Großen Kreisstadt im Jahr 1993.

Vorbild für die gesamte Stadtverwaltung

Alt-Oberbürgermeister Bernhard Everke würdigte ihn als „Vorbild für die gesamte Stadtverwaltung“. Und als Everkes Nachfolger Thorsten Frei den Amtsleiter 2011 mit der Goldmedaille der Stadt Donaueschingen auszeichnete, hob Frei die „unglaubliche Vielfalt“ der Tätigkeitsbereiche, seine Tugenden Beharrlichkeit und Glaubwürdigkeit und seinen selbstlosen und menschenfreundlichen Einsatz hervor.

Für Zimmermanns Einsatz für Städtepartnerschaften und die deutsch-ungarische Gesellschaft zeichnete ihn Donaueschingens ungarische Partnerstadt Vác als Ehrenbürger aus.

Sein langjähriger dienstlicher und privater Weggefährte, Alt-Bürgermeister Bernhard Kaiser, schätzte ihn sehr. Er hatte mit Zimmermann seit 1. Februar 1983 zusammengearbeitet, dienstlich und im Ehrenamt im Vorstand des Altenheims St. Michael und in der Bürgerstiftung. „Ernst Zimmermann war intelligent, er war ungeheuer loyal, er war extrem fleißig und engagiert.

Über eigenen Zuständigkeitsbereich hinaus gedacht

Er war einer, der weit über seinen eigenen Zuständigkeitsbereich hinaus gedacht und gehandelt hat. Ein Mensch, der hilfsbereit war und sein Wissen geteilt hat. Und er war ein Pfohrener mit Leib und Seele.“ Jahrzehntelang sang er dort im Kirchenchor.

Er habe mit Begeisterung Geschichtsforschung betrieben und er liebte die Natur. Mit Ernst Zimmermann hat Bernhard Kaiser viele Radtouren gemacht, an der Donau entlang bis nach Wien, am Rhein und Main entlang, und an der Aare, Touren, „die er akribisch vorbereitet hat.“ Und er konnte dichten. „Er hatte einen Humor, den man bei ihm gar nicht vermutet hat, gerade zur Fasnet hat er viel gemacht.“

Nächtliche Autofahrt nach Vác

Und dann erzählt Bernhard Kaiser: „Wir hatten einen Termin in Vác , 1100 Autokilometer. Ich habe gesagt, wir fahren abends. Da hat mir Ernst Zimmermann in der Nacht mehrere Stunden aus seinen Forschungen über Andreas Willmann berichtet, der 1848 zu den Pfohrener Revolutionären gehörte, die sich Friedrich Hecker anschlossen. Er hat mir so spannend erzählt, dass ich meine Müdigkeit vergessen habe. Und dann ging plötzlich die Sonne auf und wir erreichten Vác rechtzeitig.“