Der flugzeugbegeisterte Ferdin Duman aus Bisingen hat zwei Tornado-Kampfjets mit der Kamera eingefangen, die an der Burg Hohenzollern vorbeirauschten. Woher kamen sie? Und warum sind sie so tief geflogen?
Burg Hohenzollern - Zu überhören waren die beiden Kampfjets der Bundeswehr diesen Mittwoch wohl nicht, wir fassen das Thema mit Fragen und Antworten zusammen:
Wie ist Ferdin Duman auf das Motiv gekommen?
Duman erzählt, dass er schon häufiger Militärflugzeuge rund um die Burg Hohenzollern fliegen gesehen hat. Keine Seltenheit für ihn. Mit Blick auf die Wettervorhersage schloss er, dass dieser Mittwoch vielleicht der letzte Flugtag sein könnte. Duman: "Und so machte ich mich intuitiv zu Fuß von Bisingen aus auf zum Zeller Horn, um von dort aus den Überflug zweier Tornados über die Burg Hohenzollern zu erwarten und zu fotografieren."
Wann sind die Maschinen aufgetaucht?
Und tatsächlich, gegen 16 Uhr, überflogen vom Killertal her zwei Tornados das Gebiet. Sie flogen im Tiefflug an der Burg Hohenzollern vorbei und, wie Duman weiter beobachtete, entschwanden im Dunst Richtung Haigerloch/Horb.
Woher sind die beiden Maschinen gekommen?
Bei dem gemeldeten Flugbetrieb handelte es sich um zwei Tornado des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 aus Büchel, die im Rahmen eines angemeldeten 500-Fuß-Fluges – rund 150 Meter Höhe – über den Bereich Bisingen/Burg Hohenzollern geflogen sind.
Warum waren die Flugzeuge in der Luft?
Bei den Überflügen handelte es sich um Übungsflüge, wie das Luftfahrtamt der Bundeswehr auf Nachfrage mitteilt. Die Routen der Flüge waren vorab geplant und führten links und rechts an der Burg Hohenzollern vorbei. Solche Übungsflüge sind völlig üblich und finden häufiger statt. Bereits am Montag dieser Woche sind mehrere Tornados über Hechingen gedonnert.
Nach welchen Kriterien richtet sich die Planung der Route?
Militärische Tiefflüge am Tag sind nicht an bestimmte Streckenführungen gebunden, um diese Flugbewegungen möglichst gleichmäßig über den gesamten Luftraum der Bundesrepublik zu verteilen. "Selbstverständlich wird dabei versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen. Aber die dicht besiedelte Bundesrepublik setzt diesem Vorhaben neben den gesetzlichen und flugbetrieblichen Regelungen enge Grenzen", heißt es vom Luftfahrtamt der Bundeswehr.
Ist es normal, dass die Düsenjäger so tief fliegen?
In diesem Fall: ja. Die in Deutschland einzuhaltende Tiefflugmindesthöhe für Kampfflugzeuge beträgt 1000 Fuß (rund 300 Meter) über Grund. Nach vorheriger Anmeldung darf diese in wenigen festgelegten Ausnahmen auf 500 Fuß (rund 150 Meter) über Grund reduziert werden. Ausgenommen von Tiefflügen sind Großstädte mit mindestens 100 .000 Einwohnern, Flugplatzkontrollzonen und Kernkraftwerke sowie bestimmte Industrieanlagen.
Weitere Infos zum Tornado
Der Tornado ist ein von Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Italien gemeinsam entwickeltes Mehrzweckkampflugzeug. Die Luftwaffe der Bundeswehr verfügt über 93 Stück.
Das Bürgertelefon
Die Bundeswehr hat ein Bürgertelefon für militärischen Flugbetrieb eingerichtet, das unter Telefon 0800/8620730 erreichbar ist.