Der Lahrer Fußballprofi Robert Wagner zeigt sein neues Trikot. Er schließt sich in der kommenden Saison den Störchen aus Kiel an. Foto: Holstein Kiel

Der Lahrer Profifußballer wird zum dritten Mal vom SC Freiburg ausgeliehen. Der 21-jährige defensive Mittelfeldspieler verlässt St. Pauli und schließt sich Holstein Kiel an.

Robert Wagner kommt in seinen jungen Jahren zu Beginn seiner Profilaufbahn ordentlich rum. Der SC Freiburg leiht den Lahrer nun schon zum dritten Mal in Folge aus. Nach einem Jahr bei Greuther Fürth und dann einer Saison bei St. Pauli in der ersten Bundesliga ist nun wieder die zweite Liga seine sportliche Heimat. Wagner schlägt seine Zelte bei Holstein Kiel auf.

 

„Robert Wagner zeichnet sich im defensiven Mittelfeld durch seine intensive und aggressive Spielweise aus. Er ist ein sehr laufstarker und technisch gut ausgebildeter Spieler, der von seinen Attributen zu dem passt, wie wir Fußball spielen wollen“, so der Geschäftsführer Sport der Störche, Olaf Rebbe, auf der Internetseite des Vereins. „Trotz seines jungen Alters bringt er aufgrund seiner vorherigen Stationen schon eine gewisse Erfahrung mit und verfügt über ein großes Potenzial. Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, ihn für die kommende Saison von Holstein zu begeistern und sind überzeugt, dass er unseren Kader verstärken wird.“

Der gebürtige Lahrer wurde im Herbst 2021 erstmals in die U19-Nationalmannschaft berufen. Seitdem bestritt er insgesamt 22 Spiele für die DFB-Auswahl der U19, U20 und U21. In der Saison 2022/2023 bestritt Wagner, damals noch für Freiburg, sogar schon ein Spiel in der Europa League.

Art und Weise vom Fußball im hohen Norden überzeugte zum Wechsel

Auch Wagner selbst freut sich auf die Zeit in Kiel. „Holstein hat sich aufgrund der Art und Weise, wie sie in dieser Saison aufgetreten sind, großen Respekt im deutschen Fußball erarbeitet. Diese Art und Weise, wie bei Holstein Fußball gespielt wird, passt zu mir. Diese Tatsache und die Perspektive für die neue Saison, die mir von den sportlich Verantwortlichen aufgezeigt wurde, haben mich davon überzeugt, dass dieser Schritt nach Kiel der richtige für mich und meine fußballerische Entwicklung ist“, so Wagner auf der Internetseite der KSV Holstein.

Zu Beginn der jüngst abgeschlossenen Saison schien es so, als ob Wagner in der ersten Bundesliga Fuß gefasst hätte. Der Neuzugang von St. Pauli kam in den ersten zehn Spieltagen zu acht Einsätzen. Doch dann durchkreuzte eine hartnäckige Oberschenkelverletzung seinen Aufstieg.

Monatelang fiel der defensiven Mittelfeldspieler aus und kam erst im April zurück auf die Bundesliga-Bühne. Zum Klassenerhalt der Kiez-Kicker konnte er nicht mehr viel beitragen, kam er doch nur noch zu wenigen Kurzeinsätzen. Ein Tor oder eine Torvorlage im Oberhaus gelang ihm bislang nicht. Das wird sich nun auch in der zweiten Liga in Kiel erst einmal nicht ändern.

Dass Wagner mit viel Potenzial ausgestattet ist, zeigte auch schon die Verleihung der Fritz-Walter-Medaille, die er 2023 in der Kategorie U 19 hinter Florian Wirtz und Luca Netz in Bronze verliehen bekam. Diese wird in den Altersklassen U17 bis U19 an Spieler mit besonderen Leistungen vergeben.

Kommentar
Dass es zu Beginn einer Profi-Karriere schonmal häufiger Hin und Her geht, ist nicht außergewöhnlich. Der junge Spieler ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung und muss selbst erst einmal den Verein finden, bei dem er sich am besten entwickeln kann. Zudem wissen auch die Vereine noch nicht, was sie an diesem Talent haben und wollen wirtschaftliche Risiken mit längeren Verträgen gerne vermeiden. Da bietet sich ein Leihgeschäft für beide Seiten an. Dass der Lahrer Robert Wagner jetzt aber schon im dritten Jahr in Folge ausgeliehen wird und mit gerade einmal 21 Jahren schon die vierte Station in seiner noch jungen Karriere ansteuert, ist sehr wohl außergewöhnlich – und für ihn mit hohem Risiko verbunden. Jedes Jahr ein neuer Verein bedeutet auch jedes Mal integrieren in eine neue Mannschaft. Dieser Prozess braucht Zeit, ist aber unabdingbar für die beste sportliche Leistung. Diese Zeit bekommt Robert Wagner jedoch nicht, denn er ist ja nur für ein Jahr ausgeliehen. Daher ist er dazu gezwungen, im Haifischbecken Profifußball schnell das Schwimmen zu lernen. Kiel ist nicht weit weg von Hamburg, daher hat Wagner wohl die Möglichkeit, zumindest außerhalb des Fußballplatzes sein gewohntes Umfeld in der Hansestadt zu behalten. Privat sollte ihm das den erneuten Wechsel der Mannschaft leichter machen. In Zukunft ist ihm jedoch ein Verein zu wünschen, der ihm mit einem langfristigen Vertrag Vertrauen und Planungssicherheit schenkt. Quasi ein sicherer Hafen im Haifischbecken.