Das Depotgebäude des Dreiländermuseums in Lörrach hat mit der Auszeichnung „Bauwerk Schwarzwald“ eine weitere Würdigung erfahren. Foto: Alexandra Günzschel

Das Museumsdepot ist nun Teil einer Architekturroute, die besondere Bauwerke im Schwarzwald auszeichnet. Ein Schild am Gebäude soll Interessierte fortan darauf hinweisen.

Die gemeinsame finanzielle Anstrengung zahlt sich offenbar aus: Das Depotgebäude des Dreiländermuseums in Lörrach hat mit der Auszeichnung „Bauwerk Schwarzwald“ eine weitere Würdigung erfahren. Das Museumsdepot reiht sich damit in die im Jahr 2022 initiierte Architekturroute ein, die Interessierte zum Erkunden von gelungenen Bauwerken im Schwarzwald einlädt.

 

Schild am Museumsdepot angebracht

Am Montag trafen sich die wichtigsten Akteure vor Ort, um das mittlerweile eingetroffene Schild am Gebäude anzubringen, das das Depot als Teil dieser Route ausweist. Als Massivbau zwischen vielen Holzbauprojekten, der eigentlich gar nicht mehr im Schwarzwald liegt, sticht das Lörracher Gebäude bei dieser Auszeichnung ein wenig heraus, wie Architekt Frank Hovenbitzer im Gespräch berichtete. Nach der Hugo-Häring-Auszeichnung für vorbildliche Bauwerke durch den Landesverband des Bunds Deutscher Architektinnen und Architekten im Jahr 2023 erfährt das Depot damit eine weitere Bestätigung für seine architektonische Qualität.

Sie freuen sich über die besondere Auszeichnung: (von links) Depotleiter Arne Gentzsch, Architekt Frank Hovenbitzer, Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic, Hochbauleiter Robert Schäfer und Museumsleiter Jan Merk Foto: Alexandra Günzschel

„Das Museumsdepot gehört uns allen. Lörrach kann richtig stolz darauf sein“, sagte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic bei der Zusammenkunft im Foyer des Depots. Mehr als 50.000 Objekte werden in dem zweigeschossigen Neubau konservatorisch gesichert, erforscht, restauriert und für Ausstellungen vorbereitet. Ein paar Fenster auf der Nordseite sorgen für diese Zwecke für ein wenig Tageslicht, während die Kulturgüter in sieben voneinander getrennten Bunkern lagern. „Es handelt sich um ein Arbeitsdepot“, wie Museumsleiter Jan Merk erklärte.

Bedeutend für das gesamte Dreiländereck

Die Bedeutung der Sammlung für das gesamte Dreiländereck bescherte dem Neubau eine EU-Förderung aus dem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von fast zwei Millionen Euro. Die Stadt investierte vier Millionen Euro. Unterstützt wurde das Projekt zudem durch den Lörracher Museumsverein sowie Spenden von Privatpersonen und Institutionen. Ohne diese Unterstützung und das große gesellschaftliche Engagement für das Projekt, so die Bürgermeisterin, wäre der Neubau politisch wohl nicht durchzusetzen gewesen. Gegengerechnet wurden die Mietkosten für das alte Depot. Bestätigt fühlen sich der Museumsleiter und der Depotleiter Arne Gentzsch durch die vielen Fachtagungen des Museumsverbands Baden-Württemberg sowie der Landesstelle für Museen, die seit der Eröffnung im Jahr 2022 im Lörracher Depot stattgefunden haben. Immer wieder gebe es auch Anfragen von Museumsleitern aus anderen Städten, die sich für das Bauwerk interessieren, berichteten die beiden. Selbst aus Basel habe man schon eine Delegation empfangen.

Begrenzte Anzahl an Führungen angeboten

Ganz nebenbei erfüllt der monolithische Baukörper noch eine weitere Funktion: Er schafft eine Lärmbarriere zwischen dem bestehenden Wohngebiet und dem geplanten Gewerbegebiet Brombach-Ost, wobei die für die Außenfassade gewählten warmen Erdtöne zugleich sehr einladend wirken.

Ist das Depot nun ein „Schatzkästchen“ oder ein „Kulturbunker“: Während der Architekt erstere Bezeichnung bevorzugt, wollte der Museumsleiter beide Begriffe gelten lassen. Merk berichtete zudem von zahlreichen Leihanfragen aus dem Dreiländereck.

Grundsätzlich könnten Interessierte Führungen durch das Gebäude buchen, doch halte man die Anzahl bewusst begrenzt, sagte Merk.