Bislang leitete Thomas Roese den MGV Kippenheim nur auf Probe, nun wurde er offiziell in seiner Rolle bestätigt. Zudem wurden drei Ämter im Vorstand neu besetzt.
Nach der Trennung von Dirigent Jörg Wette legte der Männergesangverein Liederkranz Kippenheim einen ungewissen Start ins nun zurückliegende Vereinsjahr hin. Der starke Zusammenhalt der Sänger, das beherzte Einspringen von Franz-Josef Kindle als „Vize-Chorleiter“ und die unkonventionelle Rekrutierung von Thomas Roese als neuen Dirigenten ließen die Sangeskollegen – allen Widrigkeiten zum Trotz – auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurückblicken.
Per Whatsapp-Nachricht an den Vorsitzenden des MGV hatte sich Roese auf den vakanten Posten des Dirigenten beworben und im April den ersten Probenabend der Chorgemeinschaft geleitet. Der „Chef d’Orchestre auf Probe“ bereite, unterstützt von Birgit Wegemann, die sich der Stimmblidung annahm, die Sänger auf den ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt vor. Dieser fand am Ehrungsempfang der aus Kippenheim stammenden Breisgauer Weinprinzessin Elena Kölble statt. Eine gelungene Feuerprobe, die im Winterkonzert ihre Fortsetzung fand.
Auftritte bei befreundeten Chören, mit dem Harmonika Spielring Ettenheim, bei Weinfest und Weihnachtsmarkt, mit dem „ORSO“-Projektchor, dem Altenwerk und vielen mehr ließen eine Routine bei den Liedvorträgen entstehen, auf die künftig aufgebaut werden kann. Zum Abschied von Sangesfreunden und zur „Eisernen Hochzeit“ eines Sängers wurde zudem gemeinsam in der Kirche gesungen.
Darüber hinaus wurde die Geselligkeit bei verschiedenen Anlässen und dem Jahresausflug gepflegt. Der Betrieb des Sängerheims „Haselstaude“ zum „Tanz in den Mai“, dem französischen und dem bayrischen Tag sowie an den Sonntagen lockte viele Besucher an und trug maßgeblich zu einem Plus in Höhe von 16 000 Euro in der Vereinskasse bei.
„Berlin is calling“ heißt es für einen Teil der Sänger bereits Ende Januar. Nach dem großen Erfolg des „ORSO“-Events „Gosse und Glamour“ in Kippenheim verstärken diese den Gesamtchor in der Philharmonie in der Hauptstadt.
Neuer Dirigent möchte die Digitalisierung im Verein voranbringen
Eine Ideensammlung über den weiteren musikalischen Weg steht für Dirigent Thomas Roese ganz oben auf der „To-Do-Liste“ für das kommende Vereinsjahr. Außerdem ist die Digitalisierung der Vereinsakten und Mitgliederverwaltung sowie der Ausbau des Whatsapp-Kanals zur einfacheren Kommunikation der Sänger wichtige Vorhaben für 2026.
Mit Markus Studer (stellvertretender Vorsitzender), Franz-Josef Kindle (Rechner), Rolf Haffke (Beisitzer) stellten drei verdiente und langjährige Vorstandsmitglieder ihre Ämter zur Verfügung und wurden nach Dankesworten mit langem Applaus verabschiedet. Alle bleiben der Chorgemeinschaft als aktive Sänger erhalten. „Ihr wart tolle Vorstandskameraden, die auch die eigene Meinung vertreten haben. Auf euch war stets zu 100 Prozent Verlass,“ führte Vorsitzender Thomas Gehrlein aus. „Neben meiner Frau und meiner Familie ist der MGV das Beste, das mir passiert ist – das hat einer von euch mir einmal anvertraut. Das gebe ich gerne an jeden von euch weiter: Ihr wart ein Gewinn für den MGV, den man nicht genug wertschätzen kann“, schloss Gerhlein seine Laudatio.
Für die zu besetzenden Positionen im Vorstandsteam konnten „drei junge Wilde“, so der Vorsitzende, gewonnen werden. Die Gesamtwahlen brachten folgendes Ergebnis: Thomas Gehrlein (Vorsitzender), Christian Kopp (Stellvertreter), Bruno Heinrich (Notenwart), Helmut Littmann und Bernd Loschwitz (Kassenprüfer), Jörg Binz und Christian Kopp (kommissarische Schriftführer), Jörg Binz (Rechner), Samuel Studer, Thomas Bruder, Manuel Seitz, Frank Kölble, Christoph Kempf und Klemens Nowack (alle Beisitzer).
Info – Der neue Dirigent
Thomas Roese, Jahrgang 1988, ist seit April 2025 beim MGV Liederkranz Kippenheim als Dirigent tätig – erst auf Probe, nun offiziell. Aufgewachsen ist er in einer musikalischen Familie in Kippenheim. In Ettenheim hat er das städtische Gymnasium besucht, heute wohnt und arbeitet in Offenburg. Ein Klavier und Musik gehörten für ihn von Kindheit an zum alltäglichen Leben. So legte er 2014 vor der Handwerkskammer Freiburg erfolgreich die Meisterprüfung als Klavier- und Cembalobauer ab. An der renommierten „Steinway Academie“ hat sich der Klavierbauer zum Konzerttechniker weiterbilden lassen. Darüber hinaus beherrscht Roese die Kunst, Liedgut für Chorstimmen zu bearbeiten und zu arrangieren um so mit Melodieverteilung, Stimmführung und dem Hinzufügen von Harmonien einen ausgewogenen Klang zu schaffen. Mit Bestehen des Chorleiterkurses C1 wurden ihm nunmehr offiziell Kenntnisse der Grundlagen in Chorleitung, Stimmbildung und Probenaufbau attestiert. Für die Zukunft hat Roese den Abschluss der C2 Ausbildung und die eigne Stimmweiterentwicklung ins Auge gefasst.