Rund um den Hadid-Bau des Trinationalen Umweltzentrums am Mattrain in Weil am Rhein stehen die Zeichen mit zirpenden Grillen auf Entspannung. Keine Spur davon, was hier alles für die Umweltbildung geleistet wird. Foto: Maja Tolsdorf

Das Truz in Weil am Rhein sorgt dafür, dass die Bildschirm-Generation raus ins Freie kommt. Die Ausschussmitglieder stehen geschlossen hinter diesem Engagement.

Für die Draußen-Generation ist es kaum vorstellbar, dass es heutzutage Kinder geben soll, die noch nie im Wald waren. Dies berichtete Silke Geißler-Klumpp, Fachbereitleiterin Umweltbildung des Trinationalen Umweltzentrums (Truz), als sie in der Sitzung des Kultur-Sport-und Verwaltungsausschusses (KSVA) am Dienstagabend ihre Arbeit vorstellte.

 

Dafür, dass die Bildschirm-Generation Erfahrungen im Freien sammeln kann, sorgt das Truz in Weil am Rhein bereits seit 1999, als zum Fachbereich Naturschule mit der Umweltbildung ein weiterer hinzukam. Diesen hatte Truz-Mitbegründer Thomas Schwarze ins Leben gerufen und das „Grüne Klassenzimmer“ kontinuierlich weiterentwickelt, so dass nun bis zu 290 Umweltbildungskurse mit Schulklassen und Kindergärten sowie Natur-Kindergeburtstage stattfinden.

Seit 2023 leitet Silke Geißler-Klumpp den Fachbereich Umweltbildung und hat bei der Stadt die Weiterbewilligung des Zuschusses von jährlich 20.000 Euro für die Jahre 2027 bis 2031 beantragt, zur Förderung des Umweltbildungsprojekts „Grünes Klassenzimmer/Trinationales Freilandlabor“.

Seit beinahe 30 Jahren bietet der Fachbereich eine Vielzahl von Natur- und Umweltbildungskursen an, die sich vor allem an Kinder im Grundschul- und Kindergartenalter richten, aber auch an Schulklassen weiterführender Schulen. Im „Grünen Klassenzimmer“ unternehmen die Kinder und Jugendlichen Exkursionen im Dreiländergarten, um die Natur kennenzulernen. In den Gärten beim Sundgauhaus erfahren sie, wie Kartoffeln, Getreide und Kräuter wachsen und zu Nahrungsmitteln verarbeitet werden.

Im Jardin-Ecole Trinational führen deutsche Schulklassen Projekte mit Partnerklassen aus Frankreich durch. Im Bereich Umwelt- und Klimaschutz sensibilisiert das Truz die Jüngsten in den Kursen „Klimaschutz zum Mitmachen und „Sag Nein zum Müll“ für diese Themen. Das Kursprogramm umfasst mehr als 50 Angebote für Schulen und Kindergärten an den Standorten Weil am Rhein und Rheinfelden.

Mit allen Sinnen tätig sein

Bei Partnerschaftprojekten sollen die Teilnehmer auch die französische Sprache kennenlernen. In den Kursen sollen die Kleinen mit allen Sinnen tätig sein und praxisnah forschen können. „Zu uns kommen manchmal Kinder, die noch nie im Wald waren“, erklärte Geißler-Klumpp.

Im Schuljahr 2024/25 haben insgesamt 310 Gruppen, davon 252 Schulklassen und Kindergartengruppen das Truz-Angebot genutzt. 211 dieser Kurse mit mehr als 4000 Kindern und Jugendlichen fanden in Weil am Rhein statt.

Seit der Gründung des Fachbereichs Umweltbildung im Jahr 1999 kamen mehr als 6089 Gruppen mit etwa 120.000 Kindern und Jugendlichen die Angebote zugute. Mehr als ein Fünftel davon, 1317 Gruppen mit mehr als 26.000 Teilnehmern, stammten aus Weil am Rhein.

Zusätzlich zum regulären Programm hat das Truz gemeinsam mit der Bürgerstiftung Weil am Rhein das Projekt „Sag Nein zum Müll“ an Weiler Grundschulklassen angeboten. Sieben Klassen der Stufen drei und vier der Leopoldschule, der Rheinschule und der Hermann-Daur-Schule Märkt haben sich beteiligt. Ziel sei es, die Grundschulkinder für das Thema zu sensibilisieren.

Der Truz unterhält niederschwelliges Nachmittagsangebot für Kinder gibt es beim Sundgauhaus (Archivbild). Foto: Maja Tolsdorf

Mit dem „Tierclub“ bietet das Truz ein niederschwelliges Nachmittagsangebot für Kinder von sechs bis zwölf Jahren an, die bei der Pflege und Versorgung der Ziegen helfen. Seit mehr als 20 Jahren gibt es darüber hinaus eine Ferienwoche in Kooperation mit dem Familienzentrum Wunderfitz in Weil am Rhein, die meist rasch ausgebucht sei. „In einer Zeit der Verhäuslichung der Kindheit ist es wichtig, Kinder rauszuholen“, erklärt die Truz-Leiterin.

„Verlässlicher Förderer“

Deshalb zeigte sie sich erfreut darüber, „mit der Stadt Weil am Rhein einen verlässlichen Förderer zu haben, ohne deren jährlichen Zuschuss diese Arbeit so nicht möglich wäre“.

Damit könnten auch die Preise für Kurse niedrig gehalten werden, so dass auch Kinder aus einkommensschwachen Familien die Möglichkeit zur Teilnahme hätten. Auch dank des Zuschusses der Stadt Weil am Rhein konnten die Kursgebühren für Schulklassen und Kindergartengruppen aus Weil am Rhein auf dem bisherigen Niveau gehalten werden, obwohl sich die Sätze für Honorarkräfte, die sich an denen der Volkshochschule orientieren, im September 2024 deutlich erhöht wurden.

„Die Kinder müssen raus an die frische Luft“, befand auch Gemeinderat Jürgen Walliser (Unabhängige Freie Wähler). Er findet es gut, dass die Stadt in diesem Bereich Geld investiert, was Ulrike Fröhlich (B90/Grüne) und Heidi Jakob-Frey (UFW) bestätigten. Irmgard Lorenz (B90/Grüne) fand es gut, „mit dem Thema Müll an die Kleinen heranzutreten“, weil sie es dann mit nach Hause zu den Eltern nähmen. Die Ausschussmitglieder empfahlen dem Gemeinderat geschlossen, die Weiterbewilligung des jährlichen Zuschusses für das Truz zu beschließen.