Balingen wird erneut zum „Holy Ground of Heavy Metal“: Beim RV-Bang-Festival feiern tausende Fans zwei Tage lang ihre Leidenschaft für Heavy Metal. Das sind die Bilder vom Freitag.
Balingen ist an diesem Wochenende wieder Metal-Hochburg: Größer, länger und aufwändiger gestaltet sich die zweite Auflage des RV-Bang-Festivals auf dem Balinger Messegelände – beziehungsweise dem „Holy Ground of Heavy Metal“, wie das Areal in Szenekreisen genannt wird – schließlich haben in der beschaulichen Kleinstadt schon viele Größen des Metals aus aller Welt gespielt. Im vergangenen Jahr hat der Balinger Rockverein rund um die Vorsitzenden Josef Sauter, Alexander Bartsch und Technik-Chef Elischa Dommer das neue Metal-Festival als Hommage an das legendäre „Bang Your Head“ aus der Taufe gehoben.
Alles verdoppelt
Während die Premiere noch eintägig war, acht Bands spielten und für maximal 2500 Besucher ausgelegt war, wird in diesem Jahr alles verdoppelt – mindestens. Aus einem Tag mach zwei plus Warm-up-Show mit sechs Bands am Donnerstagabend in der Volksbankmesse. Insgesamt 16 Bands aus verschiedenen Genres des Rock und Metals geben sich auf der Open-Air-Bühne die Klinke in die Hand, darunter auch fünf Bands aus der Region.
Um die 3500 Besucher am ersten Tag
Um die 4200 Besucher dürften es laut Veranstalter am Freitag gewesen sein – und das aus weiten Teilen Deutschlands. Auf dem Campingplatz vor der Mey-Generalbau-Arena sind Kennzeichen aus allen Himmelsrichtungen zu sehen – von M für München bis HH für Hamburg. Viele von ihnen sind alte „Bang-Your-Head-Hasen“ und sind nach Balingen gekommen, um das Gefühl von damals wieder aufleben zu lassen. Dass das RV-Bang um einiges kleiner ist, als das Vorgängerfestival stört nicht. Im Gegenteil: Viele schätzen die kurzen Laufwege und die familiäre Stimmung. Denn nicht nur auf dem Campingplatz wird klar: Die Welt ist kleiner als man denkt, viele kennen sich noch aus den alten Bang-Your-Head-Zeiten.
Die Headbanger mussten am Freitagmorgen früh aufstehen: Um 10 Uhr stand mit Source of Levitation das erste Konzert an gefolgt von Auftritten von FighterV und Rezet. Vicious Rumors haben bereits bei der Warm-up-Show am Vorabend eine Vorgeschmack darauf gegeben, was das Publikum auf der großen Open-Air-Bühne erwartet.
Metal ist auch weiblich
Die Schweizer Hardrock-Band Shakra feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum. Entsprechend groß war der Andrang vor der Bühne am Nachmittag.
Die Burning Witches bewiesen, dass Metal nicht nur den Männern vorbehalten ist. Die Power-Metal-Band aus der Schweiz um Frontfrau Laura Guldemond besteht ausschließlich aus Frauen.
The New Roses begeistern
Bei der Hermann-Frank-Legacy steht nicht wie meist sonst der Sänger im Mittelpunkt: Hermann Frank, ehemaliges Mitglied von Accept, Victory und diversen anderen Bands, ist eine Legende unter den Gitarristen. Das Publikum jubelte dem Meister an der E-Gitarre zu, der er melodische Soli entlockte. Die Gesangsparts übernahmen wechselnde Sänger und eine Sängerin.
Vor einem Jahr waren The New Roses schon einmal zu Gast in Balingen – allerdings als Vorband von Gotthard auf dem Marktplatz. Entsprechend groß war die Fangemeinde, der deutschen Hardrockband um Sänger Timmy Rough.
Wer hat die schönste Kutte?
Mit Einbruch der Dämmerung betrat der Headliner des Freitags den „Holy Ground of Heavy Metal“: Die britische Power-Metal-Band Dragonforce setzte mit extrem schnellen Gitarrenriffs dem perfekten Festival-Tag ein Krönchen auf.
Auch Abseits der Bühne war für die Besucher einiges geboten: Beim Metal-Karaoke konnte man sein Bühnepotenzial selbst unter Beweis stellen – dabei wurden nicht nur Metal-Hymnen gegrölt, sondern auch ganz softe Songs. Wer es etwas ruhiger mag, konnte das Schaulaufen der Kutten vom Biergarten aus beobachten.
Kreatives Rahmenprogramm
Auf der Händlermeile wurden szenetypische Mode und andere Metal-Accessoires feil geboten, die kreativsten Kutten mit möglichst vielen Patches von Bands wurden in der Fotobox prämiert.
Derweil hatten die Helfer des Balinger Rockvereins an den Essens- und Getränkeständen alle Hände voll zu tun: Headbangen macht eben durstig und hungrig.